HDMI-Signale über längere Distanzen und durch Wände schicken
Itrio HD-W100: Drahtlose HDMI-Übertragung im Test
Wer auf hässliche Kabel verzichten möchte oder größere Strecken überbrücken muss, sollte Systeme zur drahtlosen Übertragung von HDMI-Signalen genauer unter die Lupe nehmen. Die netzwelt-Redaktion nahm sich die 500 Euro teure Lösung der koreanischen Firma Itrio zur Brust.
Itrios Wireless-Full-HD-System zeichnet sich durch eine schlichte Optik, kompakte Maße und eine einfache Bedienung aus.
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Warum drahtlose HDMI-Übertragung?
Obwohl bei HDMI-Verbindungen für Bild und Ton lediglich ein Kabel nötig ist, gibt es Fälle, in denen selbst dieses eine Kabel zu viel des Guten ist. Zum Beispiel dann, wenn der Projektor im hintersten Winkel hängt und der Zuspieler sich am anderen Ende des Raumes befindet – sprich: wenn große Distanzen zu überbrücken sind.
Denn erstens sind zehn oder fünfzehn Meter lange HDMI-Kabel in guter Qualität sehr teuer – und zweitens können sich bei so langen Distanzen Fehler einschleichen, weil nicht mehr genügend Signale ankommen. Dies führt dann nicht nur zu Bildstörungen wie in der analogen Welt, sondern gleich zum kompletten Bildausfall.
Komfortabel: Handhabung und Installation
Sender und Empfänger fallen mit 19,5 x 3 x 10,5 Zentimetern sehr kompakt aus, was auch an den separaten Steckernetzteilen zur Stromversorgung liegt. Obwohl beide über diese externen Netzteile verfügen, werden sie sehr warm. Deshalb empfiehlt netzwelt, die mitgelieferten Standfüße zu verwenden und das Duo hochkant aufzustellen – dann ist eine ausreichende Luftzirkulation gewährleistet.
Am Empfänger (links) kann man Displays über HDMI, Komponente oder Scart anschließen. Der Sender (rechts) verfügt sogar über zwei HDMI-Schnittstellen.
Da die Koreaner auf eine klare Symbolik und simple Bedienelemente setzen, gestaltet sich die Installation und Bedienung einfach und relativ schnell: Weniger als 60 Sekunden vergehen, bis sich Sender und Empfänger gefunden haben.
Die Ein- und Ausgänge lassen sich über einen kleinen Taster auf der Front durchschalten, komfortabler funktioniert dies allerdings mit der mitgelieferten Fernbedienung. Mit ihrer Hilfe kann man zum Beispiel auch die Funkkanäle wechseln oder eine eventuelle LAN-Verbindung aktivieren.
Durchwachsen: Bild- und Tonqualität
Auf den ersten Blick hinterlässt die Bild- und Ton-Qualität einen guten Eindruck – sogar über 20 Meter Entfernung und durch mehrere Wände hindurch wirkt das Bild ansehnlich. Doch beim näheren Betrachten mit Testbildern zeigen sich Schwächen, zum Beispiel, dass die Farbauflösung aufgrund der Komprimierung reduziert ist. Denn um die übertragene Datenmenge zu reduzieren, werden alle eingehenden Bildsignale vom Sender komprimiert. Außerdem kommt es gelegentlich zu einem unregelmäßigem Bildstottern, auch Mikroruckler genannt. Das System akzeptiert zwar 24p-Signale von Blu-ray, stellt diese aber in unregelmäßigen Abständen mit Tonaussetzern dar. Wählt man eine andere Auflösung, verschwinden die Aussetzer.
Klein, handlich und äußerst praktisch: die Fernbedienung. Drückt man die Info-Taste, zeigt der Empfänger Informationen über ein- und ausgehende Signale oder die Signalqualität an.
Fazit: Es funktioniert – aber nur befriedigend
Auf Perfektion bedachte Heimcineasten werden mit dem HD-W100 nicht glücklich werden, dazu ist die Bild- und Tonqualität einfach zu schlecht. Wer unbedingt auf HDMI-Kabel verzichten will oder muss, kann zugreifen, wenn die Qualität nicht oberste Priorität besitzt. Denn im Heimkino stören immer wieder Kompressionsartefakte, die bei kabelgebundenen Lösungen nicht auftreten.