Lob für Cisco und Ericsson im "Guide to Greener Electronics"

Green-IT-Report: Greenpeace kritisiert Google und Microsoft

Green-IT-Report: Greenpeace kritisiert Google und Microsoft Ein Rüffel für Google und Microsoft, Lob für Cisco und Ericsson. Das ist, sehr kurz gesagt, ein Ergebnis des neuen Green-IT-Reports der Umweltschutzorganisation Greenpeace. Diese hat gerade die dritte Version des so genannten Cool IT Leaderboards veröffentlicht. Darin werden Punktzahlen für die Öko-Firmenpolitik der großen IT-Konzerne vergeben. Die Umweltschützer bewerten, welche Lösungen zur Senkung der CO2-Emissionen die jeweilige Firma bietet, wie hoch die CO2-Emissionen des Unternehmens sind und wie stark es sich öffentlich für Klimaschutz engagiert. 

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Inhaltsverzeichnis

  1. 1Cisco und Ericsson machen es richtig
  2. 2Kritik an Google und Microsoft
  3. 3Cloud Computing erhöht den Stromverbrauch

Cisco und Ericsson machen es richtig

Auf Platz eins mit 62 Punkten landet diesmal der Netzwerk-Spezialist Cisco. Greenpeace lobt vor allem, dass Cisco aktiv in Klimaschutz-Technologien investiert habe. Mit seinen Smart Grid-Lösungen und Techniken für das Energiemanagement in Büros habe Cisco wirksame Techniken für die Senkung der CO2-Emissionen entwickelt.

Das Cool IT Leaderboard von Greenpeace vergibt Punkte für das Green-IT-Engagement von Unternehmen. Die Kriterien für die Punktvergabe: technische Lösungen, CO2-Emissionen des Unternehmens und öffentliches Engagement. (Grafik: Greenpeace)
Das Cool IT Leaderboard von Greenpeace vergibt Punkte für das Green-IT-Engagement von Unternehmen. Die Kriterien für die Punktvergabe: technische Lösungen, CO2-Emissionen des Unternehmens und öffentliches Engagement. (Grafik: Greenpeace)
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Über Lob darf sich auch Ericsson (53 Punkte) freuen. Der schwedische Mobilfunk- und Netzwerk-Anbieter hat Fallstudien vorgestellt, die genau darlegen, wie seine Techniken die klimaschädlichen Emissionen senken.

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Kritik an Google und Microsoft

Weniger Freude dürfte der IT-Gigant Google am Cool IT Leaderboard haben. Zwar lobt der Report das Google Tool "Powermeter", mit dem Unternehmen ihren Stromverbrauch differenziert messen können. Auch Googles öffentliches Eintreten für den Einsatz von Techniken, die Messung und Auswertung des Stromverbrauchs in Echtzeit ermöglichen, wird als Pluspunkt gewertet. Kritisiert wird allerdings, dass der Konzern sich angeblich selbst keinerlei konkrete Ziele für die Senkung der CO2-Emissionen gesetzt hat.

Außerdem moniert der Report, dass Google keine Auskunft über seine CO2-Emissionen gibt. So landet der Suchmaschinen-Anbieter mit 33 Punkten nur auf Platz sechs auf dem Leader Board. Ganz ähnlich klingt der Rüffel für Microsoft. Der Softwarekonzern habe sich zwar punktuell Ziele für die Reduzierung der Treibhausgase gesetzt, doch ein verbindliches Gesamtziel fehle.

Erstmals ist auch der Softwarekonzern SAP im Cool IT Leaderboard vertreten - mit mageren 22 Punkten. Nur Sharp (18 Punkte) und Sony (16 Punkte) schneiden noch schlechter ab. 

Cloud Computing erhöht den Stromverbrauch

Die Umweltschutzorganisation belässt es aber nicht bei publikumswirksamen Standpauken für einzelne IT-Sünder. Vielmehr macht Greenpeace auch auf die zunehmende Belastung durch den Trend zum Cloud Computing aufmerksam. Nach Ansicht der Umweltschützer steigt der Stromverbrauch, wenn Unternehmen und Privatanwender ihre Daten auf Serverfarmen speichern oder Anwendungen via Internet auf Servern abrufen. Die Anbieter seien daher gehalten, darauf zu achten, dass ihre Serverfarmen ihren Strom hauptsächlich aus erneuerbarer Energiequellen beziehen und nicht etwa aus Kohlekraftwerken. 

Schon seit 2004 nimmt die Umweltschutzorganisation Greenpeace die IT-Branche unter die Lupe. Der vierteljährlich erscheinende "Guide to Greener Electronics" bewertet die Öko-Politik der Hersteller und ist deshalb bei den Großen der IT-Branche wie Apple, Sony, Nokia, Microsoft oder IBM gefürchtet. 

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