Netzwelt-Wissen: HTML5 - die Zukunft im Web

DOM und JavaScript mit HTML5

Apropos JavaScript: Die Steuerelemente des Videoplayer lassen sich über die Skriptsprache steuern. Auch während dem Laden von HTML5-Webseiten kann mittels JavaScript und DOM beispielsweise ein Statusbalken angezeigt werden. HTML5 definiert auch erstmals, wie sich Suchmaschinen (die ja kein DOM verstehen) verhalten sollen, wenn sie Skripte zu sehen bekommen. Es gibt neben einigen neuen Objekten auch die Methode getElementsByClassName(), was alle Tags eines bestimmten Typs zurückgibt – sehr praktisch für JavaScripts. DOM ist zwar außerhalb von HTML5 entstanden, stößt bei vielen Szenarien aber mit JavaScript und dem neuen Webstandard zusammen. Wer über mehrere Webseiten hinweg einen Assistenten realisiert, kann Formularinhalte mittels JavaScript und HTML5 direkt weitergeben.

Verbreitung und Browser-Unterstützung

Bisher gibt es recht wenige Webseiten, die schon in vollem Umfang auf HTML5 setzen. YouTube ist hier Vorreiter: Es gibt eine Version des Players, der die HTML5-Videotags nutzt, um Videos auch ohne Flash anzuzeigen. Seit Januar 2010 funktioniert damit sogar die Wiedergabe im Vollbild. Zum Testen ist lediglich das Aktivieren nötig, danach werden alle Videos im neuen Format angezeigt. Auch die Webseite des Radios Detektor.fm setzt auf HTML5 – als eine der wenigen Seiten aus Deutschland. Das iPad dürfte HTML5 weiter verbreiten: Apple verweigert sich, hier den Flash-Player zu integrieren und fordert Entwickler zur Umstellung auf die neue Auszeichnungssprache auf.

YouTube bietet an, den Player auf den neuen Standard umzustellen. Wird ein neues Video geladen, erscheint dann ein HTML5-Logo
YouTube bietet an, den Player auf den neuen Standard umzustellen. Wird ein neues Video geladen, erscheint dann ein HTML5-Logo
Werbung

Der Browser Apple Safari kennt ab Version 4 schon viele Elemente von HTML5, einige Attribute für Eingabefelder sind allerdings noch nicht vollständig implementiert. In Opera werden HTML5-Webseiten seit Version 9 gut angezeigt, jedoch versteht der Browser nicht den Videocodec H.264, sondern nur das freie OGG Theora. Auch Mozilla Firefox kann seit Version 3.5 fast vollständig mit dem neuen Standard arbeiten. Hinterher hängt noch Microsoft: Bisher gibt es nur eine Vorschau des Internet Explorer 9, die Entwicklern auf der MIX-Konferenz im März 2010 gezeigt wurde. Der neue Browser wird sowohl das neue HTML5 als auch SVG-Grafiken unterstützen.

Keine Software zum Entwickeln

Etwas dürftiger sieht die Unterstützung von HTML5 in Software für Entwickler aus: Bisher bleibt experimentierfreudigen Programmierern nur das händische Schreiben des Quellcode. Noch keiner der großen Editoren wie Adobe Dreamweaver kommen mit der neuen Technik zurecht. Auch der Webeditor Amaya, der ebenfalls vom W3C stammt und sonst immer sehr fortschrittlich ist, kann Seiten noch nicht in HTML5 erstellen.

Fazit

Insgesamt zeigt HTML in Version 5, wie die Zukunft des Web aussieht: Webseiten werden immer multimedialer und auch auf mobilen Geräten betrachtet. Unter der Haube hilft HTML5, die Inhalte besser zu strukturieren – das kommt nicht nur Suchmaschinen und den Softwareherstellern zu Gute, sondern letztendlich auch dem Endanwender über stabilere Standard für Webdienste. Wann eine finale Fassung durch das W3C freigegeben wird, ist aber weiterhin unklar. Der Trubel um das iPad wird HTML5 weiter verbreiten und bekannter machen.

Der wirkliche Erfolg steht und fällt aber mit den Videodiensten: Sobald diese von Flash auf HTML5 wechseln, ist die proprietäre Technik von Adobe gestorben. Dabei fehlt ein entscheidender Baustein: Zwar ist HTML5 ein freier Standard und kann Videos einfacher in Webseiten einbetten. Einige Browser unterstützen aber den freien Codec OGG Theora nicht. Der H.264-Codec ist lizenzpflichtig, sodass es dringend eine freie Alternative braucht.

Weitere Informationen

Dieser Artikel bezieht sich auf das Produkt Apple iPad. Im Datenblatt finden Sie weitere Technische Daten zu Apple iPad. Zusätzlich haben wir ein vorbereitet.

Links zum Thema