Alter Standort für neues Teleskop der Europäischen Südsternwarte
Weltrekord: Größtes Teleskop der Welt in Planung
Freie Sicht für Sternengucker: Die Atacama-Wüste in Chile ist eines der trockensten Regionen unserer Erde. Um ungestört in den Weltraum schauen zu können, plant die Europäische Südsternwarte ESO an dieser Stelle Weltrekorde zu brechen und das bisher größte Teleskop noch in diesem Jahrzehnt aufzustellen. Die Astronomen möchten sich mit dem Teleskop einigen offenen Fragen der astronomischen Forschung widmen.

Der Hauptspiegel des "European Extremly Large Telescope" (E-ELT) soll einen Durchmesser von 42 Metern haben und aus 906 secheckigen Segmenten zusammengesetzt sein. Das Teleskop soll auf dem 3060 Meter hohen Berg Cerro Armazones aufgestellt werden und sich in guter Gesellschaft mit seinem Vorgänger, dem "Very Large Telescope" (VLT), befinden. Dieses wurde bereits im Jahre 1998 fertiggestellt und befindet sich gute 20 Kilometer vom Standort des neuen Teleskops entfernt.
Der Cerro Armazones wurde beim Bau des VLT ebenfalls in Betracht gezogen. Die ESO hatte damals die Qualität des Berges untersucht und ist zu dem Schluss gekommen, dass sich der Standort durch den geringen Wasserdampfgehalt und hohen Stabilität der Luft besonders gut eignet. Für das VLT hat sich das Unternehmen dann aber doch für den Gipfel des Cerro Paranal entschieden.
Amerikanische Astronomen hatten sich den gleichen Berg für ihr "Thirty Meter Telescope" (TMT) näher angesehen, sich aber dann für Mauna Kea in Hawaii entschieden. Ihre Messdaten über den Cerro Armazones stellten sie der ESO zur Verfügung. Auf 320 klare Nächte pro Jahr mitten in der chilenischen Wüste dürfen sich die Astronomen der ESO freuen. Beide Großteleskope sollen im Jahr 2018 in Betrieb genommen werden.
Kosten vergleichbar mit der Raumfahrt
Astronomische Größen erreichen voraussichtlich auch die Kosten der Produktion und des Betriebs des E-ELT. So beliefen sich die Investitionen des Vorgängers inklusive einigen Zusatzinstrumenten am gleichen Standort über einen Zeitraum von 15 Jahren auf 500 Millionen Euro. Die Kosten des VLT-Projekts sind damit mit mittleren bis großen Weltraummissionen zu vergleichen. Die Höhe der Investitionen für das neue Rekord-Teleskop gab die ESO bislang noch nicht bekannt.
