Polizei beschlagnahmt Hardware

Verlorenes iPhone 4G: Razzia bei Gizmodo-Redakteur

Die US-amerikanische Polizei hat Hardware eines Gizmodo-Bloggers beschlagnahmt. Er hatte über einen verlorenen Protoypen des neuen iPhones geschrieben. Das Verlagshaus hinter Gizmodo sieht einen Bruch mit den kalifornischen Gesetzen.

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Auf TwitPic veröffentlichte der Nutzer TUDream bereits im Februar Bilder zum aktuellen Gerücht
Auf TwitPic veröffentlichte der Nutzer TUDream bereits im Februar Bilder zum aktuellen Gerücht
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Im Fall des verlorenen iPhones sind US-Ermittler in das Haus des Gizmodo-Bloggers eingedrungen und haben Computer-Hardware, darunter PCs, Server, Digitalkameras, ein Mobilfunktelefon und andere Geräte beschlagnahmt. Der Blogger, bekannt unter dem Namen Jason Chen, hatte in der vergangenen Woche Bilder eines verlorenen iPhone-Prototypen veröffentlicht und weitere Details zum vermeintlichen Nachfolger des iPhone 3GS aufgeschrieben.

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Ermittler ziehen Straftat in Betracht

Die Razzia fand bereits am Freitag letzter Woche statt. Grundlage war ein Durchsuchungsbefehl des Kammergerichts im US-amerikanischen Bezirk San Mateo in Kalifornien. Die Ermittler gehen davon aus, dass die sichergestellten Geräte möglichweise benutzt wurden, um eine Straftat zu begehen. Der genaue Wortlaut des Durchsuchungsbefehls kann auf der Gizmodo-Webseite eingesehen werden.

Bereits am Montag spekulierten US-Medien über mögliche juristische Nachspiele im Fall des verlorenen iPhone-Prototypen. Gizmodo hatte in der vergangenen Woche Fotos und Details des angeblichen Nachfolgers des aktuellen Apple-Handy-Modells iPhone 3GS veröffentlicht. 

Gawker Media sieht Gesetze verletzt

Der Prototyp wurde der Redaktion für 5.000 US-Dollar von einer unbekannten Person zugespielt. Ein Apple-Entwickler hatte das Gerät in einer Bar in Redwood City verloren, die im US-Bezirk San Mateo liegt. Nachdem Gizmodo über die Echtheit des Geräts spekulierte, schickte Apple einen Brief an den Blog, in dem das Unternehmen das iPhone zurückforderte und damit die Echtheit des Geräts bezeugte.

Das New Yorker Verlagshaus Gawker Media, zu dem Gizmodo gehört, sieht in der Razzia einen Bruch mit den kalifornischen Gesetzen. Wie die Gawker Media-Chefin Gaby Darbyshire in einem Brief an die Ermittler schreibt, würden Journalisten per Gesetz vor der Herausgabe anonymer Quellen oder anderer Materialien geschützt. Das komplette Dokument ist wie der Durchsuchungsbefehl auf Gizmodo nachzulesen.

Die verantwortliche Behörden wollen die Antwort von Gawker Media näher untersuchen. Apple hat sich zu dem Vorfall bisher noch nicht geäußert. 

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