Google Street View ermittelt auch Daten über Funknetze

Kommentar: Scheinheilige Kritik an Google Streetview nervt

Datenschützer kritisieren die angebliche Speicherung von privaten Daten über WLAN-Netze durch Google Street View. Andere Anbieter bleiben von der Kritik ausgenommen, dabei gehen sie genauso vor.

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Google Street View erneut in der Kritik: Datenschützer werfen Google vor,  WLAN-Daten rechtwidrig zu speichern. Bild: Zollondz
Google Street View erneut in der Kritik: Datenschützer werfen Google vor, WLAN-Daten rechtswidrig zu speichern. Bild: Zollondz

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Google ist nicht allein
  2. 2Datenschützer sehen rechtswidrige Speicherung 
  3. 3Google antwortet kurz und knapp 
  4. 4Mehr Aufklärung und weitere Prüfungen nötig

Und alle stürzen sich wieder auf Google. Als der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar und der Hamburger Landesbeauftragte für Datenschutz Johannes Caspar gestern bekannt machten, dass Google Street View-Fahrzeuge auch WLAN-Netze scannen, war die Empörung groß. 

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Zu keiner Zeit sei die Speicherung von Daten über private Funknetze in Deutschland Gegenstand der Gespräche über Google Street View gewesen, entrüstete sich etwa Casper. Schaar wies auf die angeblich rechtswidrig personenbezogenen Daten hin, die durch das WLAN-Scanning erhoben werden. Er forderte Google auf, diese Informationen zu löschen und Google Street View-Fahrten zu stoppen.

Google ist nicht allein

Keiner der beiden Datenschützer aber wies darauf hin, dass nicht nur Google WLAN-Daten speichert und kartografiert. US-Unternehmen wie Skyhook Wireless tun genau dasselbe: Die Mitarbeiter der Firma fahren mit dem Auto durch die Gegend und speichern nach eigenen Angaben Positionen von über 100 Millionen WLAN-Zugangspunkten zur GPS-Positionsbestimmung weltweit. Damit werden dann etwa Entwickler gefüttert, die entsprechende GPS-Software entwickeln.

Und was ist mit den Lösungen, die auf Smartphones oder von Web-Anwendungen zur WLAN-Lokalisierung eingesetzt werden? Google Maps etwa nutzt zur Bestimmung des Standorts auf Handys neben Mobilfunk auch WLAN, wenn keine Lokalisierung per GPS möglich ist. Einen Aufschrei gab es deshalb aber (noch) nicht. Die Kritik der Datenschützer wirkt deshalb scheinheilig: Sie richtet sich nur gegen Google Street View, anstatt auch andere Unternehmen anzugreifen. 

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