Experten befürchten Militarisierung des Luftraumes
Geheimmission: US Air Force schießt Raumgleiter X-37B ins All
Von Floridas Cape Canaveral aus hat das amerikanische Militär ein Raumschiff ins All geschickt, den unbemannten X-37B Raumgleiter. Zweck und Kosten der geheimen Mission wurden nicht bekannt gegeben. Schon befürchten Experten, dies könnte der Beginn der zukünftigen militärischen Nutzung der Erdumlaufbahn sein.

Das X-37B ist ein Prototyp, an dem zukünftige Technologien getestet werden sollen. Fliegen soll der Raumgleiter auf einer Erdumlaufbahn in 900 Kilometern Höhe, schreibt der britische Sender BBC. Nach dem Flug soll er selbstständig auf einer kalifornischen Militärbasis landen. Es wäre die erste Landung und der erste Wiedereintritt in die Erdatmosphäre dieser Art in der US-Raumfahrtgeschichte. Die Dauer der Mission wurde nicht bekannt gegeben. Doch ein Sprecher der US-Luftwaffe sagte, das Fluggerät sei in der Lage bis zu 270 Tagen im All zu bleiben.
"Ehrlich gesagt, wir wissen nicht, wann es zurückkommen wird."
"Das ist ein neuer Weg für die Air Force, Experimente in der der Erdumlaufbahn durchzuführen", zitierte Space.com Gary Payton von der US-Air Force. "Ehrlich gesagt, wir wissen nicht, wann es zurückkommen wird." Dies hänge von den Fortschritten ab. Hauptpriorität sei zunächst einmal der Test des Gefährts selbst. Ist die Mission erfüllt, wird ein Signal von der Erde aus gesendet, das den Motor des 5.000 Kilogramm schweren Raumgleiters startet, der ihn zurück zur Erde bringen soll.
Der wiederverwendbare Raumgleiter ist in etwa ein Viertel so groß wie ein normaler Space-Shuttle. X-37B soll im Gegensatz zu einem Shuttle nicht durch Treibstoff angetrieben werden, sondern durch Sonnenenergie und Lithium-Ionen-Batterien.
Bei Misserfolg werde das Projekt wahrscheinlich eingestellt.
Die Luftwaffe machte keine Angaben dazu, worin genau die Experimente bestehen sollen. Es gehe in erster Linie um den Test von Segel, Steuerung, Kontrolle, Flugeigenschaften und Hitzebeständigkeit. Die Mission wird in Zusammenarbeit mit der NASA durchgeführt, die auch für den Transport mit einer Atlas-V-Rakete ins All zuständig war.
Joan Johnson-Freese vom Nationalen Sicherheitsbüro zufolge entscheide sich anhand des Erfolgs, wie das Militär in Zukunft Raumgleiter einsetzen wird. Bei Misserfolg werde das Projekt wahrscheinlich wieder begraben. Raumfahrtexperten befürchten, das Projekt stelle den Beginn der Militarisierung des Weltalls dar. Denkbar wäre auch ein steuerbarer Satelliten, die Angriffen von der Erde aus ausweichen könnten.

Also, das Weltall wird schon militärisch genutzt. Wieviele Kommunikations-, Spionage- und Technologiedemonstrations-Satelliten schwirren schon da oben rum...