Deutschland fordert häufig Löschung von Infos bei Google und Youtube
Link-Wink: Google-Seite zeigt Löschanfragen der Regierungen
Brasilien vor Deutschland und Indien: Auf einer neuen Google Maps-Seite zeigt der Suchmaschinenanbieter die Anzahl der Staatsanfragen zur Löschung von Inhalten und zu Personeninformationen. Die Transparenz hat aber auch ihre Grenzen.

Die freie Meinungsäußerung ist auch im Internet ein hohes Gut und doch wird sie dort durch Filterung und direkte Zensur ständig unterdrückt. Ein Unternehmen, das mit vielen Anfragen zur Löschung von Inhalten und zu Nutzerdaten konfrontiert wird, ist Google. Auf einer Webseite versammelt der Suchmaschinenanbieter nun diese Anfragen, sortiert nach Staaten. Damit will das Unternehmen mehr Transparenz zeigen.
Die Anfragen sind in einer Google Maps-Karte übersichtlich dargestellt. Aufgenommen wurden alle Anfragen zwischen dem 1. Juli und 31. Dezember 2009. Sie können sich auf die Google-Dienste wie die Suche bezogen haben oder etwa auf das Videoportal Youtube. Getrennt nach Google-Diensten werden die Anfragen aber nicht dargestellt.
Brasilien schickt die meisten Anfragen
Nach der Karte ist Brasilien mit 291 Anfragen im angegebenen Zeitraum bei der Löschung von Inhalten Spitzenreiter. Dahinter folgen Deutschland (188) und Indien (142). Auch bei den personenbezogenen Anfragen belegt das südamerikanische Land mit insgesamt 3663 Anfragen Platz eins. Die zweitmeisten Anfragen schickte die USA (3580), Platz drei mit weitem Abstand in dieser Statistik belegt Großbritannien (1166). Deutschland folgt auf Rang acht mit 458 Anfragen.
Warum Brasilien die meisten Anfragen an Google im angegebenen Zeitraum schickte, ist nicht eindeutig zu beantworten. Eine Erklärung könnte das soziale Netzwerk Orkut sein, das Google gehört. Während Orkut in anderen Länder weitgehend bedeutungslos ist, hat die Plattform einen festen Platz im Alltag der Brasilianer.
Google plant bereits Änderungen
Die Statistik hätte womöglich aber ganz anders ausgesehen, wenn Google die Anfragen von Diktaturen wie China mit aufgenommen hätte. Aber außer ein Fragezeichen hinter dem Namen des Landes in der Kategorie Löschanfragen bleibt das Reich der Mitte in der Statistik ausgesperrt.
Generell ist die fehlende Genauigkeit der Maps-Karte zu kritisieren. So wäre eine Unterscheidung, von welchen staatlichen Stellen - etwa Legislative oder Exekutive - eine Anfrage an Google gestellt wird, durchaus wünschenswert. Hilfreich wäre auch eine Abfragemöglichkeit der von Google verweigerten Löschungen und Nutzerinformationen.
Auch Google würde diese Information gerne in der Maps-Karte aufnehmen, wie das Unternehmen in einem FAQ zu dem Projekt schreibt. Das sei aber keine leichte Aufgabe angesichts der Vielfalt und Formen der Anfragen. "Die Komplexität gegeben, haben wir noch keinen Weg gefunden wie wir diese Anfragen so kategorisieren und quantifizieren können, dass mehr Transparent entsteht, aber wir planen das für die Zukunft", schreibt Google.

Wenn man auf die Länder bzw. auf die Marker auf der Karte klickt, kriegt man doch eine detaillierter Anzeige der Löschanfragen. War das als der Artikel hier geschrieben wurde nicht der Fall? Bei...