Messflug soll wissenschaftliche Erkenntnisse bringen
Vulkanausbruch: DLR fliegt mit Laserkanone zur Aschewolke
Nach dem Vulkanausbruch auf Island wollen Forscher die Aschekonzentration der Wolke per Messflug näher untersuchen. Bisher wird die Ausbreitung der Wolke am Computer simuliert. Das Flugzeug soll noch am Montag starten.

Das derzeit in weiten Teilen Europas bestehende Flugverbot nach dem Vulkanausbruch auf Island basiert auf simulierten Berechnungen zur Ausbreitung der Aschewolke. Jetzt sollen die Teilchen näher untersucht werden: Noch am Montag planen Flieger und Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) abzuheben, um genauere wissenschaftliche Daten zu ermitteln.
Ausgerüstet mit Messinstrumenten wollen die Forscher zunächst oberhalb der Aschewolke fliegen. Von dort aus ist geplant, die Streuung des Lichts mithilfe eines Teleskops zu messen. Dazu senden die Wissenschaftler entspechende Strahlen mit einer Laserkanone nach unten. Zum Einsatz kommt dabei die Laserkanone LIDAR (Light Detection and Ranging), die an Bord installiert ist.
Messdaten zur Überprüfung der Vorhersagen
Aus den ermittelten Daten über die Laufzeit und Stärke des Lichtsignals lassen sich Ausssagen zur Entfernung und Konzentration der Ascheteilchen generieren. Die Daten werden auch an den Deutschen Wetterdienst weitergeleitet. Aufgrund des Materials können die Forscher die Genauigkeit ihrer Prognosen überprüfen.
Ein Misslingen der Mission scheint aber keinesfalls ausgeschlossen. "Ein derartiger Messflug ist alles andere als Routinearbeit", erklärt der Vorstandsvorsitzende des DLR Johann-Dietrich-Wörner in einem Blogeintrag des Instituts. Im Moment bleibe nur zu hoffen, "dass es gelingt, verlässliche Daten für eine noch umfangreichere Situationsbeurteilung zu erfassen", schreibt Wörner.
Flugzeug Falcon 20E startet in Oberpfaffenhofen
Normalerweise seien für solche Testflüge längere Vorbeitungen nötig, sagt Wörner. Zur Planung müssen nicht nur Geräte überprüft und installiert werden, auch um eine Zulassung müssen sich die Wissenschaftler erst bemühen. In der gebotenen Eile hat das zuständige Luftfahrt-Bundesamt aber offensichtlich schnell grünes Licht gegeben.
Zum Einsatz kommt bei dem Manöver ein Kleinflugzeug der Marke Falcon 20E. Startpunkt ist ein Flugplatz in Oberpfaffenhofen bei München. Gegen 16 Uhr am Monatg soll die Maschine abheben und von dort aus über Sachsen Richtung Nordrhein-Westfalen fliegen. Insgesamt kann das Flugzeug eine Strecke von 3.000 Kilometer überbrücken und 12.000 Meter hoch fliegen. Über den Messflug berichtet das DLR auch per Twitter. Den Link dorthin finden Sie am Ende dieses Artikels.
