Pirate-Bay-Gründer Peter Sunde will Künstler fördern

Flattr: Fast eine individuelle Kultur-Flatrate

Flattr: Fast eine individuelle Kultur-Flatrate Auf der Internet-Konferenz re:publica in Berlin stellte einer der ehemaligen Pirate-Bay-Inhaber, Peter Sunde, ein neues Konzept zur Vergütung von Künstlern und Programmierern vor. Mit dem Internetportal "Flattr" können Nutzer eine Monatspauschale festlegen, die an alle Urheber der unterstützten Werke ausgeschüttet wird.

Der Name der Plattform legt den Bezug zur schon oft diskutierten Kultur-Flatrate nahe. Allerdings fließt der monatliche Beitrag der Mitglieder von mindestens zwei Euro nicht etwa an alle Urheber, sondern beschränkt sich auf den Teil der Künstler, die der Nutzer aktiv unterstützt. Der Dienst richtet sich an alle Künstler, die einen Weg zur Vermarktung im Bereich Ton, Bild, Video, Text oder Software suchen.

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Fans verteilen Monatspauschale an Künstler

Dazu stellt der Künstler eine Schaltfläche von Flattr neben dem angebotenen Werk auf seiner Webseite bereit. Registrierte und zahlende Flattr-Nutzer unterstützen den Urheber durch einen Klick auf die eingestellte Schaltfläche. Am Ende des Monats teilt Flattr den festgelegten Monatsbeitrag an alle Künstler auf, die der Nutzer unterstützt hat.

Selbst wenn der Anteil klein ausfällt, soll der Künstler laut Sunde durch die erhoffte große Zahl an Nutzern des Diensts trotzdem eine respektable Summe erhalten. Derzeit sei das System zentral aufgebaut und funktioniere ähnlich einer Bank. Selbst eine kleine Bearbeitungsgebühr von derzeit zehn Prozent der Monatspauschale sollen erhoben werden.

Mittelfristig plant der frühere Pirate-Bay-Inhaber eine dezentrale Struktur des Dienstes und verspricht offene Standards für den Bezahlservice und eine Veröffentlichung des Quellcodes. Auch am Datenschutz sei Sunde sehr gelegen. So sollen personenbezogene Daten schnell zu löschen sein und der monatliche Betrag auch über ein PayPal-Konto möglich sein.

Flattr ist bereits online, befindet sich aber derzeit noch im Beta-Status. Interessierte Nutzer und Künstler können sich bereits für den Beta-Test voranmelden und erhalten laut Sunde etwa in einem Monat den Zugang. Ab Juni wird die Plattform dann für alle Internetnutzer freigeschaltet.

Auf der Suche nach dem perfekten Konzept

Immer wieder suchen unterschiedliche Institutionen nach einem guten Konzept zur Vermittlung zwischen Fans und dem Künstler. Die Diskussion der Musikindustrie über Filesharing-Portale und P2P-Netzwerke nehmen immer mehr Künstler zum Anlass, sich über den Weg der Selbstvermarktung mit anderen Verkaufs- und Verbreitungsmöglichkeiten ihrer Werke zu beschäftigen.

So rief die Haward Law School eine neue Tauschbörse ins Leben, bei der die Künstler an Monatspauschalen der Nutzer profitieren. Vermarkter wie TuneCore oder DooLoad bieten Musikern ohne Vertrag die Möglichkeit, ihre Musik in Online-Shops wie Amazon oder den iTunes-Store zu stellen. Bei Justaloud bestimmen Angebot und Nachfrage den Preis der Musik. Über den Dienst Sellaband finanzieren die Fans dagegen die professionelle CD-Produktion des Künstlers.

Weitere Informationen

Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir eine redaktionelle Übersicht erstellt. Sie finden das Special zu Filesharing hier.

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"So sollen personenbezogene Daten schnell zu löschen sein und der monatliche Betrag auch über ein PayPal-Konto möglich sein."

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