Sie sind hier:
 

Twitter: Werbung als Erlösmodell
Vom Start-up zur Werbefläche

von Lisa Hemmerich Uhr veröffentlicht

Diesen Artikel weiterempfehlen
SHARES

Twitter hat nach langem Vorlauf endlich sein Geschäftsmodell vorgestellt: Der Mikrobloggingdienst will sich ähnlich wie Google über Werbung vermarkten. Allerdings sollen Nutzer nur Werbung finden, die sie auch interessiert.

Seit der Gründung 2007 wachsen die Nutzerzahlen exponentiell, doch Twitter nutzte dies bislang nicht um Geld zu verdienen. Nun hat das soziale Netzwerk endlich Pläne veröffentlicht, wie es mit seiner Unternehmensidee Geld verdienen will: mit einem Werbesystem, ähnlich dem von Google. Dick Costolo, CEO von Twitter, sagte der New York Times gegenüber, Nutzer würden nur Werbung sehen, die sie auch nützlich fänden.

Das Werbeprogramm, das Twitter "Promoted Tweets" nennt, erscheint zunächst, wenn Nutzer nach Schlüsselworten suchen, die Werber gekauft haben, um sie mit ihren Anzeigen zu verlinken. Später will Twitter werbefinanzierte Meldungen innerhalb der Twittermeldungen zeigen. Diese sind davon abhängig, wofür sich der jeweilige User interessiert.

Die Zahl der Nutzer wächst ständig: 22,3 Millionen im März 2010

Verschiedene Firmen haben bereits Interesse an dem neuen Werbeprogramm gezeigt, darunter Red Bull, Starbucks und Bravo. "Die Idee hinter den werbefinanzierten Tweets ist, dass wir die Kommunikation, die Unternehmen ohnehin schon mit ihren Kunden über Twitter führen, verbessern wollen", sagt Dick Costelo, CEO von Twitter, gegenüber der New York Times.

Seit Twitter 2007 gegründet wurde, wächst der Microblogging-Dienst unaufhörlich. Dem Marktforschungsunternehmen comScore zu Folge hat Twitter.com im März 22,3 Millionen einzelne Nutzer verzeichnet, wobei noch nicht die Millionen Nutzer mitgezählt wurden, die von mobilen Geräten und fremden Anwendungen wie TweetDeck oder Tweetie auf Twitter zugreifen. Vor einem Jahr waren es noch 524.000 registrierte Teilnehmer.

Werbung wird in zwei Phasen eingeführt

Dennoch hat sich Twitter Zeit gelassen, Gewinn aus seinem Angebot zu schlagen. Die beiden Gründer Evan Williams und Biz Stone sagten der New York Times zu Folge, sie wollten nun dem Weg folgen, den Google eingeschlagen hat, indem sie einen Service aufbauen, den viele Menschen nutzen, und dann herausfinden, wie man damit Geld verdienen kann. Der offene Austausch von Informationen schafft Möglichkeiten für Individuen, Organisationen und Unternehmen zugleich.

Zwar macht Twitter bereits Gewinn mit Lizenzverkäufen an Google, Microsoft und Yahoo, dennoch ist diese Ankündigung der erste entscheidende Schritt hin zu einem richtigen Geschäftsmodell. "Es ist nicht traditionell, nicht einfach und es macht eine Menge Sinn für Twitter", schrieb Biz Stone in seinem Unternehmensblog.

Experten vermuten, dass dies bei Nutzern wenig Begeisterung hervorrufen könnte

Die Werbung soll in die Echtzeit-Twitter-Meldungen einfließen, ohne dass sie in der Meldungsflut untergeht. Wenn ein Twitter-Nutzer ein Wort sucht, das ein Werbekunde gekauft hat, wird die Anzeige ganz oben unter den Ergebnissen angezeigt, selbst wenn sie schon älter ist. Solche werbefinanzierten Meldungen erscheinen gelb markiert, wenn sie mit der Maus markiert werden. Die Anzeigen sind zudem eine Möglichkeit für Unternehmen, bei negativen Nachrichten einzugreifen. Oft ging die Gegendarstellung in der Flut von Beschwerden unter. Experten bezweifeln allerdings, dass sich Stimmungen auf Twitter so leicht manipulieren lassen.

Die Werbemeldungen sollen der ständigen Kontrolle durch Twitter unterliegen, ob die Nutzer sie auch wirklich wahrnehmen und weiterleiten. Wird eine Werbung ignoriert, wird sie nicht mehr gezeigt. Auf diese Weise sollen Nutzer nur Werbung sehen, die sie auch nützlich finden, sagte Costolo. In der nächsten Phase will Twitter die gekauften Meldungen zeigen, selbst wenn der Nutzer gar nicht nach einem bestimmten Schlüsselbegriff gesucht hat. Wenn sich jemand für Reisethemen interessiert, könnte also Werbung für Urlaubsangebote erscheinen.

Bei Google haben sich die User bereits an die Werbung gewöhnt. Experten vermuten allerdings, dass diese auf Unmut bei Twitter Usern stoßen könnte, wenn Werbung in ihren persönlichen Meldungen erscheint.

Kommentare zu diesem Artikel

Twitter hat nach langem Vorlauf endlich sein Geschäftsmodell vorgestellt: Der Mikrobloggingdienst will sich ähnlich wie Google über Werbung vermarkten. Allerdings sollen Nutzer nur Werbung finden, die sie auch interessiert.

Jetzt ist Ihre Meinung gefragt. Diskutieren Sie im Forum zu diesem Artikel.

Jetzt Diskutieren!
  • Rudi schrieb Uhr
    AW: Twitter: Werbung als Erlösmodell

    Magpie macht doch schon Werbung über Twitter

DSL- & LTE-Speedtest

Testen Sie mit unserem Speedtest Ihre tatsächliche DSL- oder LTE-Geschwindigkeit. Test auch mit Smartphone und Tablet möglich.

Jetzt Testen!

Der große Android-Update-Fahrplan

Welche Android-Version ist für mein Smartphone oder Tablet-Computer aktuell? Der große Android-Update-Fahrplan bringt Licht ins Dickicht der Versionen.

Jetzt ansehen!

article
25486
Twitter: Werbung als Erlösmodell
Twitter: Werbung als Erlösmodell
Neues Geschäftsmodell von Twitter vorgestellt: Das Netzwerk will wie Google mit nutzerorientierter Werbung Geld verdienen.
http://www.netzwelt.de/news/82422-twitter-werbung-erloesmodell.html
2010-04-13 15:41:00
News
Twitter: Werbung als Erlösmodell