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Sony Ericsson Xperia X10 im Test: Android-Erstling
Smartphone mit großem Touchscreen und 8,1-Megapixel-Kamera

von Jan Johannsen Uhr veröffentlicht

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Sony Ericsson bringt mit dem Xperia X10 sein erstes Smartphone mit Android-Betriebssystem auf den Markt. Die extra entworfene Benutzeroberfläche soll die Bedienung erleichtern und integriert neben Musik, Videos und Fotos auch soziale Netzwerke und andere Kommunikationsmittel.

Sony Ericsson bietet mit dem Xperia X10 erstmals ein Handy mit dem Android-Betriebssystem an. Das Smartphone mit dem riesigen Touchscreen ist das neue Vorzeigemodell des Herstellers und eignet sich unter anderem für den mobilen Zugriff auf soziale Netzwerke.

Die Ausstattung des 137 Gramm schweren Xperia X10 lässt fast keine Wünsche offen. Sony Ericsson baut in sein Topmodell unter anderem einen vier Zoll großen Touchscreen, eine Digitalkamera, einen aGPS-Empfänger sowie Bluetooth-, WLAN- und UMTS-Modul ein. Der Mini-USB-Anschluss dient zur Datenübertragung und zum Aufladen des Akkus. An den 3,5-Millimeter-Klinkenanschluss kann der Nutzer bequem Kopfhörer anschließen. Die umfangreiche Ausstattung hat natürlich auch ihren Preis und so kostet das Handy in Online-Shops mit derzeit rund 480 Euro ohne Vertrag mehr als ein Netbook.

Als Betriebssystem verwendet Sony Ericsson erstmals das von Google ins Leben gerufene Android - versieht dieses aber mit einer eigenen Benutzeroberfläche. Ab Werk installiert das schwedisch-japanische Unternehmen leider nur die alte Android-Version 1.6. Nach Angaben des deutschen Twitter-Accounts von Sony Ericsson soll das X10 nachträglich aber noch ein Update auf die aktuelle Version 2.1 erhalten.

Verarbeitung: Viel Kunststoff

Das Gehäuse des Xperia X10 besteht größtenteils aus Kunststoff, wirkt aber trotzdem solide und sauber verarbeitet, aber nicht so hochwertig und robust wie Geräte mit einem Metall- oder Aluminum-Gehäuse. Alle Teile sind fest verbaut und bewegen sich auch dann nicht hörbar, wenn man das Gerät stark schüttelt.

Sony Ericsson Xperia X10 im Test

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Die vorinstallierten Android-Apps.

Eine durchsichtige Plastikscheibe bedeckt fast die gesamte Vorderseite des Handys. Nur der Lautsprecher an der Oberkante und die drei Tasten am unteren Ende sind ausgespart. Das mit Abmessungen von 119 x 63 x 13 Millimetern vergleichsweise große Smartphone liegt angenehm in der Hand.

Bedienung: Riesiger Touchscreen und drei Knöpfe

Die Bedienung des Xperia X10 erfolgt größtenteils über den vier Zoll großen Touchscreen. Dieser reagiert schnell und präzise schon auf geringste Berührungen, nur einige Schaltflächen muss der Nutzer sehr genau und kräftig drücken. Der farbkräftige Bildschirm zeigt viele Details an, so dass sich zum Beispiel Texte auf Webseiten angenehm lesen lassen. Er beherrscht allerdings kein Multitouch, so dass die Nutzer Fotos oder Internetseiten nicht mit zwei Fingern vergrößern können. Zum Verändern der Ansicht bietet das X10 nur zwei Schaltflächen.

Die Betrachtungswinkel der Anzeige fallen vergleichsweise groß aus, allerdings treten je nach Umgebungsbeleuchtung sehr schnell Spiegelungen auf dem Touchscreen auf. Bei direkter Sonnenlichteinstrahlung ist der Inhalt des Monitors nur schwer zu erkennen, Tageslicht alleine stellt kein Problem dar.

Sony Ericsson Xperia X10: Drei Tasten unterhalb des Touchscreens.

Nutzer mit einer durchschnittlich großen Hand erreichen mit dem Daumen sowohl den gesamten Touchscreen, die drei Tasten auf der Vorderseite sowie den Lautstärkeregler. Der Auslöser für die Kamera lässt sich nur bequem drücken, wenn der Fotograf das Handy waagerecht hält. Mit den Tasten an der Unterkante der Gerätevorderseite ruft der Anwender das aktuelle Programmmenü auf, gelangt direkt zum Startbildschirm und kann ins jeweils vorherige Fenster zurück kehren.

Die virtuelle Tastatur erscheint bei vielen Eingabefeldern erst nach zweimaligen Tippen. Dreht der Nutzer das X10 schaltet der Ausrichtungssensor die Ansicht und auch die Tastatur um, die so größere Druckflächen für die einzelnen Buchstaben bietet. Nach einem Tag Eingewöhung lässt sich mit den virtuellen Tasten flott schreiben und die Zahl der Vertipper verringert sich merklich.

Installierte Software: Timescape, Mediascape und der Android Market

Sony Ericsson versieht das X10 mit einer eigenen Benutzeroberfläche, deren Herzstücke die Bereiche Timescape und Mediascape sind. Unter Mediascape findet der Nutzer den Mediaplayer des Handys und hört Musik oder betrachtet Fotos und Videos.

Timescape fast alle Kontakte zusammen und bündelt neben SMS und eingehenden Anrufen auch Chats, E-Mails sowie Nachrichten von Twitter, Facebook und den VZ-Netzwerken. Auch die zuletzt aufgenommenen Fotos erscheinen hier. Auf den ersten Vorserien-Modellen des X10 die netzwelt in kurzen Tests ausprobieren konnte kam es bei der Timescape-Darstellung oft zu massiven Rucklern und Performance-Problemen. Dies hat Sony Ericsson scheinbar in den Griff bekommen - Timescape läuft nun flüssig und stellt eine gelungene Erweiterung der Android-Oberfläche dar.

Im Xperia X10 steckt ein mit einem Gigahertz getakteter Snapdragon-Prozessor von Qualcomm, der Programme prinzipiell schnell startet und auch die Bedienung sowie das gesamte Betriebssystem flüssig laufen lässt. Unverständlich - trotz ausreichender Rechenpower kommt es in augenscheinlich simplen Vorgängen, wie dem Anlegen einer neuen Adresse, ab und an zu erheblichen Verzögerungen.

Sony Ericsson Xperia X10: Vorinstallierte Android-Programme

Multimedia: Musik, Videos, Fotos und kein Radio

Songs und Filme spielt das Xperia X10 vom internen Speicher, einer eingelegten MicroSD-Speicherkarte oder auch per Stream aus dem Web ab. Eine Anwendung zum betrachten von Youtube-Videos installiert Sony Ericsson zum Beispiel bereits auf dem Handy.

Unter der Mediascape-Oberfläche sortiert das X10 Musik, Videos und Fotos in mehrere Kategorien und zeigt neben den vom Nutzer gewählten Favoriten auch die zuletzt und am häufigsten abgespielten sowie die neuesten hinzugefügten Dateien an.

Sony Ericsson Xperia X10: Timescape-Oberfläche.

Die TFT-Anzeige mit einer Auflösung von 854 x 480 Pixeln gibt Filme mit vielen Details und angenehmen Farben wieder. Der Bildschirm erreicht zwar nicht die Qualität eines AMOLED-Monitors, trotzdem bringt es Spaß sich Videos auf ihm anzuschauen. Allerdings gibt das X10 Musik und Videoton nur über einen kleinen Lautsprecher aus, der schon bei mittlerer Lautstärke scheppert und hohl klingt. Seinen Telefon-Lautsprecher nutzt das Handy bei der Multimedia-Wiedergabe nicht.

Die Digitalkamera liefert Fotos mit einer maximalen Auflösung von 8,1 Megapixeln und Videos, die eine Auflösung von 800 x 480 Pixeln erreichen. Damit füllen die selbst aufgenommenen Videos den Bildschirm des X10 nicht ganz komplett aus. Auf einem PC-Bildschirm sehen die Filme weniger schön als auf dem Handy aus. Schon bei der Betrachtung in Originalgröße fallen die wenigen Details und ungenauen Konturen auf. Die Farben wirken teilweise unecht, dafür sind die Kontraste deutlich und der automatische Weißabgleich passt die Kameraeinstellungen gut an veränderte Lichtverhältnisse an.

Sony Ericsson behauptet, dass das X10 über einen Blitz verfügt - in der Realität handelt es sich allerdings nur um eine LED-Leuchte und nicht um ein richtiges Blitzlicht. Die Bildqualität der Fotos liegt allerdings wie bei den meisten Handys deutlich unter dem Durchschnitt von kompakten Digitalkameras. Die Farben wirken zwar noch halbwegs natürlich, doch die Detailgenauigkeit ist sehr gering. Sobald sich die Lichtverhältnisse etwas verschlechtern sind die Bilder schnell unbrauchbar.

Surfen im Netz: Schnell und fast bequem

Das Xperia X10 greift sowohl per WLAN als auch über das UMTS-Netz auf das Internet zu. Hierbei unterstützt es auch die schnellen HSPA-Varianten zum Up- und Download sowie die langsameren EDGE- und GPRS-Netze. Facebook, Twitter und die VZ-Netzwerke sind standardmäßig in die Timescape-Oberfläche integriert sowie teilweise mit eigenen Widgets vertreten. Im Android Market stehen weitere Apps mit Internetzugriff bereit.

Mit dem Browser erreicht der Nutzer des X10 schnell und problemlos Internetseiten. Das Programm passt Seiten automatisch an den Bildschirm des Smartphones an und beherrscht Javascript -unterstützt jedoch kein Flash. Die Eingabe einer Internetadresse gestaltet sich unnötig kompliziert, da die virtuelle Tastatur nicht erscheint, wenn der Nutzer auf die URL-Zeile tippt. Er muss erst das Programmmenü aufrufen und dort auf "Los" klicken, um eine Domain eingeben zu können.

Sony Ericsson Xperia X10: Surfen im Breitformat.

Der Anwender kann mit dem X10 auch seine E-Mails abrufen. Die Einrichtung des Nutzerkontos gestaltet sich je nach E-Mail-Anbieter sehr leicht oder sehr kompliziert. Teilweise genügt es den Nutzernamen und das Passwort einzugeben, in anderen Fällen klappt der Zugriff trotz der manuellen Eingabe von Server, Port und Sicherheitstyp nicht. In der Quer-Ansicht verschwinden wichtige Schaltflächen, etwa zur Eingabe des Passwortes.

Fazit: Mobile Multimedia-Kommunikationszentrale

Das Sony Ericsson Xperia X10 hinterlässt unterm Strich einen gemischten Eindruck. Auf der einen Seite überzeugt es mit innovativer Software wie Timescape und Mediascape, auf der anderen Seite wirkt Sony Ericssons erster Ausflug in die Android-Welt ein wenig unbedarft. An zahlreichen Stellen benötigt die Software noch einen Feinschliff. Auch die Akkulaufzeit könnte - wie bei fast allen hochgerüsteten Smartphones - besser sein. Beim X10 erweist sich der GPS-Empfänger als großer Stromfresser. Je nach Nutzung hält der Akku mit Ach und Krach einen Tag durch oder verlangt erst nach zwei Tagen nach einer Steckdose.

Die umfangreiche Ausstattung sowie die Bedienung des Handys überzeugen, die Verarbeitung könnte etwas hochwertiger ausfallen. Dafür das Sony Ericsson das X10 auch als Multimedia-Handy versteht, fällt die Tonausgabe des einzigen Lautsprechers zu schlecht aus. Die Einbindung von Twitter. Facebook und den VZ-Seiten in die Timescape-Oberfläche bietet sich nur für einen schnellen Überblick an. Um die Meldungen komplett lesen zu können, muss der Nutzer fast immer auf den Browser zurückgreifen.

Im Internet verkaufen Händler das Xperia X10 ohne Vertrag derzeit für einen Preis rund 480 Euro. Die unverbindliche Preisempfehlung von Sony Ericsson beträgt satte 699 Euro.

Kommentare zu diesem Artikel

Sony Ericsson bringt mit dem Xperia X10 sein erstes Smartphone mit Android-Betriebssystem auf den Markt. Die extra entworfene Benutzeroberfläche soll die Bedienung erleichtern und integriert neben Musik, Videos und Fotos auch soziale Netzwerke und andere Kommunikationsmittel.

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  • germanhammer schrieb Uhr
    AW: Sony Ericsson Xperia X10 im Test: Android-Erstling

    Nur kurz zum Browser: Die Eingabe einer neuen Adresse mit dem Aufruf des Programmmenüs und dann auf "Los" klicken als unnötig kompliziert zu bezeichnen halte ich für übertrieben. Ich habe es anfangs auch nicht verstanden, aber in der Praxis geht es schneller als erwartet. Tipp: wem das trotzdem nicht gefällt, der aber ein Android Handy hat/haben will, dem kann ich Opera mini 5 als Browser empfehlen. Die Startseite mit neun Favoriten ist sehr praktisch und im Menü kann man auswählen ob man Vollbild haben möchte, oder aber die Adresszeile eingeblendet haben will, über die man dann gleich eine neue Adresse eingeben kann.
  • GreasySpoon schrieb Uhr
    AW: Sony Ericsson Xperia X10 im Test: Android-Erstling

    Ich auch...
  • Michael Knott schrieb Uhr
    AW: Sony Ericsson Xperia X10 im Test: Android-Erstling

    Schade, ich hätte mir mehr vom X10 erwartet...

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Sony Ericsson Xperia X10 im Test: Android-Erstling
Sony Ericsson Xperia X10 im Test: Android-Erstling
Riesiger Touchscreen, mobiler Internetzugriff, Einbindung sozialer Netzwerke und zum ersten Mal Android: Sony Ericsson weckt mit dem Xperia X10 große Erwartungen, die das Smartphone im Test nicht ganz erfüllen kann.
http://www.netzwelt.de/news/82396-sony-ericsson-xperia-x10-test-android-erstling.html
2010-04-09 17:22:00
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