iPad und Cloud produzieren enormen CO2-Ausstoß

Greenpeace: Mobile Online-Dienste sind Klimakiller

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat Befürchtungen geäußert, dass sich die Treibhausgasemissionen der IT-Branche bis zum Jahr 2020 dramatisch erhöhen könnten. Durch mobile Geräte wie das iPad und dem Trend zum Cloud Computing verdreifache sich der Stromverbrauch von Rechenzentren und Telekommunikationsnetzen. Das hat die Studie "Make IT Green - Cloud Computing and its Contribution to Climate Change" ergeben.

Der Grund: Mobile Geräte ermöglichen es Nutzern, räumlich und zeitlich unbegrenzt auf Online-Angebote wie YouTube oder Facebook zuzugreifen. "Online-Anwendungen werden immer vielfältiger, benötigen mehr Energie und verursachen mehr Emissionen", sagt Claudia Sprinz, Greenpeace-Specherin in Österreich. Berechnungen haben ergeben, dass der Stromverbrauch von Rechenzentren und Telekommunikationsnetzten von 623 Terawattstunden im Jahr 2007 auf rund 1.900 Terawattstunden explodieren wird. Das entspräche der Hälfte des jährlichen Gesamtverbrauchs der USA und damit auch der Verdreifachung des CO2-Ausstoßes für Kommunikationsnetze.  

Werbung

Trendwende hin zu nachhaltigen Rohstoffen gefordert

Greenpeace empfiehlt eine Trendwende hin zu nachhaltigen Rohstoffen und sieht hier eine große Chance für die Branche, indem sie eine Vorreiterrolle bei der Nutzung erneuerbarer Energien einnimmt. "Große IT-Unternehmen haben derzeit auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene eine sehr mächtige Stellung. Sie müssen Vorzeigelösungen schaffen, die ein verantwortungsvolles Wachstum ermöglichen und den Klimawandel nicht weiter beschleunigen", sagt Sprinz. Hier wäre Photovoltaik zur Stromerzeugung eine gute Alternative oder die Nutzung von Kühl-Abwärme.

Besonders scharfe Kritik übte sie an Facebook. Das soziale Netzwerk beziehe den Strom für sein Rechenzentrum in Prineville, Oregon, aus Kohlekraftwerken, mit erheblichen Konsequenzen für das Klima. Facebook dagegen betonte, dass die Server energiesparend und umweltschonend mit Frischluft gekühlt werden, wie beim Yahoo-Rechenzentrum, das von Greenpeace stark gelobt wurde. Als Vorzeigeprojekt gilt das Google-Rechenzentrum in Dallas, Oregon, das mit 50,9 Prozent den höchsten Anteil an erneuerbaren Energien in der Stromversorgung aufweisen kann.