BVDW veröffentlicht Leitfaden
Social Web: Tipps für Netzwerker
Für Freiberufler und Selbstständige gehören sie längst zum beruflichen Alltag: soziale Netzwerke, auch Social Media oder Web 2.0 genannt. Sie werden genutzt zur Kontaktpflege, zur Kundenakquise oder zur Selbstvermarktung. Inzwischen versuchen sich auch viele Unternehmen am Web 2.0, doch häufig nur sehr halbherzig und ungeschickt.

Inhaltsverzeichnis
- 1Kostenloser Leitfaden im Web
- 2Die zwölf häufigsten Fehler
- 3Image-Katastrophe: Juristische Mittel gegen Blogger
Eine gute Gelegenheit für die Gilde der Marktforscher, PR-Berater und IT-Verbände, sich mit guten Ratschlägen und hilfreichen Leitfäden hervorzutun. So hat der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) gerade einen Social Media-Leitfaden veröffentlicht.
Der BVDW bemängelt, dass vielen Unternehmen die Tragweite sozialer Plattformen nicht immer bewusst sei. Zudem würden viele Mitarbeiter oftmals "private und berufliche Informationen auf Social Media-Plattformen" vermischen. Deshalb müsse jedes Unternehmen "klare Spielregeln aufstellen".
Eben diese Spielregeln fasst der Leitfaden "10 Tipps für den geschäftlichen Umgang im Social Web" zusammen.
Kostenloser Leitfaden im Web
Für erfahrene Web-2.0-Nutzer bringen die Tipps keine großen Neuheiten, sie formulieren aber immerhin die Grundregeln für den erfolgreichen Umgang mit Social Media. So heißt es beispielsweise, dass ein Unternehmen Ziele für die Aktivitäten im sozialen Netzwerk definieren solle, Geheimnisse geheim und Interna intern bleiben müssten und die private Nutzung von sozialen Netzwerken während der Arbeitszeit eingeschränkt werden solle.
Mit Fehlern muss das Unternehmen offen umgehen und vor allem: das Engagement muss kontinuierlich sein. Denn viele begehen den Fehler, sich auf Facebook oder Twitter anzumelden, dann aber nur noch sporadisch oder in großen Abständen, Einträge zu verfassen.
Der Leitfaden ist auf der Homepage des BVDW kostenlos zum Download erhältlich. Auf der Website gibt es auch noch weitere Leitfäden zum Herunterladen.
Die zwölf häufigsten Fehler
Auch die PR-Spezialisten der Agentur PR-COM wollen sich mit guten Ratschlägen ins Gespräch bringen. Sie haben gleich zwölf Tipps parat und unter dem Titel "Kommunikation im Web 2.0: Die zwölf häufigsten Fehler der Unternehmen" veröffentlicht.
Wenngleich die PR-Spezialisten ganz ähnliche Vorschläge haben wie der BVDW, haben sie doch auch einige typische Fehler gesammelt. Einer davon: die "Me too"-Mentalität. Wenn Unternehmen also einfach nur dabei sein wollen, aber kein klares Konzept für ihre Präsenz in sozialen Netzwerken verfolgen. Außerdem fordert PR-COM klar definierte Zuständigkeiten. Nicht jeder Mitarbeiter, "der gerade nichts besseres zu tun hat", dürfe im Web 2.0 mitmischen. Vielmehr müssten Mitarbeiter bestimmt werden, die sich um die verschiedenen Plattformen kümmern.
Manche Unternehmen begehen den fatalen Fehler, dass sie ihre Aktivitäten in den Social Media als reine Werbemaßnahme betrachten. Besser ist es, diese als "zusätzliches Kommunikationsinstrument" zu nutzen und mit Werbung sehr sparsam umzugehen. Denn verkappte Werbung ist etwas, das Kunden oder andere Teilnehmer der Web-2.0-Community sehr schnell übel nehmen.
Laut PR-COM ist auch die Überadministration ein typischer Fehler. Statt lange an den einzelnen Messages in Facebook, Twitter und Co herumzufeilen und diese vorher durch lange Freigabeschleifen zu schicken, ist es besser, spontan und kreativ zu agieren. Auch Fehler sind durchaus erlaubt. Das Web 2.0 verzeiht Fehler.
Image-Katastrophe: Juristische Mittel gegen Blogger
Was Web 2.0 aber nicht verzeiht, sind Rechtsanwälte. Die PR-COM-Spezialisten raten im übrigen dringend davon ab, mit juristischen Mitteln im Web 2.0 zu agieren. Wer seinen Rechtsanwalt auf Blogger ansetzt, die sich mit kritischen Bemerkungen unbeliebt gemacht haben, "ruiniert seine Online-Reputation innerhalb von Minuten".
Auch wenn viele Unternehmen dem Phänomen der sozialen Netzwerke noch sehr zurückhaltend gegenüberstehen, ist doch die übereinstimmende Meinung aller Internet-Experten, dass diese sich auf Dauer auch bei Unternehmen durchsetzen werden. PR-COM-Geschäftsführer Alain Blaes sagt: "Für die Unternehmen wird mittelfristig kein Weg an Social Media vorbeiführen."
