Kampf um Echtzeitinformationen

Schnelle Suche: Microsoft Bing durchforstet Twitter in Echtzeit

Kurz nachdem Google seine Echtzeitsuche angekündigt hat, stellt auch Microsoft für seine Suchmaschine Bing eine Echtzeitsuche vor, die speziell auf den Microblogging-Dienst Twitter zielt. Die Suche in sozialen Netzwerken wie Twitter ist auch für Businessanwender zunehmend ein Thema. Schließlich sind viele Unternehmen in Twitter präsent. Oftmals sind die Kurznachrichten schneller als die entsprechende Neuigkeit, die erst Stunden oder gar Tage später auf der Homepage des Unternehmens erscheint. Deshalb dürfte Microsofts Ankündigung auf der Fachmesse Search Marketing Expo für Businessanwender interessant sein.

Search Marketing Expo
Auf der Search Marketing Expo in München hat Microsoft seine Twitter-Suche in Bing angekündigt.

Dabei ist täglich ein enormes Volumen zu bewältigen. Microsoft zitiert eine Zahl des Marktforschungsunternehmens Nielsen. Demnach ist allein im Februar in Deutschland die Zahl der Besucher von Twitter.cauf 2,55 Millionen gestiegen, ein Zuwachs um gut 160 Prozent seit April 2009.

Die Twitter-Suche in Bing soll zunächst die 50 Millionen neuen Tweets, die täglich gepostet werden, nahezu in Echtzeit zugänglich machen. Dazu wird der komplette Feed des Microblogging-Dienstes laufend auf die Server der Suchmaschine eingespeist - rund 600 pro Sekunde. Doch damit nicht genug. Während in Twitter die Tweets lediglich in der Reihenfolge aufgelistet werden, in der sie gepostet werden, versucht Bing die Botschaften nach Qualität und Themen zu sortieren.

Twitter
Bing sortiert die Tweets nach Qualität. Wer mehr Follower hat und öfter verlinkt wird, landet auch in der Suchmaschine weiter oben.
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Die besten Tweets landen oben

Die Startseite von Bings Twitter-Suche zeigt oben in Form einer Art Schlagwortwolke die beliebtesten Themen auf Twitter. Darunter sieht der User die beliebtesten Links zu diesen Themen. Die Links erscheinen in der Plain-Text-Form, so dass der Anwender sofort erkennt, um was es eigentlich geht. In der Bing-Suche werden zum jeweiligen Stichwort die aktuellen um Spam bereinigten Tweets angezeigt. Darunter erscheinen dann die "beliebtesten freigegebenen Links". Diese zeigen auch schon die Domain, auf die der jeweilige Tweet verweist, so dass der Anwender von vornherein die Qualität der Quelle einschätzen kann.

Die Reihenfolge, in der die Tweets aufgelistet sind, ist dabei das Ergebnis einer qualitativen Bewertung. Wer viele Tweets und viele Follower hat, landet bei den Suchergebnissen weiter oben. Der Algorithmus, der das ermöglicht, heißt bei Microsoft "Social Reputation Technology". Durch die Retweet-Funktion kann der Anwender die Tweets an die eigenen Twitter-Kontakte weiterleiten.

Die Masse der täglichen Kurznachrichten ist allerdings so groß, dass Bing diese nur sieben Tage lang im Index behält. Der Dienst wird ab 29. März freigeschaltet. Wer sich mit der Funktionsweise schon vorher vertraut machen will, kann sich ein kurzes Video ansehen (siehe Weblinks). Darin erklärt Frank Fuchs, zuständig fürs Produktmarketing von Bing, das neue Feature.

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