Die ersten Grafikkarten von Nvidia mit DirectX-11-Unterstützung

Nvidia: Vorschau auf die neuen Top-Modelle GTX 470 und 480 (Update)

Schon seit Monaten geistern Gerüchte und vermeintliche Fakten rund um die neuen Grafikkarten-Flaggschiffe von Nvidia durch das Internet. Doch langsam wird es offiziell: Die ersten beiden Grafikkarten, ausgestattet mit dem GF100-Chip, werden kommenden Samstag, dem 27. März gegen 0:01 Uhr europäischer Zeit in Boston der Öffentlichkeit präsentiert. Nvidia möchte dann endlich alle technische Spezifikationen der GeForce GTX 480 und GeForce GTX 470 enthüllen.

Direktvergleich: HD 5870 und GTX 480. Quelle: Nvidia
Direktvergleich: HD 5870 und GTX 480. Quelle: Nvidia

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Fermi-Architektur
  2. 2Übersicht Fermi-Architektur:
  3. 3Gerüchte um die technischen Merkmale
  4. 4Tabelle der inoffiziellen Merkmale:
  5. 5Fazit
  6. 6Update vom 27. März: Nvidia präsentiert die GTX 470 und 480
  7. 7Auszug aus den Benchmark-Ergebnissen. (Quelle: Nvidia)
  8. 8Tabelle der offiziellen Merkmale:

Das Update vom 27. März finden Sie am Ende des Beitrags.

Fermi-Architektur

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Seit Oktober 2009 hält ATI mit den High-End-Modellen der 5000er-Serie die Vormachtstellung auf dem Grafikkartenmarkt. Doch ab Ende März möchte Nvidia mit den Modellen GTX 470 und GTX 480 das DirectX11-Lineup der Kanadier vom Thron stürzen. Die beiden Karten basieren auf dem GF100-Chip der Fermi-Architektur und bieten neben DX11 auch Shader Modell 5.0 und OpenGL 3.2 an. Fermi ist der Nachfolger der Unified-Shader-Architektur des G80-Grafikprozessors. Entscheidende Verbesserungen sind unter anderem die Unterstützung von DirectX 11 sowie den erweiterten Anwendungsmöglichkeiten im Bereich des GPU-Computing.

Weiterhin hat Nvidia die Renderingpipeline neu organisiert. Der Grafikprozessor erhält die Befehle vom Hauptprozessor zunächst über das sogenannte Host-Interface. Die sogenannte GigaThread-Engine kopiert daraufhin die Daten aus dem Systemspeicher in den eigenen Videospeicher und teilt diese in Thread-Blöcke ein. Diese werden dann an die Shader-Cluster weitergeleitet, welche Nvidia als Streaming Multiprocessors bezeichnet. Zur Verbesserung des Grafikprozessors verfügt die Fermi-Architektur neben dem Shared Memory auch über L1- beziehungsweise L2-Cache. Jeder Shader-Cluster arbeitet mit 76 Kilobyte Cache, wobei 64 Kilobyte frei konfigurierbar sind.

Übersicht Fermi-Architektur:

Grafikchip Fertigungs-
prozess
Transis-
toren
Stream-
prozessoren
Shader-
Cluster
DirectX / OpenGL Schnitt-
stelle
GF100 40 nm 3 Mrd. 512 16 11 / 3.2 PCIe 2.0

Zusammenfassend sind die wichtigste Neuerungen der Fermi-Architektur nach Nvidia die höhere Performance der Grafikchips durch eine Optimierung auf verbaute Mehrkernprozessoren sowie eine deutlich verstärkte Schattendarstellung und Texturkompression in Spielen.

Gerüchte um die technischen Merkmale

Die GTX 470 und 480 sollen laut Andrew Fear, Produktmanager von Nvidia, am Montag dem 29. März verfügbar sein. Auf der CeBIT wurde den Journalisten erstmals ein Performancevergleich zur Radeon 5870 präsentiert, der angeblich zeigt, dass das Nvidia Produkt fast doppelt so schnell sein soll, als die im Moment schnellste, verfügbare Single-GPU aus dem Hause von AMD. Jedoch nur mit angeschalteter Tesselation. Natürlich ist der gezeigte Leistungsnachweis relativ nichtssagend. Neben einigen inoffiziellen Benchmarks im Internet ist aber auf Grund des noch ausstehenden, offiziellen Einführungstermins noch kein detaillierter Vergleich möglich.

Demnach wird die GTX 480 als direktes Gegenstück zur HD 5870 eingeführt. Laut unbestätigten Meldungen verfügt diese über einen Speichertakt von 700 Megahertz und beeindruckenden 1.536 Megabyte Arbeitsspeicher. Die 480 Shadeneinheiten sollen auf einen Takt von 1.401 Megahertz kommen. Die maximale Verlustleistung soll hier rund 300 Watt betragen. Das neue Flaggschiff wird aller Voraussicht nach für eine unverbindliche Preisempfehlung von unter 500 Dollar im Handel erscheinen.

AMDs HD 5850 wird sich der GTX 470 stellen müssen. Diese soll über einen Chiptakt von 607 Megahertz, sowie 1.280 Megabyte verfügen. Weiterhin stehen 448 Shadereinheiten, mit einem Takt von 1.215 Megahertz ganz oben auf der Gerüchteliste. Erste, ebenfalls unbestätigte Benchmarks lassen auf eine Performanceleistung von fünf bis zehn Prozent gegenüber Radeons Referenzkarte schliessen. Die unverbindliche Preisempfehlung der GTX 470 soll mit 349 Dollar leicht unter dem aktuellen Marktpreis von 280 Euro der HD 5850 liegen.

Tabelle der inoffiziellen Merkmale:

Merkmal GTX 470 GTX 480 HD 5850 HD 5870
Chiptakt 607 MHz 700 MHz 725 MHz 850 MHz
Shadertakt 1.215 MHz 1.401 MHz 725 MHz 850 MHz
Shader-Einheiten 448 480 288 320
Speichertakt 1.674 MHz 1.848 MHz 2.000 MHz 2.400 MHz
Arbeitsspeicher 1.280 MB GDDR5 1.536 MB GDDR5 1.024 MB GDDR5 1.024 MB GDDR5
Speicherinterface RAM 320 Bit 384 Bit 256 Bit 256 Bit
TDP (Thermal Design Power) 225 Watt 295 Watt 170 Watt 188 Watt
Preis 349 $ 499 $ ab 280 € ab 340 €

Fazit

Nach dem kommende Wochenende sind definitiv alle Spekulationen um die neuen Geforce-Flaggschiffe von Nvidia vorbei. Bis dahin bleiben wohl erst einmal Vermutungen und Gerüchte, die bisher leider nicht auf eine deutliche Überlegenheit der neuen 400er-Serie, gegenüber den Modellen HD 5850 oder 5870 schliessen lassen. Gerade in Punkten wie Leistungsaufnahme oder Grafikprozessortakt hätte die Spielergemeinde mehr erwartet.

Sollte es bei den knapp unter 300 Watt Leistungsaufnahme bei Last der GTX 480 bleiben, würde man sich an einer Dual-GPU, wie der Radeon HD 5970, orientieren. Diese spielt hinsichtlich der angebotenen Performance jedoch deutlich über den neuen Modellen aus Kalifornien. Es ist jedoch davon auszugehen, dass sich Nvidia nicht umsonst so viel Zeit gelassen hat, die neue Grafikkartengeneration zu präsentieren.

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