Anbieter zieht nach Hongkong um

China: Google wehrt sich gegen Web-Zensur (Update)

Mit der Verlagerung seiner Suchmaschine von China nach Hongkong entgeht Google der Filterung von Inhalten im Reich der Mitte. Doch die Machthaber in Peking reagieren empört - und übernehmen die Zensur von kritischen Inhalten jetzt selbst.

Google Hongkong
Geht der Zensur aus dem Weg: Google reicht Suchanfragen aus China nach Hongkong weiter. Bild: Screenshot

Inhaltsverzeichnis

  1. 1China reagiert empört
  2. 2Hacker-Attacke auf Google-Dienste
  3. 3Microsoft mit Bing bisher erfolglos
  4. 4Update vom 24. März: China blockt weiterhin kritische Suchanfragen

Das Update vom 24. März "China blockt weiterhin kritische Suchanfragen" finden Sie am Ende des Beitrags.

Der Suchmaschinenanbieter Google hat den Streit mit Chinas Regierung um die Blockierung von Internet-Inhalten im Reich der Mitte erneut entfacht. Am Montag verlagerte Google seine Suchtechnologie von China nach Hongkong, um der Zensur der Machthaber in Peking zu entgehen.

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Wer aktuell die Webseite google.cn in die Adresszeile des Web-Browsers eintippt, wird auf die Suchmaschinenversion für Hongkong google.com.hk umgeleitet. Dort sind die Suchdienste Google Search, Google News und Google Bilder ungefiltert nutzbar. Im Internet veröffentlichte Google außerdem eine Liste mit Diensten, die vom chinesischen Festland aus erreichbar sind. Mit dem Umzug entzieht sich das Unternehmen einer Kontrolle durch die chinesische Regierung, die brisante politische Inhalte bislang heraus filterte und damit den freien Zugang zu Informationen blockierte. Nach Ansicht von Google ist die Lösung legal.

China reagiert empört

Mit Googles Schachzug hatten Chinas Machthaber offensichtlich nicht gerechnet. Goggle hätte "sein Versprechen gebrochen", reagierte ein nicht näher genannter Regierungsvertreter am Dienstagmorgen laut der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua auf die Maßnahme des Suchmaschinenunternehmens. Das sei "vollkommen falsch", sagte er nach Angaben von Xinhua weiter.

Die Reaktion Chinas ist nicht verwunderlich. Noch vor rund zwei Wochen hatte Peking sein Vorgehen in Sachen Internet-Zensur erneut bekräftigt und mit Konsequenzen gedroht, falls Google die Filterung von Suchergebnissen umgehe. Durch die Zensur von Internet-Inhalten sind bestimmte Informationen zu Tibet oder zu den Protesten am Platz des Himmlischen Friedens per Google in China nicht mehr abrufbar gewesen.

Hacker-Attacke auf Google-Dienste

In einem neuen Blog-Eintrag zu dem Thema von Montagabend, überschrieben mit "Eine neue Annäherung an China: ein Update", erklärte Google die Hintergründe für die Entscheidung. Dort wies Google-Manager David Drummond erneut auf die Hacker-Angriffe auf das Unternehmen und angeblich zwanzig weitere US-Firmen vom Dezember letzten Jahres hin, die nach Ansicht des Suchmaschinenanbieters von China aus durchgeführt wurden. Opfer der Spähattacke war damals unter anderem Googles E-Mail-Dienst.

Zusammen mit weiteren Versuchen der chinesischen Machthaber im letzten Jahr, den freien Zugang zu Web-Informationen zu blockieren, hätte Google den Entschluss gefasst, Suchergebnisse auf google.cn nicht weiter zu zensieren, teilte Drummond weiter mit. Der Google-Manager bezog sich dabei auch auf Webseiten wie Facebook, Twitter, Youtube, Google Docs und Blog-Inhalte, die China zensiere. Gleichzeitig machte Drummond klar, dass Google jederzeit wisse, dass China den Zugang zu den Diensten des Suchmaschinenanbieters auf google.com.hk blockieren könne.

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Beiträgeinsgesamt 7 Beiträge

Leider wird der Nachholbedarf, v.a. im Schlüsselbereich Wirtschaft, auf eine inakzeptabel korrupte und wettbewerbsverzerrende Art und Weise praktiziert. Wir werden uns noch wundern, wie es in den nächsten ein, zwei...

Natürlich hat China noch viel nachholbedarf. Aber diese Dinge passieren in den meisten Entwicklungs- und Schwellenländern. In China mit seinen 1,3 Milliarden Einwohnern halt öfters als in kleineren Ländern.

Es geht mir auch nicht allein um die Hinrichtungen. Die ewige Kopiererei und Imitierung sämtlicher Produkte, die Politik, die für meinen Geschmack zu sehr auf Wirtschaft ausgerichtete Mentalität, die Luft-...

Gegen wen würde China seine Atombomben denn einsetzen? Immerhin ist das Land seit fast 50 Jahren Atommacht ohne damit je einen Feind bedroht zu haben. Was man von den Amerikanern nicht gerade behaupten kann...

Hm... Ich weiß nicht - wo ist der Unterschied? Beide würden ihre Atomwaffen einsetzen, beide verhalten sich in vielerlei Hinsicht korrupt, beide mißachten die Menschenwürde. Allerdings hat China die...

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