3D-Effekt ohne Brille: 27-Zoll-LED von Sunny Ocean Studios
Herstellung der Einzelbilder
Die eigentliche Herausforderung für die Hersteller von 3D-Monitoren besteht darin, aus einem Bildpaar die nötigen Zwischenbilder für die anderen Blickwinkel zu errechnen. Dafür ist so große Rechenleistung erforderlich, dass das im Moment nicht in Echtzeit geschehen kann. Sunny Ocean Studios hat einen proprietären Algorithmus entwickelt, mit dessen Hilfe zwei eingegebene Bilder so umgerechnet werden, dass daraus Material für bis zu 64 Blickwinkel des 3D-iMac entsteht.
Sofern die 3D-Inhalte also im speziellen Format vorliegen, kann der 3D-iMac daraus räumliche Bilder erzeugen. Die Vorsatz-Optik auf der Vorderseite des Displays sorgt dafür, dass die Einzelbilder in leicht unterschiedliche Winkel projiziert werden. Selbst wenn nur fünf Zonen dabei bedient werden, entsteht durch die Überschneidung der ausgestrahlten Einzelbilder aus der linken und rechten Seite jeweils eine große Zahl weiterer Blickwinkel.
Maximale Entfernung und Schnittstellen
Genau diese überschneidenden Viewing Zones sind es, die einen guten von einem schlechten 3D-Monitor unterscheiden. Nicht nur in der ersten Reihe möchten Zuschauer dreidimensionales Vergnügen genießen, sondern auch in beliebiger Entfernung das ist nur möglich, wenn sich möglichst viele Einzelbilder im Raum möglichst oft überschneiden. Die Illustration zeigt, wie sich die einzelnen Bereiche kreuzen.
Entfernung zum Bildschirm ist beliebig (Grafik: Sunny Ocean Studios)
Der 3D-iMac von Sunny Ocean Studios erzeugt 64 einzelne 3D-Bilder beziehungsweise Bildpaare. Damit ergeben sich insgesamt bis zu 2.016 stereoskopische Bildpaare, die sichtbar sind. Da sich diese Paare im Raum weiter überschneiden, kann die Entfernung zum Bildschirm praktisch beliebig sein. Im Live-Test auf der CeBIT wurde das Bild bei einer Entfernung über zehn Metern lediglich an manchen Stellen unscharf.
Besonders wichtig ist, was den Zuschauer in den "toten" Bereichen des Bildschirms erwartet. Genau dort, wo sich zwei Blickwinkel schneiden oder bei zu naher Betrachtung am Gerät gibt es bei herkömmlichen 3D-Monitoren mit bis zu zwölf Bildpaaren Bereiche, in denen kein 3D-Effekt sichtbar ist. Mit steigender Anzahl der stereoskopischen Bildpaare verringern sich diese aber immer weiter: So beträgt beim 3D-iMac die der sogenannte Slice, der Schnittbereich zweier Bilder, nur elf Millimeter. Da das weniger als der eigentliche Abstand der menschlichen Augen ist, ist praktisch kein verschwommenes Bild oder gar Ruckeln beim Bewegen vor dem Monitor sichtbar.
Fazit: Vielversprechender Ausblick
Grundsätzlich ist 3D ohne Brille schon möglich wird aber wohl erst in einigen Jahren zur Marktreife gewachsen sein. Die Qualität des 3D-Genuss steht und fällt damit, dass auf dem Monitor oder der Leinwand im Kino möglichst viele Bilder in unterschiedliche Winkel abgestrahlt werden, damit Betrachter sich ohne Ruckeln bewegen und eine beliebige Sitzposition einnehmen können.
Mit 64 Viewing Zones zeigte der 3D-iMac von Sunny Ocean Studios eine beeindruckende Tiefe. Praktisch ist dabei, dass mit dem Gerät auch normale 2D-Inhalte abgespielt werden können der Kunde muss nur die Aufsatzscheibe abmontieren. Mit einem Sitzabstand von zwei bis acht Metern ist das 3D-Vergnügen ordentlich, auch wenn kaum Inhalte im Sunny-Ocean-Format aufbereitet wurden und am Markt verfügbar sind.
