Routenplaner für das Fahrrad: Naviki im Test
GPS-Daten exportieren
Nach der Berechnung einer Route stehen auch sofort die GPS-Daten für die gesamte Route bereit. Diese kann der Nutzer in drei verschiedenen Formaten herunterladen: Wer sich die Route in Google Earth ansehen möchte, lädt sich die KML-Datei herunter. Herkömmliche Navigationsgeräte verwenden oftmals das GPX-Format, das ebenfalls zum Herunterladen bereit steht. Kartensoftware für den PC wie etwa die "Top 50 Karten" unterstützen hingegen das Overlay-Format OVL.
Außerdem steht für jede berechnete Route bei Naviki auch eine Druckansicht bereit. Diese zeigt nicht wie üblich eine Gesamtansicht der Route und eine Beschreibung. Vielmehr zeigt Naviki eine Tabelle mit allen wichtigen Abzweigungen mit je einem Kartenausschnitt mit Richtungsangabe an. Längere Routen erfordern bei dieser Variante allerdings viel Papier.
Kombiniertes Kartenmaterial
Als Standard-Kartenmaterial verwendet Naviki die Gelände-Darstellung von Google Maps, setzt aber ein eigenes Straßen- und Wegenetz oben drauf. Dieses Netz besteht aus für Radfahrer geeignete Wege und markiert künftig auch Straßen mit Radwegen. Das zusätzliche Material besteht aus selbst erhobenen Daten und Teilen von OpenStreetMap.
Das Netz von Google Maps kann der Anwender auch auf die normale Kartendarstellung, Satellitenbilder oder Hybrid umschalten. Weiter stehen für den Nutzer über ein Menü in der Karte auch das Kartenmaterial von OpenStreetMap und den ebenfalls kostenlosen Ableger OpenCycleMap zum Abruf bereit.
Insider-Wege durch Mithilfe
Das Naviki-eigene Straßennetz besteht derzeit noch zu großen Teilen aus Daten aus OpenStreetMap. Durch eine starke Community will Naviki künftig das Netz mithilfe der Nutzer ausbauen. So sollen insbesondere Fahrrad-taugliche Straßen und Wege gekennzeichnet werden. Die Entwickler hoffen zudem auf viele Insider-Tipps der Radler.
Nach einer Registrierung können Nutzer der Webseite eigene Strecken erstellen und als Touren einstellen. Dies geschieht ausschließlich über GPS-Daten, die die Anwender mit einem GPS-Empfänger während der Fahrt aufnehmen und die Daten dann bei Naviki hochladen. Eine Eingabe über die Karte der Webseite ist derzeit nicht möglich.
iPhone- und Android-App in Planung
Im April 2010 wird Naviki außerdem eine Anwendung für das iPhone sowie Android-Mobiltelefone veröffentlichen. Diese soll einerseits das GPS-Tracking erleichtern, andererseits auch die mobile Fahrrad-Navigation ermöglichen. So werden Nutzer zukünftig nicht mehr auf den Computer angewiesen sein, um eine Radstrecke berechnen zu lassen.
Die einzelnen Nutzer-Routen sind ebenfalls über eine Umkreissuche abrufbar und können gut als Vorschläge für die nächste Radtour verwendet werden. Derzeit sind allerdings nur sehr wenige Routen eingetragen. Die Routen der Nutzer fasst das System zur besseren Erfassung automatisch zusammen und speist sie in das eigene Streckennetz ein.
Fazit: Junger Routenplaner mit viel Pontenzial
Naviki ist einer der ersten Fahrrad-Routenplaner für Deutschland, der neben von Nutzern eingestellten Touren auch von einem Start- zu einem Zielpunkt eine geeignete Route berechnen kann. Die Navigation berücksichtigt stark befahrene Straßen und ist auf die Benutzung mit dem Fahrrad optimiert.
Das eigene Streckennetz ist noch nicht vollständig erfasst, sollte aber mit Erscheinen der iPhone- und Android-Apps und einer Vergrößerung der Community schnell verbessert werden. Das junge Naviki-Portal zeigt großes Potenzial, zu einer erfolgreichen kostenlosen Navigationslösung für Radfahrer zu werden.
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