Tausende Kundensätze auf dem Schwarzmarkt
Sicherheit: Datenleck bei Arcor und Unitymedia
Medienberichten zufolge sind Daten von Telekom-Konkurrenten auf dem Schwarzmarkt aufgetaucht. Betroffen von dem Sicherheitsleck sind die Vodafone-Tochter Arcor und der Kabelnetzbetreiber Unitymedia. Insgesamt sollen 200.000 Datensätze im Umlauf sein.
Kundeninformationen von verschiedenen Telekommunikations- und Kabelnetzanbietern sind einen Bericht des Wirtschaftsmagazins Capital zufolge in die Öffentlichkeit gelangt. Das Blatt beruft sich dabei auf Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Bonn.
Laut dem Magazin sind unter anderem Daten der Vodafone-Tocher Arcor und des Kabelnetzbetreibers Unitymedia betroffen. Im Falle von Arcor seien die Informationen über Callcenter-Betreiber in die Öffentlichkeit gelangt, berichtet Capital. Insgesamt 5.000 Datensätze von Arcor seien im Umlauf.
Datensätze stammen offenbar aus dem Jahr 2000
Sie enthielten Informationen zu Namen, Adressen und Telefonnummern, aber keine Kontodaten von Arcor-Kunden, schreibt das Wirtschaftsmagazin. Wie viele Datensätze von Unitymedia auf dem Schwarzmarkt kursieren, ist dem Bericht zufolge nicht bekannt. Die Bonner Ermittler gehen laut Capital davon aus, dass insgesamt 200.000 Datensätze von Telekom-Konkurrenten aus dem Jahr 2000 von dem Leck betroffen sind.
Dem Bericht zufolge entdeckte die Deutsche Telekom das Datenleck: Capital schreibt, dass dem rosa Riesen einige Datensätze zur Prüfung von den Bonner Ermittlern weitergeleitet worden seien, in denen der Konzern auch Informationen über Kunden der Konkurrenz gefunden habe.
Provider war Leck schon länger bekannt
Damit habe die Staatsanwaltschaft laut Capital aber nicht gerechnet. Dem Magazin sagte der ermittelnde Oberstaatsanwalt Fred Apostel, dass die Ermittler davon ausgegangen seien, dass es sich nur um Daten der Telekom handelt.
Vodafone ist das Datenleck dem Bericht zufolge schon seit November letzten Jahres bekannt. Allerdings konnte der Provider die Datensätze bislang nicht überprüfen, da die Ermittler die Informationen nicht weitergeleitet hätten, berichtet Capital. Nach Angaben des Wirtschaftsmagazins konnte das Unternehmen betroffene Kunden dementsprechend auch nicht über das aufgetretende Sicherheitsleck in Kenntnis setzen.

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