Apple TV im Test: Media-Center für das Wohnzimmer
Synchronisation mit iTunes-Inhalten
Apple TVs erscheinen in iTunes ähnlich wie iPhones oder iPods als eigenes Gerät, für das über die jeweiligen Karteireiter die Synchronisierung von Musik, Filmen, Podcasts oder anderen Inhalten geregelt wird. Apple TV funktioniert nicht nur mit einer einzigen iTunes-Bibliothek, sondern speist sich aus bis zu fünf Computern gleichzeitig. Das ist sinnvoll, wenn Apple TV als zentraler Media-Center zum Beispiel für mehrere Familienmitglieder genutzt wird.
Die jeweiligen Quell-Geräte erscheinen auf der Benutzeroberfläche unter Quellen. Ansonsten gelangt man zu den jeweiligen Inhalten über die entsprechenden Kategorien für Filme, Musik oder Podcasts und weitere. Grundsätzlich haben die Anwender die Qual der Wahl: Apple TV kann Inhalte, die in iTunes auf dem PC oder Mac verfügbar sind, direkt ohne Synchronisierung abspielen also direkt über das Netzwerk streamen. Bei einem langsamen WLAN-Netz (802.11b) funktioniert das aber nicht. Besser ist es, alle Dateien direkt auf dem Apple TV abzulegen iTunes kopiert die gesamte Bibliothek bei Bedarf auf die lokale Festplatte des Media-Center.
Dabei dürfte der Platz dort schnell knapp werden, wenn Apple TV mit mehreren Computern verwendet wird. Sehr angenehm dagegen ist, dass sowohl bei der synchronisierten als auch in Echtzeit übertragenen Inhalten iTunes die letzte Abspielposition merkt. Damit können Anwender zum Beispiel im Zug einen Film auf dem MacBook ansehen, zu Hause dieses kurz mit Apple TV abgleichen und dann an der letzten Stelle direkt im Wohnzimmer fortfahren.
Filme aus dem iTunes-Store ausleihen
Bisher ist Apple TV einfach nur ein solider Media-Center, das sich gut mit iTunes synchronisieren lässt. Die wahre Stärke des Geräts liegt aber darin, dass direkt vom Apple TV aus Inhalte über das Internet im iTunes-Store gekauft werden können. Mittels Apple TV lassen sich viele aktuelle und ältere Kinofilme in High Definition für 3,99 Euro ausleihen. Damit ist der Kunde berechtigt, einen Film innerhalb der kommenden 30 Tage abzuspielen.
Sobald die Wiedergabe begonnen hat, muss diese aber innerhalb von 24 Stunden abgeschlossen sein danach löscht das Apple-DRM den Film wieder, der nur ausgeliehen ist. Wer auf die hohe Auflösung verzichten kann, kommt schon ab 2,99 Euro Leihgebühr in den Genuss eines Films in Standardauflösung. Sehr angenehm ist, dass die Wiedergabe eines gekauften oder geliehenen Films schon nach wenigen Sekunden beginnt sofern die Internetanbindung die Daten schneller laden kann, was bei gängigen DSL-Anschlüssen ab 1MBit/s der Fall ist.
Aus dem Musik-Bereich lässt sich wie gewohnt die gesamte Mediathek durchsuchen nach Genre, Künstler, Album oder Titel. Dabei ist allerdings die Eingabe von Text über die Apple Remote recht umständlich. Musik, die über Apple TV gekauft wurde, erscheint direkt in der iTunes-Mediathek auf dem Rechner und kann von dort aus beispielsweise auch auf einen iPod übertragen werden. Die Preise sind für Musik überall identisch, egal ob diese mittels Apple TV, in der iTunes-Software oder auch über eine iPhone gekauft werden. Ein Titel beginnt bei 99 Cent.
Besondere Medien-Angebote und Bildfunktionen
Auch andere Inhalte kann Apple TV wiedergeben: Neben Kinofilmen gibt es viele bekannte Serien dort schon einen Tag nach der öffentlichen Ausstrahlung. Die Spanne reicht dabei von Model-Castings, über Talkshows bis zu den bekannten US-Krimiserien. Ein spezieller "Staffelpass" berechtigt den Käufer zum Ansehen aller Folgen, die komplett ohne Werbung ausgestrahlt werden und zeitlich unbegrenzt zur Verfügung stehen. Wie vom iPhone bekannt, gibt es auch auf Apple TV eine Schnittstelle zu YouTube dort lassen sich Videos direkt suchen und abspielen. Eine Reihe von frei verfügbaren Radiosendern kann der Anwender ebenfalls über das Internet empfangen.
Interessant gestaltet ist auch die Anzeige von Fotos: Wer in iPhoto Ereignisse definiert hat, kann sich auf Apple TV direkt die Bilder zur jeweiligen Auswahl anzeigen. Ähnlich wie auf dem Mac versucht Apple TV dabei zu erkennen, welche Gesichter zusammengehören. Über die Funktion "Gesichter" kommt man so an eine Übersicht aller Bilder zu einer jeweiligen Person. Dabei funktionierte im Test die Erkennung nicht immer perfekt: Manchmal erkannte Apple TV die selbe Person aus zwei Bildern nicht, gelegentlich hält die Software ähnliche Menschen offenbar für optische Zwillinge.
Fazit: Solides Media-Center ohne TV
Im Test gab Apple TV ein durchweg solides Bild ab: Das Gerät ist derzeit einer der besten Media-Center, die es auf dem Markt gibt. Für einen stattlichen Preis bekommen Kunden ein ordentliches Gerät, das ganz und gar auf die Anforderungen im heimischen Wohnzimmer zugeschnitten wurde. Dabei merkt der Nutzer nicht, dass es sich im Grunde um einen vollen Computer handelt.
Der Name Apple TV ist aber etwas irreführend: Das Gerät hat keinen direkten Eingang für Antennen-TV oder digitales Fernsehen. Im iTunes-Store gibt es viele Serien und Filme, die ausgeliehen oder gekauft werden können. Dabei ist praktisch, dass noch vor dem vollständigen Download die Wiedergabe von Filmen beginnen kann. Wer ein solides Media-Center mit ausgewogenem Konzept sucht, kann bei Apple TV über die kleinen Macken wie die Beschränkung auf HDMI hinwegsehen.
Weitere Informationen
Die hier getestete Generation des Apple TV ist mittlerweile veraltet. Apple hat zusammen mit der dritten Generation des iPad auch ein neues Apple TV vorgestellt, das vor allem durch seine HD-Unterstützung und die Anbindung an die iCloud überzeugt. Auch iTunes Match ist verfügbar. Noch mehr Informationen zum Apple TV gibt es auf einer Themenseite direkt hier auf netzwelt.
Weitere Informationen
Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir folgende redaktionelle Übersichten erstellt: Apple iPhone, Apple iTunes und Apple TV.
