Apples kleiner HTPC im Praxistest

Apple TV im Test: Media-Center für das Wohnzimmer

Apple TV im Test: Media-Center für das Wohnzimmer Mit steigender Verbreitung schneller DSL-Anschlüsse wird es attraktiv, Filme nicht mehr als DVD im Laden zu kaufen, sondern direkt aus dem Netz herunterzuladen. Auch normales Fernsehprogramm lässt sich über das Internet mittlerweile recht passabel übertragen. Die einzige Hürde dabei ist, dass webbasierte Dienste für die Unterhaltung im Wohnzimmer meist für den PC konzipiert sind.

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Inhaltsverzeichnis

  1. 1Kleiner Mac im Wohnzimmer
  2. 2Technische Daten und verfügbare Anschlüsse zu TV und Computer
  3. 3Unterstützte Dateiformate für Bild, Musik und Film
  4. 4Infrarot-Fernbedienung steuert Front Row
  5. 5Synchronisation mit iTunes-Inhalten
  6. 6Filme aus dem iTunes-Store ausleihen
  7. 7Besondere Medien-Angebote und Bildfunktionen
  8. 8Fazit: Solides Media-Center ohne TV
  9. 9Weitere Informationen

Wer Filme und andere Inhalte auf seinen normalen Fernseher bringen möchte, muss dazu einiges anstellen. Sogenannte Media-Center versprechen seit Jahren, vom PC aus eine bequeme Oberfläche für Videos, Audio und Bilder anzubieten. Aus dem Windows-Lager kommen dafür die Media-Center-Editionen von Microsoft Windows. Auch unter Linux gibt es zahlreiche Oberflächen, zum Beispiel das Programm MythTV. Auf Computern mit MacOS X nennt sich das Pendant Front Row.

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Kleiner Mac im Wohnzimmer

Der Haken dabei: Wer seinen PC an den Fernseher anschließen möchte, muss sich nicht nur mit den zahlreichen Standards der Anschlüsse und Kabel beschäftigen. Im schlimmsten Fall steht nach erfolgreicher Konfiguration dann auch eine Kiste im Wohnzimmer, die sich kaum verstecken lässt und viel Strom verbraucht – und dabei Rechenleistung verschwendet.

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Apple TV

Schmaler und unauffällig, trotzdem ein echter HTPC: Apple TV. (Bild: Hersteller)

Genau hier setzt Apple mit dem TV an: Die kleine Box kommt in klassischer Metall-Optik daher. Sie ist praktisch ein speziell angepasster kleiner Mac-Computer, der laut Apple speziell auf die Bedürfnisse im Wohnzimmer zugeschnitten ist. Der erste Eindruck ist gut: Die Box sieht, wie von Apple gewohnt, sehr schön aus. Mit 2,8 Zentimeter Höhe und knapp 2,0 Zentimetern Breite ist das Gerät angenehm klein und passt neben jede Settop-Box.

Technische Daten und verfügbare Anschlüsse zu TV und Computer

Den Apple TV gibt es nur in einer Konfiguration: Für 269 Euro bekommt der Kunde ein Media-Center mit einem Intel-Core-Prozessor und einer 160 GB Festplatte. Das reicht für etwa 200 Stunden Filme oder für über 35.000 Musiktitel. Im Lieferumfang enthalten sind neben dem Apple TV selbst nur ein Stromkabel und die Infrarot-Fernbedienung, die Apple Remote. Ein separates Netzteil ist nicht nötig – das steckt bereits im Gerät und liefert 48 Watt. Damit sparen Kunden im Wohnzimmer ein wenig Platz verglichen mit anderen Media-Centern.

Apple TV

Schön anzusehen, wie fast alles von Apple: Auch das Netzteil steckt bereits in der Box. (Bild: Hersteller)

Der Apple TV wird mit dem Fernseher über ein HDMI-Kabel verbunden. Als Alternative bietet der Hersteller nur einen Videokomponenten-Ausgang an. Für DVI gibt es einen Adapter von Drittanbietern, da HDMI und DVI zueinander kompatibel sind. Für die Audio-Ausgabe gibt es einen analogen Cinch-Stecker und einen optischen Ausgang. Anschluss an den großen Computer findet Apple TV über einen Netzwerkanschluss oder WLAN nach den 802.11n-Standard. Auch ältere b/g-Netze funktionieren.

Unterstützte Dateiformate für Bild, Musik und Film

Zwar liefert Apple keine Anschlusskabel mit Apple TV aus, dafür unterstützt das Gerät selbst eine Fülle von Dateitypen: Zunächst kann Apple TV Bilder in den Formaten JPEG, BMP, GIF, PNG und TIFF anzeigen. Wer etwas mehr Bewegung sehen möchte, kann QuickTime- und MP4/M4V-Dateien abspielen. Zu den unterstützten Kodierungen gehört H.264 sowie dessen Pendant aus dem Apple iTunes-Store mit DRM-Schutz. Akustische Unterhaltung kommt als MP3-, WAV-, AAC- oder AIFF-Datei auf das Gerät. Um hochauflösende Medien wiederzugeben, lassen sich Fernseher aller gängigen Hersteller nach den HD-Standards anschließen: Die Ausgabe erfolgt in 1080p/1080i mit 60/50 Hz, in 720p mit 60/50 Hz, in 576p mit 50 Hz (PAL-Format) oder in 480p mit 60 Hz.

Infrarot-Fernbedienung steuert Front Row

Die Bedienung von Apple TV erfolgt ausschließlich über die mitgelieferte Infrarot-Fernbedienung. Altgediente MacBook-Nutzer kennen diese noch von älteren Ausgaben, bei aktuellen Notebooks wird sie dagegen nicht mehr mitgeliefert. Nach dem ersten Start des Apple TV stoßen Anwender auf eine Besonderheit: Es gibt keinen wirklichen Ein-/Aus-Schalter. Sobald das Gerät an der Steckdose hängt, läuft es – praktisch befindet sich Apple TV damit im Dauer-Stand-By. Aus ökologischen Gesichtspunkten sollte der Hersteller hier nachbessern und einen richtigen Netzschalter einbauen.

Apple TV

Übersichtlich: Die Bedienung wirft kaum Fragen auf.

Ansonsten ähneln die Bedienelemente sehr stark Front Row: Die Grundfarbe ist Schwarz mit heller Schrift. Der Kontrast ist sehr angenehm und kommt auch in hellen Räumen gut auf dem Bildschirm an. Bei Inbetriebnahme führt ein verständlicher Assistent durch die Grundeinstellungen: Zunächst gibt der Anwender die Netzwerkeinstellungen ein, entweder die WLAN-Zugangsdaten oder die LAN-Einstellungen.

Danach wird Apple TV das erste Mal mit iTunes auf Windows oder MacOS X verbunden. Dazu erkennt iTunes mittels Bonjour (sofern nicht deaktiviert) automatisch neue Apple-TV-Geräte im lokalen Netzwerk. Apple TV zeigt einen Sicherheitsschlüssel an, der auch in iTunes eingegeben werden muss. Wer sich dabei nicht vertippt, hat nach weniger als zwei Minuten ein funktionierendes Media-Center im Wohnzimmer mit Verbindung zum klassischen Computer.