Anonym durchs Web: Surfen ohne Hindernisse

Anonymizer auch für Smartphones

Viele Anwender suchen eine einfache Lösung, mit der sie ohne großen technischen Aufwand anonym surfen können. Eine sichere Alternative bietet der kostenpflichtige Dienst Anonymizer. Die Software ist mit 79,99 Euro im Jahr noch recht erschwinglich.

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Anonymizer funktioniert anders als TOR oder JAP: Zunächst stellt der Anwender eine Verbindung zu einem zentralen Server her. Dazu wird ein VPN-Tunnel verwendet, der auch in vielen Unternehmen genutzt wird, um Mitarbeiter im Außendienst auf zentrale Daten zugreifen zu lassen. Die Technik verschlüsselt den übertragenen Datenverkehr. Sobald die Anfrage auf dem Anonymizer-Server landet, wird sie weiter über ein Netzwerk aus Proxys umgeleitet und erst dann zum Ziel durchgelassen.

Der entscheidende Vorteil liegt im VPN-Tunnel für die erste Strecke. Die Einrichtung auf allen gängigen Betriebssystemen ist einfach, sogar mit dem Smartphone können Kunden dann anonym surfen. Das iPhone kommt z.B. ohne zusätzliche Programme mit VPN-Netzwerken zurecht. Weiterhin ermöglicht VPN den Transfer vollkommen beliebiger Daten - das verwendete Protokoll schränkt die Nutzer nicht ein.

Das zahlt sich aus, wenn Anwender auch exotische Instant-Messaging-Dienste anonymisieren möchten, die meist über eigene Protokolle laufen und exotische Ports verwenden. Da Anonymizer sich direkt in die VPN-Unterstützung im Betriebssystem einklinkt, kommt es auch mit Programmen zurecht, in denen sich kein Proxy für den Datenverkehr eintragen lässt.

Zugang zu sozialen Netzwerken

Einige Anwender haben auch das Bedürfnis, sich innerhalb sozialer Netzwerke anonym zu bewegen. Dabei sollten sie zunächst die Einstellungen zur Privatsphäre überprüfen, damit nicht unnötig Daten im öffentlichen Profil freigegeben werden. Danach sollten regelmäßig alle Cookies gelöscht werden, da Facebook & Co auch immer mehr Werbeaktionen betreiben.

Oft möchte man auch nur einen kurzen Blick in soziale Netzwerke werfen, um dort z.B. als Arbeitgeber potentielle Bewerber zu überprüfen. Dafür eignen sich Dummy-Accounts: Am besten legen Surfer zunächst eine Mail-Adresse bei einem kostenlosen Provider für den bekannten Max Mustermann an. Danach kann das neue Postfach verwendet werden, um sich auch bei Facebook & Co einen Account zu registrieren. Dabei ist jedoch Vorsicht geboten: Einige soziale Netzwerke sperren Besucher aus, deren Daten offensichtlich falsch sind. Im Test hatte Xing nach weniger als vier Stunden den Zugang für Max Mustermann aus Musterhausen wieder gesperrt.

Kurzer Blick in registrierungspflichtige Seiten

Wer nur einen kurzen Blick auf Seiten werfen möchte, die eine Registrierung erfordern, kann ein Benutzername und Password des Anbieters BugMeNot verwenden. Die Webseite enthält tausende gültige Zugänge für registrierungspflichtige Seiten. Nach einem Ampel-System zeigt eine grüne oder rote Lampe an, ob der jeweilige Zugang noch funktioniert oder nicht. Nett ist, dass BugMeNot direkt aus dem Firefox-Browser über ein Plugin genutzt werden kann.

Wegwerf-Mailadressen

Nutzer, die konsequent nur anonyme Mail-Adresse verwenden, bleiben im Web völlig unerkannt. Der beste Dienst für diesen Zweck ist Mailinator. Ohne sich den Betreiber überhaupt angesehen zu haben, können Surfer beliebige E-Mail-Adresse mit @mailnator.com oder @sogetthis.com verwenden.

Im Test funktionierte es tatsächlich, dass die E-Mail-Adressen ohne Registrierung sofort funktionieren. Sobald eine E-Mail an ein Postfach gesendet wird, das noch nicht existiert, legt Mailinator dieses sofort an. Auf der Webseite des Betreibers muss man lediglich die E-Mail-Adresse angeben, die abgefragt werden soll. Zwar kann jedermann ohne Passwort auf das Postfach zugreifen, was aber gerade den Komfort des Dienstes darstellt. Wer die Website von Mailinator überhaupt nicht besuchen möchte, kan die E-Mails im anonymen Postfach auch als RSS-/Atom-Feed abonnieren. Mailnator eignet sich damit v.a. für die Abfrage kurzer Registrierungs-E-Mails.

Fazit: Anonym surfen ist kein Hexenwerk

Mit den bekannten Diensten JAP und TOR ist anonymes Surfen schon recht einfach möglich. Richtig zuverlässig und noch sicherer wird es aber erst, wenn der Datenverkehr über eine verschlüsselte VPN-Verbindung umgeleitet wird. Daneben helfen Dienste wie BugMeNot oder Mailnator dabei, die lästige Registrierung auf einigen Seiten zu umgehen oder die private Mail-Adresse geheim zu halten.