Unerkannt im Internet bewegen
Anonym durchs Web: Surfen ohne Hindernisse
Nicht erst seit der breiten öffentlichen Diskussion um die Speicherung von IP-Adressen dürfte jedem Menschen klar sein, dass er beim Surfen im Internet Spuren hinterlässt. Dazu gehört hauptsächlich seine IP-Adresse, mit der er auf jeder besuchten Seite einen deutlichen Fingerabdruck abgibt. Aber auch aus den Browser-Daten und anderen Informationen wie Cookies lassen sich viele Rückschlüsse auf die Person vor dem Rechner ziehen.
Inhaltsverzeichnis
- 1Websperren des Gesetzgebers
- 2Anonym mit dem Proxy von TOR
- 3Java Anon Proxy aus Deutschland
- 4Anonymizer auch für Smartphones
- 5Zugang zu sozialen Netzwerken
- 6Kurzer Blick in registrierungspflichtige Seiten
- 7Wegwerf-Mailadressen
- 8Fazit: Anonym surfen ist kein Hexenwerk
Grundsätzlich gibt es Dienste zur Verschleierung der IP-Adresse schon seit Jahren, in den vergangenen Monaten hat sich aber viel verändert. Wer bei der Nutzung von Facebook und anderen sozialen Netzwerken ebenfalls halbwegs sicher bleiben will, muss dabei einige Dinge beachten. Schlussendlich helfen Programme zum anonymen Surfen auch dabei, die Websperren des Gesetzgebers zu umgehen - egal ob diese angewendet werden oder nicht.
Websperren des Gesetzgebers
In Deutschland ist seit einiger Zeit ein Gesetz aktiv, das die Sperrung von Webseiten mit kinderpornographischen Inhalten ermöglicht. Theoretisch könnten damit auch andere Seiten geschlossen werden. Im Moment gibt es eine lebhafte Diskussion um die Anwendung der Regelungen - es bleibt spannend, wie es in den nächsten Monaten weitergeht. Anders sieht es im Ausland aus: Dort sind Sperren im Web meist Alltag.
Wer im Urlaub ungehindert surfen möchte, muss in folgenden Ländern aufpassen: In Europa überwachen Finnland, Dänemark, Norwegen, die Niederlande, Polen, Schweden und Spanien den Datenverkehr. Sogar in der Schweiz ist der Zugang zu einigen justizkritischen Seiten gesperrt. Auch die Vereinigten Staaten, China und der Iran sperren Seiten im Web.
Anonym mit dem Proxy von TOR
Gegen zu viel Spuren im Web hilft der beliebte Dienst TOR, kurz für The Onion Router. Die Software ist eine der beliebtesten Möglichkeiten, Verbindungsdaten zu verschleiern und ohne Hindernisse zu surfen. Sie kann für beliebige Dienste wie Web, E-Mail, aber auch Instant-Messaging eingesetzt werden. Dazu muss ein Anwender lediglich ein kleines Programm vom Betreiber herunterladen, das auf allen gängigen Betriebssystemen läuft.
Eigentlich funktioniert TOR nach einem einfachen Prinzip: Alle beteiligten Computer werden zu einem großen Netzwerk ohne zentralen Rechner zusammengeschlossen. Surft der Benutzer dann auf einer Website, wird der Datenverkehr durch eine beliebige Auswahl der verbundenen Knoten im Netz umgeleitet und so nicht mehr nachvollziehbar.
Der Nachteil bei TOR: Die Betreiber haben keine Kontrolle, wer Knoten eröffnet. Lassen sich genügend Knoten von den Behörden oder privaten Betreibern überwachen, wird der Datenverkehr mittels statistischer Auswertung wieder nachvollziehbar. Ebenfalls ungesichert ist bei TOR, die Identifizierung mittels gespeicherter Cookies.
Java Anon Proxy aus Deutschland
Entstanden ist JAP an der Technischen Universität Dresden in Zusammenarbeit mit der Universität Regensburg. Das Projekt, mit dem eine leistungsfähige Software zum anonymen Surfen im Web geschaffen werden sollte, ist viele Behörden ein Dorn im Auge. Aktuell wird die Software unter dem Namen JonDo weiterentwickelt, nachdem die Förderung an der Universität ausgelaufen ist.
JonDo ist sehr komfortabel: Nach dem Download der Software für Windows, Linux oder MacOS X startet ein Installationsassistent. Dieser richtet den Proxy ein, der beliebigen Datenverkehr ins Web umleitet und konfiguriert bei Bedarf sogar vollautomatisch den Browser. Wer gelegentlich anonym surfen will, sollte sich JonDoFox ansehen: Der Browser wird gleich mit JAP ausgeliefert. Es handelt sich dabei um einen fertig konfigurierten Firefox.
Grundsätzlich bietet JAP bzw. JonDo sehr hohe Anonymität, da sich die Betreiber selbst verpflichtet haben, keine IP-Adresse der Anwender zu speichern. Ähnlich wie bei TOR setzt das Projekt auf eine Reihe von Proxy-Servern, die hintereinander geschaltet werden. Aber nicht jeder kann dem Netzwerk beitreten: Die Betreiber eines sogenannten Mix-Servers für JAP müssen sich beim Betreiber zertifizieren und einen Vertrag eingehen. Somit wird sichergestellt, dass nur verlässliche Partner am Netzwerk teilnehmen.
Seit Januar 2009 speichert auch JAP einige wenige Verbindungsdaten, da der Dienst in Konflikt mit dem Gesetz geraten ist. Sowohl die IP-Adresse als auch die Anfrage an eine Website selbst wird auf jedem Mix gespeichert - damit können vor- und nachfolgende Knoten identifiziert werden. Mittlerweile soll die Speicherung wieder aufgehoben sein, so die Auskunft der Betreiber.

ich finds schon etwas komisch das hier glaub deutschlands größter anonymizer nicht erwähnt wird, http://cyberghostvpn.com hat ja nur 500000 user, und is tausend mal schneller als tor und jap zusammen :)
Zitat: wer,wie,wo was damit macht, ist jedem überlassen - eine Anonymität mag es nicht zu 100% geben - aber zumindest das gute Gefühl, Wobei es auch bleibt :rolleyes: .
@Heidelberg4323: Doch, wir haben uns die Dienste angesehen und installiert. Du hast recht - bei allen ist die Performance nicht besonders toll. Man muss eben damit leben, dass der Datenverkehr einen...
Email ist klar, weil dort die reale IP im Header im Klartext steht .... mit emule habe ich es vor Jahren mal versucht und hat geklappt - wer,wie,wo was damit macht, ist jedem überlassen - eine Anonymität mag es...
Zitat: Also ich habe TOR laufen und kann mich nicht beklagen - für mich ist das die erste Wahl, da mit TOR nicht nur Webseiten via Proxy arbeiten, sondern man generell jedes Tool mit Webannbindung...