CeBIT 2010: Mehr Tempo mit LTE-Mobilfunk

LTE im Testversuch

Natürlich wollten auch die Provider auf der CeBIT zeigen, was die neue Technik kann: Die Deutsche Telekom beispielsweise präsentierte den Messebesuchern eine Live-Videoschaltung mit der Bonner Zentrale und einem fahrenden Auto in Innsbruck per LTE. Besucher erfuhren darüber hinaus, wie der künftige Standard Videokonferenzen in HD-Qualität und gemeinsames Arbeiten per Mobilfunk ermöglichen soll.

Werbung

Noch stellen diese Konzepte Zukunftsmusik dar, zumindest für die Endkunden hierzulande. Denn in Deutschland sind aktuell lediglich LTE-Pilotprojekte im Betrieb: So testet die nordrhein-westfälische Landesregierung zusammen mit der Landesmedienanstalt, dem WDR und Vodafone in Lüdenscheid die Verwendung von frei werdenden Frequenzen durch die Digitalisierung von TV-Frequenzen (Digitale Dividende) in einem LTE-Versuch am WDR-Sendeturm in Nordhelle.

LTE Studie Telekom
Die Telekom zeigte an ihrem CeBIT-Stand eine Live-Schaltung zwischen der Bonner Zentrale des Unternehmens und einem fahrenden Auto in Innsbruck. Foto: Zollondz

Mobilfunkauktion im April

Anders sieht es in Schweden aus, wo der Provider TeliaSonera zusammen mit Ericsson Anfang März 2010 das weltweit erste kommerzielle LTE-Mobilfunknetz in Betrieb genommen hat. Nach Angaben von Ericsson sind dort Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde in einer Mobilfunkzelle möglich. Für die Verbindung ins Mobilfunknetz stehen dabei USB-Dongles von Samsung zur Verfügung, die an entsprechende Note-, Netbooks und PCs angeschlossen werden.

Ob und wie schnell sich der Standard hierzulande durchsetzt, hängt unter anderem von der Versteigerung der Mobilfunklizenzen durch die Bundesnetzagentur im April ab. Unter dem Hammer kommen bei der Auktion insgesamt Pakete mit einem Frequenzbereich von 360 Megahertz, um die die vier Marktführer T-Mobile, Vodafone, E-Plus und O2 konkurrieren.

LTE Samsung 4G USB-Stick
Der schwedische Provider TeliaSonera bietet seinen Kunden in Stockholm und Oslo das LTE-Endgerät GT-B3710 von Samsung an. Der USB-Stick dient der Herstellung einer Verbindung ins weltweit erste kommerzielle LTE-Netz, das in den beiden Städten zur Verfügung steht. (Foto: Samsung)

LTE-Handy vorgestellt

Besonders attraktiv dabei: Die Bereiche von 790 bis 862 MHz, weil damit im Einsatz eine bessere Reichweite zu erzielen ist. Sie sollen für den Breitbandausbau genutzt werden. Nach Ansicht von Experten stehen in ein bis zwei Jahren aber auch in den Metropolen weltweit entsprechende LTE-Lösungen zur Verfügung.

Bis dahin müssen IT-Hersteller aber weitere Endgeräte entwickeln, die den neuen Standard unterstützen. Erste LTE-Dongles als USB-Stick oder Einsteckkarte sollen diesen Monat oder im April erscheinen. Sie werden den auch in Stockholm eingesetzten USB-Adpatern ähneln. LTE-Mobilfunktelefone dagegen lassen noch auf sich warten: Auf dem Mobile World Congress in Barcelona im Februar wurde lediglich ein erster Prototyp des japanischen Netzausrüsters NTT DoCoMo vorgestellt.

Links zum Thema