3D-Scanner, -Drucker, -Kameras und -Bildschirme ohne Spezialbrillen
CeBIT 2010: 3D-Technik der Zukunft
Die Besucher der CeBIT können nicht nur 3D-Produkte begutachten, die schon oder demnächst in den Läden stehen, sondern an einigen Ständen auch einen Blick in die Zukunft der 3D-Technik werfen. Neue Kamerasysteme erleichtern die Aufnahme von dreidimensionalen Bildern, die auf immer mehr Bildschirmen ohne Spezialbrillen zu sehen sind. Außerdem findet die Technik ihren Weg in die Browser und eignet sich auch zur berührungslosen Gestensteuerung von Maschinen oder eines vernetzten Haushalts.
Inhaltsverzeichnis
- 1Prime: Studiotechnik für 3D-Produktionen
- 2Nur mit dem richtigen Abstand: 3D-Effekt ohne Brille
- 3Ohne Anfassen: Berührungslose Gestensteuerung im dreidimensionalen Raum
- 4Das Internet nicht vergessen: 3D-Plugin für Webbrowser
- 5Noch nicht für den Heimgebrauch: 3D-Scanner und 3D-Drucker
Prime: Studiotechnik für 3D-Produktionen
Das Fraunhofer Heinrich Hertz Institut (HHI) zeigt auf der CeBIT an seinem Stand in Halle 9 unter anderem ein 3D-Film- und Fernsehstudio. An dem Projekt PRIME beteiligen sich neben zwei Fraunhofer Instituten noch fünf Firmen und die Hochschule für Film und Fernsehen in Potsdam. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technolige fördert die Entwicklung von 3D-Studiotechnik mit rund vier Millionen Euro.
Zu PRIME gehören unter anderem das Produktionssystem STAN und eine kompakte HD-Kamera für professionelle Filmaufnahmen. Für die Aufzeichnung von 3D-Bildern genügt es, zwei Kameras nebeneinander auf ein Stativ zu montieren. Auf dem Bildschirm von STAN sind beide Kamerabilder zu sehen, das Gerät analysiert die Bildsignale und passt Farben und Geometrie für ein optimales 3D-Bild an.
CeBIT 2010: PRIME
Zwei hochwertige Kleinstkameras nebeneinander auf ein Stativ montiert sind die Grundlage für ein 3D-Bild.
Stephan Gick vom Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen erwartet allerdings, dass es noch einige Zeit dauern wird, bis Fernsehsender 3D-Technik für ihre Produktionen einsetzen. Seiner Einschätzung nach kommen 3D-Inhalte zuerst über Blu-ray und die Playstation 3 in die Wohnzimmer und nicht über das Fernsehprogramm.
Mit Panasonic und Sony haben ebenfalls zwei große Unternehmen schon 3D-Kameras und Produktionssysteme vorgestellt. Hauptsächlich zu Werbezwecken nimmt Sony einige Spiele der Fußball-WM in Südafrika mit seiner 3D-Kamera, die nur über eine Linse verfügt, auf. Das japanische Unternehmen erhielt vom britischen Sender BSkyB aber auch schon den Auftrag einen 3D-Übertragungswagen auszustatten, den der Pay-TV-Anbieter vor allem bei Sportereignissen einsetzen will.
Panasonic bietet mit der AG-3DA1 bereits eine 3D-Kamera mit zwei Linsen an. Ihr Listenpreis liegt bei 21.000 Dollar, umgerechnet derzeit rund 15.400 Euro. Ein passender digitaler AV-Mixer und ein 3D-Monitor zur Videobearbeitung sollen demnächst ebenfalls verfügbar sein. Die Entwicklungen der letzten Jahre im Digitalkamerabereich legen nahe, dass die im Moment Profis vorbehaltene teure Technik sich schon in wenigen Jahren in bezahlbaren Produkten für normale Verbraucher wieder finden könnte.
Nur mit dem richtigen Abstand: 3D-Effekt ohne Brille
Fernsehr und Monitore zur Wiedergabe von 3D-Inhalten sind schon erhältlich, beziehungsweise für die nächsten Monate angekündigt. Die Betrachter müssen jedoch in der Regel eine Spezialbrille aufsetzen, um den 3D-Effekt zu sehen. Komfortabler gestaltet sich die Betrachtung von 3D-Bilder ohne zusätzliche Sehhilfen, jedoch ist diese Technik noch nicht serienreif, aber für CeBIT-Besucher schon zu sehen.
Im Rahmen des Forschungsprojekts 3D4YOU führt das Fraunhofer HHI einen Fernseher des ebenfalls beteiligten Unternehmens Philips vor, dessen 3D-Bild aus einem Abstand von drei Metern auch ohne Brille zu sehen ist - allerdings nur von neun Punkten aus. Befindet sich der Betrachter nicht genau an einer dieser Stellen, sieht er nur ein unscharfes Bild. Herkömmliche 2D-Inhalte rechnet die im Rahmen von 3D4YOU entwickelte Technik und Software zu dreidimensionalen Bildern um.

Forschungsprojekt 3D4YOU: 3D-Effekt ohne Brille von neun Standpunkten aus.

Sunny Ocean Studios: 3D-Scheibe mit 64 Sichtpunkten ohne Spezialbrille.
Das Unternehmen Sunny Ocean Studios aus Singapur zeigt auf seinem kleinen Messestand einen Bildschirm, auf dem von 64 Punkten aus 3D-Effekte ohne Spezialbrille zu erkennen sein sollen. In drei Metern Entfernung erhält der Betrachter fast eine nahtlose 3D-Ansicht. Soll der Bildschirm wieder für eine herkömmliche 2D-Ansicht genutzt werden, muss der Nutzer allerdings die Glasscheibe wechseln. Dies funktioniert bei dem Ausstellungsstück zwar schnell und einfach, macht den 3D-Genuss trotzdem unbequem. Bisher bieten die Sunny Ocean Studios nur eine 499 Dollar teure 3D-Vorsatzscheibe für den iMac von Apple an. Die Herstellung von Scheiben für andere Monitore sei aber kein Problem, hieß es am Messestand.

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