Gemeinde auf Netzsuche

CeBIT 2010: Wege zum Breitband auf dem Land

Bedarfsplanung, Infrastrukturerhebung, Verhandlungen: Bei der Internet-Versorgung stehen viele Kommunen vor einer schwierigen Aufgabe. Doch Berater helfen beim Breitbandausbau und begleiten Regionen auf ihrem Weg zur Datenautobahn.

CeBIT 2010 Martin Fornefeld Konex
Martin Fornefeld, Geschäftsführer der Konext GmbH, auf der CeBIT 2010 in Hannover. Der Experte berät Regionen beim Breitbandausbau. Foto: Zollondz

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Ermittlung der Breitband-Infrastruktur
  2. 2Umsetzung dauert knapp ein Jahr
  3. 3Funklösung als Ergänzung zur bestehenden Versorgung
  4. 4Fördermittel für unterversorgte Gemeinden
  5. 5Experte sieht Bürgermeister besser motiviert

Auf einer Computerkarte vom thüringischen Eichsfeld sind viele rote und grüne Flecken zu sehen. Rot stehe für unterversorgt, grün für gute Versorgung, erläutert Martin Fornefeld. Der 50-Jährige kennt sich aus mit der Internetversorgung in Deutschland und Europa: Als Geschäftsführer der Berliner Beratungsfirma Konext GmbH unterstützt er Regionen bei allen Fragen zum Breitbandausbau - von der Bedarfsabfrage bis zur Projektrealisierung mit Providern. "Wichtig ist, dass man zuerst klärt, wie die Versorgung heute ist und wo man hin will", sagt Fornefeld.

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Für diese Bedarfsabfrage - der erste Schritt jeder Kommune beim Breitbandausbau - hat Fornefeld ein eigenes Programm entwickelt. "Jetzt ans Netz" heißt die Seite, die er auf der CeBIT in Hannover präsentiert. Erstmals zeigen sich auf der Computermesse Internet-Anbieter, Politik und Beratungsunternehmen an einem gemeinsamen Stand, der "Bitkom Broadband World", und präsentieren ihre Lösungen, um unterversorgte Gebiete ans Netz zu bringen.

Ermittlung der Breitband-Infrastruktur

Auf "Jetzt ans Netz" kann sich jeder Haushalt eintragen, seine derzeitige Internet-Geschwindigkeit vor Ort angeben und übermitteln, wie schnell er künftig auf der Datenautobahn unterwegs sein möchte. Fornefeld und sein Unternehmen nutzen diese Daten, um eine Karte zu berechnen, auf der die Versorgungssituation mit grünen und roten Flecken dargestellt wird. "Wir brauchen Antwortquoten, die bei 30 Prozent liegen", sagt der Berater. "Niemand erschließt einen Ort, wo nur zehn Einwohner einen Breitbandanschluss haben wollen."

Nach der Bedarfsabfrage geht es im nächsten Schritt darum, die vor Ort verfügbare Infrastruktur zu ermitteln. Der Berater zeigt den thüringischen Landkreis Nordhausen - auf dem Computerbildschirm wird eine Legende mit Informationen über Wasserwerkanlagen, geplanten Radwegen, Gasnetzen bis hin zu Bahntrassen und verlegten Leerrohren sichtbar.

Viele Wege führen zum Internet-Anschluss

Diese Informationen zu erheben ist wichtig, denn für den Breitbandausbau können verschiedene Wege genutzt werden. "Jedes Gasnetz hat zu Steuerungszwecken parallel eine Glasfaser liegen", erläutert Fornefeld. "Wir versuchen, wo es möglich ist, vorhandene Infrastruktur zu nutzen", sagt der 50-Jährige.

Solch ein Infrastrukturplan gibt Auskunft darüber, wer der künftige Versorger sein könnte. In Frage kommen etwa Energieunternehmen, herkömmliche Festnetz-Anbieter oder auch kleine IT-Unternehmen, mit denen in Verhandlungen getreten wird. Fornefeld bezeichnet diesen Schritt als "interaktiven Part", in dem Konext Bürgermeister, Wirtschaftsförderer, Sparkassen und Versorger an einen Tisch holt. In den Gesprächen klären die Vertreter, welche Lösung aus wirtschaftlicher Sicht in Frage kommt und wie hoch der Finanzierungsbedarf ist.

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