E-Mail unterwegs: Alles über die Push-Technologie

ActiveSync als lizenziertes Protokoll

Insgesamt bietet ActiveSync den großen Vorteil, dass der Datenverkehr nicht über einen zentralen Server geroutet werden muss. So entfällt das Risiko eines Ausfalls. Gleichzeitig ist ActiveSync aber ein proprietäres Protokoll, das von anderen Anbietern lizensiert werden muss. Unternehmen haben also keine Wahl – sie müssen sich meist einen eigenen Exchange Server aufstellen.

Kleine Firmen und private Anwender können dagegen auch auf lizenzierte Produkte zurückgreifen. Zum Beispiel hat Apple das ActiveSync-Protokoll für das iPhone lizenziert – damit lassen sich E-Mails ohne Zeitverzögerung empfangen. Nokia bietet für alle Telefone mit Symbian Series 60 3rd- und 5th-Edition das Programm "Mail for Exchange", das auch solche Telefone an Exchange-Server mit Push-Technologie anbindet. Auf vielen Geräten der E-Serie für Geschäftskunden ist das Programm schon vorinstalliert.

Nokia
Kalendar und Kontakt Funktionen werden mit Microsoft Exchange Inbox auf Nokia Geräten genutzt
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Das Unternehmen Cortado bietet als einer der wenigen Anbieter in Deutschland die Möglichkeit, ActiveSync-Funktionalität für bestehende E-Mail-Adressen nachzukaufen. Auch 1&1 bietet mit Outlook-Postfächern die Möglichkeit von Exchange ohne eigenen Server. Einige Open-Source-Server können sich auch wie ein Exchange-Server verhalten.

IMAP als offene Push-Technologie

Sowohl BlackBerry als auch Microsoft Exchange sind durch und durch proprietäre Technologien. Wer sich nicht an einen bestimmten Anbieter binden möchte, kann auch das offene IMAP-Protokoll für E-Mail-Push verwenden. Der große Vorteil des IMAP-Protokolls gegenüber dem älteren POP3 ist, dass es vom E-Mail-Server nur die jeweils benötigten Informationen abholt – also z.B. nur die Kopfzeilen der Nachrichten. Das spart besonders bei mobilen Geräten viel Übertragungskapazität.

Damit lassen sich E-Mails schon über den regelmäßigen Abruf in Zeitintervallen gut empfangen. Viel besser wird es über IMAP-IDLE, das als Erweiterung zum regulären Industriestandard IMAP entwickelt wurde. Nach dem Abrufen von E-Mails über IMAP können moderne E-Mail-Clients die Verbindung zum Server einfach offen halten. Es wird etwa alle 15 Minuten das NOOP-Kommando für "no operation" gesendet. Das verhindert, dass nach 30 Minuten der Server eine IMAP-Verbindung ohne Datentransfer abbricht. Sobald eine neue E-Mail eintrifft, meldet das der Server und der Client fragt eine lokale Kopie für den Kunden ab.

Freie Alternative mit vielen Anbietern

Die Vorteile von IMAP-IDLE liegen auf der Hand: Die Technik ist komplett frei verfügbar und kann sauber über SSL bzw. TLS verschlüsselt werden. Viele aktuelle E-Mail-Clients auf dem Handy unterstützen das Protokoll: Alle aktuellen Nokia-Telefone mit Symbian Series 60 oder Series 80 können damit umgehen. Apple verwendet IMAP-IDLE für den hauseigenen E-Mail-Dienst MobileMe, sodass auch das iPhone die Technik versteht.

Wer sich bei einem der großen Hosting-Provider ein Paket für seine E-Mails mietet, hat gute Chancen, in den Genuss von IMAP-IDLE zu kommen. Host Europe bietet beispielsweise in allen Paketen, selbst dem kleinste WebPack, die Push-Technologie für beliebige E-Mail-Postfächer an. GMX bietet in allen kostenpflichtigen Tarifen die Unterstützung für IMAP-IDLE – für nur 2,99 Euro im Monat kommen Kunden so recht günstig an den Empfang von E-Mails ohne Zeitverzögerung.

Mail-Handys mit voller Tastatur

Viel wichtiger als die Push-Technologie ist eigentlich, dass die Handys benutzbar bleiben. Seit der Jahrtausendwende haben wir uns an die Eingabe von SMS über den Ziffernblock gewöhnt. Mail-Nachrichten können damit aber kaum vernünftig geschrieben werden: Der Formfaktor der Geräte wächst in der Regel deutlich in die Breite. Die meisten Hersteller steigen auf eine volle QWERTZ-Tastatur um. Der Klassiker unter den Formfaktoren ist das Block-Format, wie man es beim BlackBerry Curve oder Nokia E71 findet.

Die Geräte verfügen über eine ordentliche Tastatur und sind deutlich in die Breite gewachsen. Alle Geräte passen dabei noch gut in die Hemdtasche, bis auf den Nokia Communicator – dieser ist eindeutig zu breit für den Transport. Beim Kauf sollten Kunden darauf achten, dass sie mit der Tastatur gut zurechtkommen: Entweder müssen die Tasten weit auseinander liegen (wie beim BlackBerry 7250), oder durch Erhöhungen deutlich voneinander abgehoben sein (wie beim Nokia E72).

Tarifoptionen von T-Mobile und Vodafone

Um beim mobilen Empfang von Nachrichten nicht in die Kostenfalle zu tappen, sollte sich jeder Anwender zunächst bei seinem Mobilfunk-Provider nach entsprechenden Datenoptionen erkundigen. Für BlackBerry bietet T-Mobile die Datentarife Blackberry Webmail S (4,95 Euro im Monat für 1MB), Webmail M (9,95 Euro für 5 MB) und Webmail L (14,95 Euro für 50 MB) an. Bei Vodafonenennt sich das Pendant E-MailConnect und bietet in der größten L-Variante für 17,95 Euro nur 5 MB enthaltenen Datentransfer. Dafür gibt es eine Flatrate und spezielle Optionen für die Nutzung im Ausland. Jeder andere E-Mail-Datenverkehr, z.B. über Exchange oder IMAP-IDLE, benötigt richtige Datenoptionen. Lediglich T-Mobile bietet für 3,95 Euro im Monat unbegrenzten E-Mail Transfer über POP3, IMAP und SMTP.

T-Mobile
Datenoptionen von T-Mobile für das Empfangen von E-Mails auf dem Handy

Fazit: Push-Mails günstig bei IMAP-IDLE

Am günstigsten kommen private Anwender und kleine Unternehmen zum mobilen Empfang von E-Mails, wenn sie auf IMAP-IDLE setzen: Das Protokoll wird von vielen Providern unterstützt, lässt sich zuverlässig verschlüsseln und ist wenig anfällig für Fehler. Dafür gibt es keine so günstigen Datenflatrates wie bei den speziellen BlackBerry-Optionen der Netzbetreiber.

Wer etwas mehr Komfort möchte und auch Kalender und Aufgaben synchronisieren muss, ist bei Microsoft Exchange bzw. ActiveSync mit Direct Push gut aufgehoben. Hier gibt es schon für wenige Euro im Monat die Möglichkeit, E-Mails ohne Unterbrechung zu empfangen und Kontakte und Kalender problemlos zu synchronisieren. BlackBerry ist auf Grund des zentralen Rechenzentrums nur dann eine gute Alternative, wenn der Kunde auch zu einem Handy von Research In Motion greift.

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