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E-Mail unterwegs: Alles über die Push-Technologie

Lange Zeit war das Smartphone BlackBerry das Sinnbild für mobilen Empfang von E-Mails. Die Geräte des kanadischen Unternehmens Research In Motion (RIM) hatten als erste die Funktion, E-Mails wie eine SMS direkt auf das Handy zu laden – ohne Zeitverzögerung. Das ist besonders praktisch, weil man die Nachrichten damit eben nicht manuell abrufen muss. Dabei waren die ersten BlackBerrys kaum größer als reguläre Handys, kamen aber mit einer Volltastatur daher.

BlackBerry Connect
Die BlackBerry Connect Software ist auch auf Geräten der Hersteller Asus, HTC, Motorola und anderen nutzbar.

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Viel Datenverkehr bei E-Mail über POP3
  2. 2BlackBerry mit zentralem E-Mail-Server
  3. 3Vorteile und Risiken des BlackBerry
  4. 4Fremde Geräte als BlackBerry anbinden
  5. 5Microsoft Exchange und ActiveSync
  6. 6ActiveSync als lizenziertes Protokoll
  7. 7IMAP als offene Push-Technologie
  8. 8Freie Alternative mit vielen Anbietern
  9. 9Mail-Handys mit voller Tastatur
  10. 10Tarifoptionen von T-Mobile und Vodafone
  11. ...aufklappen
  12. 11Fazit: Push-Mails günstig bei IMAP-IDLE

In den letzten Jahren haben sich auch andere Anbieter des Themas angenommen: Microsoft bietet mit Exchange und ActiveSync zwei Technologien, die von zahlreichen Firmen im Hintergrund für eigene Dienste verwendet werden. Daneben gibt es noch eine Reihe anderer Lösungen, z.B. IMAP-IDLE. Alle Dienste versuchen, möglichst sofort die E-Mails an das Handy auszuliefern – ohne den Akku übermäßig zu belasten.

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Viel Datenverkehr bei E-Mail über POP3

Schon viele der ersten Handys hatten einen E-Mail-Client integriert, mit dem sich POP3-Postfächer abrufen ließen. Das Problem dabei war, dass für den stetigen E-Mail-Empfang regelmäßig eine neue Datenverbindung aufgebaut werden musste, um die E-Mails im festgelegten Intervall (z.B. alle 15 Minuten) abzuholen. Die Nachrichten kommen nicht wirklich in Echtzeit, sondern nur mit Verzögerung an – und der erneute Aufbau einer Verbindung belastet den Akku des Geräts stark. Gleichzeitig belasten E-Mails und Anhänge ohne Komprimierung die Übertragungsrate stark, wenn keine UMTS-Verbindung bereitsteht.

BlackBerry mit zentralem E-Mail-Server

Diese Probleme hatBlackBerry als erster Anbieter auf einen Schlag gelöst: Statt die Nachrichten direkt zu empfangen, verbindet sich das Mobiltelefon über eine TCP-Verbindung dauerhaft mit dem sogenannten BlackBerry Enterprise Server. Dieser wiederum fragt die E-Mails ab: Die Software kann auf Konten mittels POP3 oder IMAP nach E-Mails sehen, funktioniert aber auch mit Lotus Domino oder Novell GroupWise. Dabei werden nicht nur die E-Mails abgerufen, auch Einträge im Kalender oder Aufgaben können synchronisiert werden.

Sobald neue Einträge zur Verfügung stehen, schickt der BlackBerry Enterprise Server ein kleines TCP-Paket an das Endgerät des Kunden. Damit weiß das Handy, dass neue Daten vorhanden sind und bestätigt den Empfang an den Server. Dieser leitet die Übertragung der E-Mails und Termine ein, die zuvor speziell komprimiert wurden: In Nachrichten wurde das HTML-Design entfernt, aus den Anhängen der reine Text extrahiert. So kommen auch PowerPoint-Präsentationen ohne viel Datenvolumen an.

Insgesamt versteht der BlackBerry Attachment Service die Dateiformate Adobe PDF, Microsoft Word / Excel / PowerPoint, OpenDocument-Dokumente nach dem ODF-Standard 1.1 und Corel WordPerfect-Text. Neben Rich-Text-Dateien kommt der Server auch mit reinen Textdateien und Bildern in allen gängigen Dateiformaten JPEG, PNG, GIF und BMP zurecht. Auch HTML-Dateien werden für den Versand entsprechend aufbereitet.

Vorteile und Risiken des BlackBerry

Da nur der BlackBerry Server im Rechenzentrum von Research In Motion regelmäßig die Postfächer nach neuen E-Mails abfragt, erspart sich das Handy diesen aufwändigen Vorgang. Zwischen Server und Handys selbst besteht eine dauerhafte TCP-Verbindung, die niemals geschlossen wird.

Kunden müssen sich das so vorstellen, dass praktisch nach dem Empfang der E-Mails die Verbindung offen bleibt, aber zunächst keine Daten übertragen werden. Nur gelegentlich senden Server oder Client ein IDLE-Signal, damit die Gegenstelle weiß, dass man noch da ist.

Die Technik hinter BlackBerry birgt aber auch einige Schwierigkeiten: Zunächst laufen alle E-Mails über den zentralen Server von Research in Motion, sodass das Unternehmen rein theoretisch Zugriff auf sensible Daten hat. Zwar verpflichtet sich der Anbieter zur Verschwiegenheit und verschlüsselt den eigentlichen Datenverkehr über Triple-DES (AES ab BlackBerry Enterprise Server 4.0). Ein fader Beigeschmack bleibt dennoch erhalten – auch, weil bei einem Ausfall des RIM-Rechenzentrums überhaupt keine E-Mails mehr an alle BlackBerry-Kunden kommen würden.

Fremde Geräte als BlackBerry anbinden

Zunächst waren nur die RIM-eigenen Handys unter der Marke BlackBerry für die Anbindung an einen BlackBerry Enterprise Server ausgerüstet. Mittlerweile hat RIM diese Fixierung aufgegeben und bietet mit BlackBerry Connect auch eine Software für andere Plattformen an: Das Programm läuft auf Windows Mobile und Symbian, dem Betriebssystem vieler Nokia-Handys. Kunden können die Software meist kostenlos beim Mobilfunk-Anbieter herunterladen oder direkt bei Research In Motion beziehen.

Wer als Unternehmen die Kontrolle über seine E-Mails nicht ganz herausgeben möchte, kann sich einen lokalen BlackBerry Enterprise Server installieren. Private Anwender sind darauf angewiesen, dass der Mobilfunk-Anbieter oder ein drittes Unternehmen einen solchen Server betreibt, der dann die eigenen E-Mails abruft und ans Handys weiterleitet.

Microsoft Exchange und ActiveSync

Der größte Wettbewerber der BlackBerry-Technologie ist Microsoft mit Exchange und ActiveSync. Vom Prinzip funktioniert ActiveSync ähnlich wie BlackBerry: Zwischen dem Endgerät und dem Server wird eine permanente TCP-Verbindung gehalten, über die beide Seiten bei Bedarf ohne neuen Verbindungsaufbau Daten senden und empfangen können. Als Server fungiert dabei jeder beliebige Exchange-Server, es ist kein zentrales Rechenzentrum wie bei BlackBerry notwendig.

Windows Phone
Mit Windows Phone immer erreichbar

Die Synchronisation von E-Mails und anderer Daten erfolgt, sobald der ActiveSync-Client eine Anfrage über HTTPS an den Server gesendet hat. Dieser gibt die neuen Daten an das mobile Gerät weiter. Sobald dieser Vorgang abgeschlossen ist, sendet das Endgerät eine erneute HTTPS-Anfrage – und die Übertragung beginnt erneut. Dieses Verfahren nennt sich Microsoft Direct Push und arbeitet praktisch ohne Zeitverzögerung für E-Mails. Dokumente im Anhang von E-Mails werden allerdings nur im Word-/Excel-/PowerPoint-Format und nur bei Windows Mobile als Client speziell komprimiert.

Auf Geräten mit Windows Mobile lässt sich ActiveSync besonders komfortabel einstellen. So kann man dort auf Direct Push verzichten und die E-Mails auch in längeren Abständen, z.B. von 15 Minuten, abholen lassen. Der Empfang lässt sich auch nach Wochentag und Tageszeit einstellen – hier spielt Microsoft Windows Mobile besonders gut mit der eigenen Technologie ActiveSync zusammen.

Forum

Im Forum diskutierenBeiträgeinsgesamt 3 Beiträge

der artikel ist wirklich nicht sonderlich gut - auch die technik von blackberry läuft bisserl anders ab, aber egal ... IMAP IDLE ist im kommen und für windows mobile habe ich seit kurzem die...

Offenbar wurde nicht gut Recherchiert, denn GMX Push funktioniert definitiv nicht in Verbindung mit einem Iphone, was ich als TopMail Kunde sehr bedauerlich finde. Di Push funktion in Verbindung mit dem Iphone ist...

Mir wird fast schlecht bei dem Gedanken, Dass Blackberry alle meine privaten und geschaeftlichen Mails kennt. Wenn jemand sich dort ins Systeme hackt, hat er Zugriff auf die halbe Welt... Ugggh.

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