Lohnt sich der Kauf der kostenpflichtigen Alternativen?

Linux-Duell: RedHat, Mandriva und SuSE

In den letzten Jahren ist es um die kommerziellen Distributionen RedHat, Mandriva und Suse etwas ruhig geworden - wohl auch, da Ubuntu unangefochten das beliebteste Linux-Programm ist. Die kommerziellen Versionen von Fedora bzw. OpenSuse richten sich vornehmlich an Unternehmen. Netzwelt hat sich angesehen, ob sich der Kauf der kostenpflichtigen Alternativen lohnt.

Linux - Lice CD
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Inhaltsverzeichnis

  1. 1RedHat mit dem Fedora-Projekt
  2. 2Fedora 12 als einheitliches Linux
  3. 3Kostenpflichtiges Enterprise Linux
  4. 4Novells ambitioniertes OpenSuse
  5. 5Stärken in YaST und den Desktops
  6. 6Professionelles Linux für Unternehmen
  7. 7Mandriva: Kleine Konkurrenz aus Frankreich
  8. 8Fazit: Für Spezialfälle gibt es Suse & Co.

Seit etwa drei Jahren führt Ubuntu mit der Desktop- und Server-Version die Rangliste der beliebtesten Linux-Distributionen an. Das liegt einerseits daran, dass Ubuntu sehr einfach über eine Live-CD/DVD ausprobiert werden kann. Gleichzeitig richten sich die Konkurrenten meist an Unternehmen, um ihre Profi-Anwendung zu verkaufen.

Dabei teilten sich die drei großen Anbieter RedHat, Suse und Mandriva (beziehungsweise Mandrake) den Markt auf. Ein Großteil der technischen Innovationen, die Linux so erfolgreich gemacht haben, stammt aus diesen Anwendungen. Die beiden Desktop-Umgebungen KDE und Gnome haben erst durch Suse und RedHat so richtig Unterstützung bekommen. Mandriva war früher der dritte Mitbewerber, der besonders auf Multimedia Wert gelegt hat.

RedHat mit dem Fedora-Projekt

Das Unternehmen RedHat war jahrelang der unangefochtene Marktführer für Linux-Distributionen. Besonders in den Vereinigten Staaten existiert heute noch eine beträchtliche Anzahl an Anwendern. Dabei wandelt sich der Hersteller selbst eher zu einem Unternehmen für so genannte Middleware, also die IT-Infrastruktur mittlerer und großer Unternehmen. Der kleine Privatkunde wird schon lange nicht mehr wirklich beachtet. Das hat der Entwicklung nicht geschadet: Interessen von privaten Kunden und Unternehmen lassen sich nicht in einer gemeinsamen Produktlinie vereinbaren.

Dafür gibt es seit 2003 das Fedora-Projekt: Darin bündelt RedHat die Weiterentwicklung der Linux-Betriebssysteme. Als Mutterschiff unterstützt und lenkt RedHat die Entwicklung in den Grundzügen, überlässt viele konkrete Entscheidungen aber der Community. Mit Fedora ist bis heute eine immer unabhängigere Distribution entstanden. In regelmäßigen Abständen verwendet RedHat die aktuelle Fedora-Ausgabe, um darauf das sogenannte Enterprise Linux für Unternehmen aufzubauen. Die Veränderungen sind für Kunden kostenpflichtig.

Fedora 12 als einheitliches Linux

Seit Dezember 2009 ist Fedora 12 die aktuelle Ausgabe der Distribution. Die aktuelle Ausgabe verfügt schon über das Dateisystem ext4, das schneller und stabiler als die Vorgänger ist. Ubuntu setzt auch in der kommenden LTS-Version auf das Auslaufmodell ext3. Einmalig ist in Fedora 12 ebenfalls, da es bereits die 3D-Eigenschaften aktueller Nvidia-Grafikkarten unterstützt - der neue Treiber Nouveau macht dies möglich. Mit Kernel-Mode-Setting verhindert Fedora, dass der Bildschirm beim Hochfahren oder Benutzerwechsel kurz flackert. Das freie Fedora-Projekt unterscheidet nicht zwischen einer Desktop- und Server-Edition. Für beliebige Rechner mit 32- oder 64-bit-Architektur kann das Betriebssystem von der Projektwebsite völlig kostenlos heruntergeladen werden.

Kostenpflichtiges Enterprise Linux

Anders sieht es beim Enterprise Linux von RedHat aus. Hier haben Kunden nicht nur die Qual der Wahl zwischen zahlreichen Ausgaben für den Einsatz auf dem Desktop oder Server, sondern müssen auch recht hohe Preise bezahlen. Dafür verspricht RedHat, dass das so genannte Enterprise Linux speziell gehärtet wurde und damit viel sicherer ist als das freie Fedora. Gleichzeitig arbeitet das Betriebssystem mit zertifizierter Hard- und Software garantiert ohne Probleme zusammen. Sollten doch Fehler auftreten, hilft der Kundendienst von RedHat weiter, dessen Hilfe man mit der Lizenz ebenfalls erwirbt.

Für den Einsatz auf Notebooks und anderen Arbeitsstationen ist die Version RedHat Enterprise Linux Desktop gedacht. Die aktuelle Ausgabe mit Versionsnummer 5.4 verspricht Updates für mindestens zwei Jahre, kostet dafür auch 80 US-Dollar im Jahr für jede Lizenz. Das System Enterprise Linux 5 basiert noch auf Fedora Core 6 und enthält ziemlich alte Software aus den Jahren 2006 bis 2008. Zwar liefern die Unterversionen dazwischen neue Funktionen, aber eben auch nur sehr zögerlich.

Wer für einen Server nach der geeigneten Linux-Distribution sucht, muss noch stattlichere Preise zahlen. Der RedHat Enterprise Linux Server beginnt mit Basis-Support bei 349 US-Dollar und endet bei 1.200 US Dollar für das Spitzenprodukt mit 24-Stunden-Kundendienst. Hier verspricht RedHat, dass der Kernel - also das Herz des Linux-Betriebssystems - speziell für Virtualisierung und Systeme mit großer Last überarbeitet wurde. Damit sollen zum Beispiel viele Speicherzugriffe auf Festplatten effizienter durchgeführt werden.

Novells ambitioniertes OpenSuse

Im Grunde war Suse ein Produkt, auf das die deutsche IT-Industrie sehr lange stolz war: Als eines der wenigen Unternehmen in diesem Umfeld hat es die Suse GmbH zu weltweiter Beachtung gebracht. In Europa hatte das System jahrelang einen beachtlichen Marktanteil. Nach der Übernahme durch den US-Konzern Novell verschwindet Suse-Linux aber immer mehr aus dem privaten Einsatz: Die Entwickler haben viele Trends verschlafen.

Wie RedHat versucht auch Novell, mit einer Community dem eigenen Linux mehr Unterstützung zu geben: Das OpenSuse-Projekt treibt federführend die Arbeit an der Distribution voran und wird von Novell tatkräftig unterstützt. Die aktuelle Ausgabe von OpenSuse gibt es kostenfrei sowohl direkt bei Novell als auch auf der Projekt-Website zum Herunterladen. Das Betriebssystem läuft auf allen gängigen Plattformen.

RedHat, Mandriva und SuSE

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Stärken in YaST und den Desktops

Traditionell stark ist OpenSuse in der Systemverwaltung: Was Ubuntu erst seit Ausgabe 9.10 mit dem so genannten Software Center eingeführt hat, gibt es bei Suse schon seit Jahren: eine zentrale Stelle, über die verfügbare Software angezeigt und bequem installiert werden kann. Zwar ist diese nicht immer ganz aktuell, dafür verfügt das OpenSuse-Repository über eine größere Auswahl als die RedHat-/Fedora-Konkurrenz und kann es problemlos mit den tausenden Software-Paketen aus der Debian/Ubuntu-Welt aufnehmen.

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Im Forum diskutierenBeiträgeinsgesamt 3 Beiträge

Ich kann Steffen nur zustimmen. Dies ist der erste Artikel den ich auf www.netzwelt.de lese. Bei der Qualität der Recherche wird es wohl auch der letzte gewesen sein. Dieser Artikel erinnert mich sehr an ein...

@Steffen: Upps - bei den Dateisystem bin ich tatsächlich durcheinander gekommen. Ubuntu hat seit 9.04 das ext4 im Kernel dabei (nicht als Standard!), seit 9.10 ist es aber für Neuinstallationen...

Kaum zu fassen das der Artikel aus 2010 stammt. Zum einen sind die Distributionen keine Programme, sondern Softwarezusammenstellungen, distributionen halt. Zum zweiten, setzte Ubuntu schon in Karmic (Ubuntu 9.04) auf...

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