Kalibrierung von Monitoren: Satte statt matte Farben
Erste Hilfe für den Bildschirm
Am einfachsten stellt man sich das so vor: Sie mischen eine Farbe und drucken auf einer großen, alten Druckmaschine eine Seite komplett mit dieser Farbe. Sie wissen, dass der Drucker zum Beispiel immer etwas mehr Rot in das Ergebnis mischt und geben daher einen geringeren Rot-Wert an. Genau so arbeiten ICC-Profile. Sie legen fest, welche Abweichung ein Gerät vom realen Wert hat. Wenn Sie ein Bild scannen, rechnet der Computer die Abweichungen heraus und zeigt idealerweise die richtigen Farben ohne Fehler am Bildschirm an sofern dieser auch über ICC-Angaben verfügt und die eigenen Fehler vom Betriebssystem herausrechnen lassen kann.
Wer sich täglich mit dem Thema beschäftigt, muss sich in eine sehr komplexe Materie einarbeiten. In großen Druckhäusern oder bei professionellen Grafikern mag das noch Sinn machen, im Home-Office-Bereich aber nicht. Hier zählt lediglich, dass Farben halbwegs korrekt angezeigt werden und die Ausdrucke sauber sind. Mit einigen Tipps gelingt die erste Kalibrierung recht schnell:
Zunächst sollte sichergestellt sein, dass im Betriebssystem die Farbtiefe auf 24- oder 32-bit eingestellt ist. Nur so können Bilder von Windows, MacOS X oder Linux in einem ausreichenden Spektrum an den Monitor oder Drucker übergeben werden. Danach sollte zunächst der Monitor eingestellt werden im ersten Schritt wird er im OnScreen-Menü aus Werkseinstellungen zurückgesetzt. Danach sollten Anwender die Farbtemperatur auf 6500 K festlegen, da sie Arbeitsbedingungen bei Tageslicht entspricht. Als Gammakorrektur ist der Wert 2,2 eine gute Wahl damit regelt man den wahrgenommen Anstieg der Helligkeit, der in dunklen Bereichen deutlich schneller geht als im Weiß.
Mit einer Helligkeit von 150 cd/m2 ist der Bildschirm im Büro und zu Hause bei Tageslicht ausreichend hell, jedoch nicht bei starker Sonneneinstrahlung. Eine zu helle Konfiguration sollte in jedem Fall vermieden werden, da damit dauerhaft die Augen stark belastet werden.
Schöne Farben am Drucker
Wer Probleme mit seinem Drucker hat, sollte zunächst den Monitor kalibrieren. Das hat einen einfachen Grund: Viele Anwender bearbeiten Bilder in Photoshop oder ähnlichen Bildbearbeitungs-Programmen, ohne dabei auf gute Farben am Monitor zu achten. Die Veränderungen, die am Basisbild vorgenommen werden, fallen am Drucker möglicherweise ganz anders aus weil der Rechner etwas anderes anzeigt, als er eigentlich gerechnet hat (z.B. weniger Kontrast als tatsächlich hinzugefügt).
In vielen Drucker-Programmen, die von HP, Epson und Co dem eigentlichen Treiber beigelegt werden, ist auch eine Funktion zur Kalibrierung enthalten. Dort drucken Sie eine oder mehrere Testseiten aus, die sie untersuchen müssen und z.B. den ersten geknickten Strich aus einer Reihe herausfinden. Das ist oft sehr mühsam aber das Ergebnis lohnt sich. Im besten Fall kann der Drucker, wenn er über einen Scanner-Aufsatz verfügt, die gedruckte Testseite gleich selbst einlesen und verarbeiten. Das kommt zum Beispiel bei Multifunktionsgeräten vor. Im Ergebnis ist diese Auto-Kalibrierung aber nicht besonders genau, da der Scanner in der Regel auch nicht absolut farbtreu arbeitet.
Dieser lässt sich zum Glück getrennt kalibrieren. Das geschieht in der Regel ebenfalls über die mitgelieferte Software. Grundsätzlich ist es beim Scannen wichtig, bereits in der PC-Software die Farbtiefe auf 24 bit zurückzustellen. Handelsübliche Scanner arbeiten intern mit 48 bit und rechnen das Bild zurück, was immer zu mehr Farb- und Qualitätsabweichungen führt, als wenn direkt mit der angepeilten Farbtiefe abgelichtet wird.
Weitere Software und Profi-Lösungen
Aus dem Haus Adobe kommt mit Adobe Gamma eine Software, mit deren Hilfe Monitore kalibriert werden. Auch wenn es die Software derzeit nur für Windows gibt, lässt sich das erzeugte ICC-Profil auch unter anderen Betriebssystemen zur Steuerung des Bildschirm einsetzen. Mit DataColor klemmt der Kunde vor seinen Bildschirm ein Lesegerät, das direkt per USB-Stick mit dem Rechner verbunden ist. Über eine spezielle Software wird die Anzeige dann entsprechend analysiert. Auch kostenlose Programme können für die die Kalibrierung verwendet werden.
Die Farbdarstellung an Computern und deren Ein-/Ausgabegeräte lässt sich relativ leicht nachvollziehen. Auch ohne professionelles Wissen lassen sich mit den oben genannten Schritten bessere Ergebnisse auf dem Monitor und Drucker herausholen. Zur Unterstützung kann ein Software-Programm verwendet werden.
