Farbeinstellungen bei Monitoren und Druckern
Kalibrierung von Monitoren: Satte statt matte Farben
Jeden Tag gehen hunderte Monitore und Drucker über den Ladentisch der großen Elektromärkte. Dabei haben beide Geräte zwei Dinge gemeinsam: Sie sind die zentralen Bauteile, die elektronische Informationen in echt Bilder übersetzen und gleichzeitig achten die Kunden beider Typen oft auf falsche Eigenschaften. Natürlich spielen bei PC-Monitoren die Reaktionszeit oder HD-Anschlüsse eine Rolle. Bei Druckern ist auch nichts falsch daran, wenn Kunden nach den tatsächlichen Verbrauchskosten fragen.
Inhaltsverzeichnis
- 1Farben einstellen und kein Ende
- 2Neue Profile für satte Farben
- 3ICC zur Korrektur der Wiedergabe
- 4Erste Hilfe für den Bildschirm
- 5Schöne Farben am Drucker
- 6Weitere Software und Profi-Lösungen
In beiden Fällen hilft aber auch die schönste Technik nicht, wenn eine Sache nicht stimmt: Die Farben. Oft ärgern sich Anwender über verfälschte Fotodrucke, die ins Blau oder Grün verzerrt sind. Wer für einen Freund Schwarz/Weiss-Seiten digitalisiert, kann sich dabei schnell eine Beschwerde einhandeln, weil die Seiten viel zu dunkel sind selbst wenn auf dem eigenen Rechner alles gut aussieht. In allen Fällen ist eine mangelhafte Kalibrierung von Monitor oder Drucker Schuld an den Problemen. Jedes Gerät stellt Farben anders dar, egal ob Scanner oder Handy-Kamera.
Farben einstellen und kein Ende
Grundsätzlich dürfte bekannt sein, dass Monitore ein Bild mit Pixeln zusammensetzen. Jedes Pixel definiert sich über bestimmte Farbanteile der Grundfarben Rot, Grün und Blau, die zu einer neuen Farbe gemischt werden die sogenannte additive Farbmischung. Alleine aus den RGB-Informationen wird am Monitor aber noch keine korrekte Farbe. Dazu muss bekannt sein, welchen Farbraum das Gerät überhaupt abdeckt. Farben sind nichts mehr als Licht bestimmter Wellenlänge, das aber nicht von allen Monitoren physisch identisch wiedergegeben werden kann. Daher sieht das gleiche Bild auf zwei direkt nebeneinander stehenden Monitoren oft deutlich unterschiedlich aus.
Die Entwickler haben sich dem Problem langsam herangetastet: Um zunächst einmal die Definition der Farben sicherzustellen, wurden Farbprofile entwickelt. Damit wird festgelegt, aus welchen Anteilen sich eine Farbe gemäß eines Referenzwertes jeweils zusammensetzt und bei welcher Helligkeit und Farbtemperatur die idealisierten Farben angezeigt werden sollen. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch der verwendete Weißpunkt, also die Definition der Nichtfarbe Weiß als Referenzwert. Hierbei handelt es sich um ein physikalisch genormtes Prüflicht.
Neue Profile für satte Farben
Die beiden wichtigsten Farbprofile sind heute sRGB und AdobeRGB. Ersteres wurde von HP und Microsoft vorangetrieben, um aus der bekannten Fernsehtechnik eine sichere Umgebung für die Farbwiedergabe an Computern zu schaffen. Das sRGB-Profil krankt aber an einer wichtigen Stelle: Es lassen sich damit viele Farben nicht definieren, die moderne Monitore und Drucker darstellen können. Viele Grautöne sind in sRGB nicht darstellbar, bei Violett oder sattem Grün fehlen ebenfalls einige Bereiche.
Besser fahren Anwender, wenn Software und Hardware den AdobeRGB-Farbraum unterstützten. Dieser umfasst ein wesentlich weiteres Spektrum. Ebenso entsprechen die darstellbaren Farben weitgehend dem CMYK-Farbraum, der im Druck verwendet wird. Dabei kommen die vier Farben Cyan, Magenta, Yellow und Schwarz zum Einsatz. Moderne LED-Monitore können im Gegensatz zu alten LCD-Modellen auch zwischen 90 und 100% des AdobeRGB tatsächlich anzeigen, sodass Bilder am Monitor nicht mehr von den gedruckten Ergebnissen zu unterscheiden sind.
ICC zur Korrektur der Wiedergabe
Mit sRGB und AdobeRGB lassen sich Farben im Rechner ordentlich definieren und berechnen, jedoch ist die tatsächliche Umsetzung am Monitor oder Drucker dann wieder eine Gefahr für Fehlerquellen. Jedes Gerät setzt die Farben unterschiedlich in reales Licht um, das unser Auge sehen kann. Genau dafür wurden die sogenannten ICC-Profile erfunden. Für jedes Gerät lässt sich damit festlegen, wie die tatsächlich ein- oder ausgegebenen Farben von den theoretischen Daten abweichen.

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