Wolkig mit Aussicht auf Hosting: Cloud-Server im Test

RackSpace - Hosting aus der Wolke

Etwas verwirrend ist, dass Entwickler für die Speicherung in der MySQL-Datenbank zwei Möglichkeiten haben: Im Basispaket ist der so genannte MySQL SmartPool bereits enthalten. Die Datenbank arbeitet wie gewohnt auf einem Cluster, sodass steigende Besucherzahlen oder ein Defekt der Hardware keine eingeschränkte Verfügbarkeit der Website zur Folge haben. Abgerechnet wird der MySQL SmartPool über GPUs.

Anspruchsvollere Kunden können einen eigenen MySQL Gridcontainer buchen. In drei Preisstufen stehen bis zu 512 Megabyte für 20 US-Dollar (75 USD, 150 USD) zur Verfügung und verhält sich wie ein dedizierter Rechner. Ähnliche Gridcontainer gibt es auch für die Programmier-Frameworks Django und RubyOnRails.

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Das Unternehmen Rackspace ist einer der führenden Anbieter weltweit, wenn es um dedizierte Server und hochverfügbare Hosting-Architekturen geht. In den Rechenzentren des Unternehmens legen auch große Konzerne Dateien vertraulich ab.

Unter der Marke Mosso gibt es seit Mitte 2006 ebenfalls ein Cloud-Hosting-Angebot. In seiner heutigen Form wurde es im Februar 2008 veröffentlicht. Heute vertreibt Rackspace die Produkte unter dem Namen Rackspace Cloud. Ähnlich wie bei MediaTemple arbeiten im Hintergrund eine Reihe vernetzter Server. Über die genaue technische Funktionsweise hält sich Rackspace aber ebenso bedeckt wie die Konkurrenz.

Cloud Sites für Windows und Linux

Der Kunde hat bei Rackspace die Wahl zwischen drei verschiedenen Produkten: Cloud Servers, Cloud Sites und Cloud Files. Dem Grid Server von MediaTemple kommt Cloud Sites sehr nahe. Bereits das günstigste Angebot von Cloud Sites schlägt mit satten 149 US-Dollar zu Buche. Dafür bekommt jeder Kunde 500 Gigabyte ausgehendes Übertragungsvolumen - eingehende Verbindungen sind kostenfrei. Das lohnt sich, wenn die Skripte hinter der Webseite regelmäßig Daten von anderen Servern abholen. Mit 50 Gigabyte ist der Speicherplatz aber etwas knapp bemessen.

Dafür glänzt RackSpace Cloud durch eine gelungene Kombination aus Windows und Linux: Entwickler können sowohl PHP- als auch ASP-Skripte auf ein und derselben Hosting-Plattform betreiben. Es müssen lediglich die benötigten Dateien hochgeladen werden - um alles weitere kümmert sich das System von Rackspace Cloud. Je nachdem, ob eine PHP- oder ASP-Seite ausgeliefert werden soll, wird im Hintergrund ein Linux- oder Windows-Server aktiv.

Neben Debian setzt Rackspace auf RedHat Enterprise Linux sowie Microsoft Windows Server 2008. Als Datenbanken hat man die Wahl zwischen MySQL 5.x und dem Microsoft SQL Server 2008.

Virtuelle Server und weltweite Inhalte

Neben Cloud Sites sollten sich Kunden auch Cloud Servers ansehen. Unter der Marke vertreibt Rackspace virtuelle Server auf Basis von Xen. Diese werden zwar nicht auf einem Cluster bereitgestellt, aber ganz nach Cloud-Stil nur nach tatsächlich genutztem Aufwand berechnet. Der günstigste Server wird mit 1,5 US-Cent pro Stunde berechnet - zuzüglich Übertragungsvolumen.

Das dritte Angebot, Cloud Files, ist für die Bereitstellung beliebiger Inhalte im Web gedacht. Dabei können sich mit Rackspace Cloud Files auch Kunden mit geringem Budget erstmals ein so genanntes Content-Distribution-Network leisten: Große Anbieter im Internet legen multimediale Angebote nicht einfach auf Servern ab, sondern verteilen diese auf mehreren Rechnern an Standorten um die ganze Welt.

Damit wird einerseits die Last aus die zentralen Server verringert, gleichzeitig verkürzt sich auch die Antwortzeit für Besucher in den hintersten Winkeln der Erde, da die Daten nicht über Kontinente hinweg transportiert werden müssen.

Cloud Files fungiert insgesamt als virtuelle Festplatte im Web, auf der jedes Gigbyte mit 15 US-Cent im Monat berechnet wird. Jedes weitere Gigabyte übertragener Daten kostet 22 US-Cent, sowohl mit als auch ohne CDN-Unterstützung. Die Verwaltung der Dateien erfolgt per FTP, SSH oder WebDav.

Nur wenige echte Cloud-Konkurrenten

Neben Rackspace und MediaTemple gibt es nur vereinzelt Angebote, die echtem Cloud-Hosting entsprechen und bei denen der Kunde nur für die tatsächlich genutzten Ressourcen zahlt. In den Vereinigten Staaten ist Amazon mit den EC2-Produkten noch einer der bekanntesten Anbieter, der sich aber vornehmlich an professionelle Entwickler richtet. Einige kleinere Anbieter wie Gogrid bieten auch einfache Cloud-Hosting-Pakete an, die aber bei weitem nicht so leistungsfähig sind.

Auch in Deutschland halten sich die großen Provider mit Cloud Hosting bisher zurück. Host Europe hat kürzlich eine Cloud-Hosting-Produktlinie gestartet, die sich aber ausschließlich an geschäftliche Anwender richtet. Dort gibt es keinerlei standardisierte Produkte, nur auf Anfrage entwickeln die Berater ein individuelles Angebot.

Von 1&1 Internet gibt es seit geraumer Zeit neben virtuellen und dedizierten Servern den so genannten Dynamic Cloud Server. Auf den ersten Blick verbirgt sich dahinter tatsächlich eine flexible Hosting-Plattform, die bei steigenden Anforderungen zusätzliche Ressourcen hinzuschalten kann. Tatsächlich handelt es sich dabei aber nur um eine Abwandlung der virtuellen Server, deren CPU-/RAM-/Festplatten-Konfiguration sich auch nach der Bestellung noch anpassen lässt.

Fazit: Spannende Angebote aus den USA

RackSpace und MediaTemple sind die beiden wichtigsten Anbieter von echten Cloud-Hosting-Produkten. Mit der Erfahrung von über vier Jahren regulärem Betrieb haben sie die Stärken der Technik gut herausgearbeitet. Die anderen Provider hinken mit Angeboten stark hinterher. Cloud bzw. Grid Hosting ist eine echte Alternative zu klassischem Shared Hosting.

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