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Spiele vor Gericht: Klagen und Urteile

Jedes Jahr werden mit Computerspielen Milliarden verdient. Die Entwickler rechnen sicher mit Lob und Kritik, nicht aber mit handfesten Rechtsstreitigkeiten - dabei begleiten diese die gesamte Geschichte der Spielebranche. Welche wichtigen Klagen und Urteile gab es in der jüngsten Vergangenheit?

Spiele vor Gericht: Klagen und Urteile

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Ultima Online mit schwachen Servern
  2. 2Kein Erfolg der Klage - oder doch?
  3. 3Sexuelle Inhalte - Die Hot-Coffee-Affäre
  4. 4Teure Anwälte und andere Folgen
  5. 5Klagen und Verbote in Deutschland
  6. 6Reale Gewalt für virtuellen Diebstahl
  7. 7Klagen gegen Spielefirmen
  8. 8Fazit: Spannende Prozesse gegen Spiele

Die Computerspiele-Industrie hat sich seit der Jahrtausendwende zum meist beachteten Zweig der Unterhaltungsindustrie entwickelt: In den großen Studio arbeiten jeden Tag tausende Entwickler an den neuesten Titeln - vom Egoshooter, über das klassische Rennspiel bis zu allerlei virtueller Rollen- und Strategiespielen. Dabei hoffen die Entwickler immer, dass das neue Spiel den Geschmack der Zielgruppe trifft.

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Niemand rechnet damit, wegen einem Computerspiel verklagt zu werden. Dabei kommt das recht häufig vor - insbesondere haben sich in den Vereinigten Staaten Anwälte auf Klagen gegen die Milliardenschwere Spielebranche spezialisiert. Obwohl es in Deutschland das Instrument der Sammelklage nicht gibt, musste sich Justizia auch hier mit einigen interessanten Fällen beschäftigen.

Ultima Online mit schwachen Servern

Hersteller und Entwickler freuen sich immer, wenn ein Spiel besonders gut am Markt ankommt. Einen beachtlichen Erfolg legte Ultima Online vor: Nach der Veröffentlichung im September 1997 war das Spiel so begehrt, dass im Frühjahr 1998 schon mehr als 100.000 Menschen in der virtuellen Welt unterwegs waren. Die Krux dabei: Ultima ist ein Online-Rollenspiel, das permanente Anbindung zu zentralen Servern erfordert.

Der Betreiber Origin war auf den massenhaften Ansturm von Spielern nicht vorbereitet: Immer wieder sind die Rechner abgestürzt, weil einfach zu viele Spieler gleichzeitig online waren. Zur Spitzenzeit waren bis zu 30.000 Figuren in Ultima online. Das störte die Kunden - und in Foren gärte die Stimmung. Ende März 1998 schlossen sich einige Spieler zusammen, um gegen Origin eine Klage einzureichen. Es sei nach Auffassung der Kläger nicht möglich, rund um die Uhr und in Echtzeit zu spielen - obwohl genau damit für das Spiel geworben wurde.

Die Anklage auf Betrug stützte sich auch darauf, dass der Kauf des Spiels nicht alleine ausreichend war. Zusätzlich verlangte der Hersteller jeden Monat zehn US-Dollar - und hatte auch die Hardware-Voraussetzungen zu niedrig angegeben.

Kein Erfolg der Klage - oder doch?

Die Ultima-Online-Sammelklage war der erste bedeutende Fall, in dem sich geprellte Kunden juristisch gegen ein Computerspiel bzw. dessen Hersteller wehrten. Letztendlich führte der Prozess zu keinem Erfolg: Der Richter wies die Klage auf Schadenersatz wegen Betrugs ab, da keine generelle Schädigung aller Ultima-Online-Spieler erkennbar sei. Damit ist die zwingende Voraussetzung für eine erfolgreiche Sammelklage weggefallen. Nach Ansicht des Gericht waren lediglich einzelne Spieler betroffen.

Der prozessführende Anwalt, George Schultz, einige sich mit Origin auf einen Vergleich. Die Mutterfirma Electronic Arts spendete 15.000 US-Dollar an ein Technikmuseum in Kalifornien und besserte die Beschreibungen auf der Verpackung des Spiels nach. Mittlerweile hatten so viele Spieler den Titel gekauft, dass die Verkaufserlöse in bessere Server investiert werden konnten - so hat Origin eines der schwierigsten Probleme mit dem Spiel gelöst.

Sexuelle Inhalte - Die Hot-Coffee-Affäre

Neben langsamen Servern reagieren Nutzer besonders schwierig, wenn sie anzügliche Inhalte in einem Spiel entdecken. Insbesondere in den Vereinigten Staaten reagieren Kunden meist befremdet, wenn sexuell anzügliche Inhalte in einem Unterhaltungsmedium entdeckt werden - das gilt natürlich auch für Computerspiele. Welche juristischen Konsequenzen das auslösen kann, zeigt die sogenannte Hot-Coffee-Affäre.

Hot Coffee war eine kleine Software des Holländers Patrick Wildenborg, die in der PC-Version von GTA: San Andreas ungenutzte Spielszenen freischaltete. Solche kleinen Erweiterungen sind in der Spielebranche kein besonderes Ereignis. In diesem Spiel schaltete Hot Coffee aber keine harmlosen Szenen frei, sondern brachte sexuell anzüglichen Inhalt zum Vorschein: Die Figur Carl vergnügte sich im Spiel beim Blümchensex mit virtuellen Freundinnen. Auch wenn dabei die Kleider noch an waren, reagierte die Öffentlichkeit stark verwundert.

Teure Anwälte und andere Folgen

Nachdem die Sex-Szenen bekannt wurden, hat der Hersteller Take2 sofort eine überarbeitete Ausgabe des Spiel in die Regale gestellt. In dieser waren die anzüglichen Inhalte natürlich entfernt. Trotzdem landete die Sache am Ende vor Gericht: Vor einem Gericht in New York wurde eine Sammelklage eingereicht, in der Entschädigung von Take2 gefordert wurde.

San Andreas

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Grand Theft Auto: San Andreas - Grand Theft Auto: San Andreas
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Grand Theft Auto: San Andreas - Für grobe Vergehen setzt es Fahndungspunkte. Zwei davon, und CJ muss seine aktuelle Karre neu lackieren lassen, will er die Polente abschütteln. Bei drei oder mehr Fahndungspunkten schwirren Hubschrauber an
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Für grobe Vergehen setzt es Fahndungspunkte. Zwei davon, und CJ muss seine aktuelle Karre neu lackieren lassen, will er die Polente abschütteln. Bei drei oder mehr Fahndungspunkten schwirren Hubschrauber an

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Grand Theft Auto: San Andreas - Unsterblich: Wenn die Lebensenergie verbraucht ist, wacht CJ im Krankenhaus auf – mit weniger Geld und ohne Waffen
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Unsterblich: Wenn die Lebensenergie verbraucht ist, wacht CJ im Krankenhaus auf – mit weniger Geld und ohne Waffen

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Am Ende ging der Prozess auch hier glimpflich aus: Take2 und die Kläger einigten sich auf einen Vergleich. Take2 erkennt zunächst keine Schuld offiziell an, da die Szenen nur mit der ungenehmigten Erweiterung Hot Coffee zugänglich waren. Gleichzeitig war das Studio aber bereit, jedem Kunden bis zu 35 US-Dollar Schadenersatz zu zahlen. Bis zum Stichtag am 16.05.2009 hatten sich knapp 2.700 Kunden für die Entschädigungszahlung angemeldet.

Beiträgeinsgesamt 4 Beiträge

Wahrscheinlich hat Eros LLC selber virtuelle Objekte in SL zu einem teureren Preis angeboten...

Der Sex-Spielzeug-Hersteller Eros LLC verklagte einen 19-jährigen Spieler, weil dieser gefälschte Objekte in Second Life verkauft hatte. Hä? Wie soll der denn da was gefälscht haben? Das...

Super interessanter Artikel - einfach klasse! Gerne mehr davon :)

Jaaa Ultima Onlne... Ich erinnere mich noch an einen Artikel (glaube in der cT), da wurde einer der Entwickler zitiert "It takes 27 Computers to run the World".... Damals, das waren noch Zeiten.

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