Online-Festplatte ab 3,90 Euro pro Monat
CeBIT 2010: Strato HiDrive im Test
Datenspeicher im Netz: Pünktlich zur CeBIT in Hannover bringt Strato die kostenpflichtige Online-Festplatte HiDrive auf den Markt. Im Vergleich zu Gratis-Lösungen bietet das Angebot flexible Zugriffsprotokolle und sichere Backup-Möglichkeiten. Dafür kostet HiDrive aber mindestens 3,90 Euro im Monat.

Inhaltsverzeichnis
- 1Speicherplatz und Kosten
- 2Verwaltung per Web-Interface
- 3Flexible Zugriffsmöglichkeiten
- 4HiDrive-Verbindung per Smartphone
- 5Datensicherung mit Backup Control
- 6Fazit: Gutes Angebot, aber nicht konkurrenzlos
Die Ankündigung hörte sich hochtrabend an: Vom "Ende der lokalen Datenhaltung" sprach Damian Schmidt auf der CeBIT Preview in Hamburg Ende Januar. Im Gepäck auf der Veranstaltung hatte der Vorstandsvorsitzende von Strato sein neuestes Produkt, eine Online-Festplatte namens Strato HiDrive. Mit der Speichermöglichkeit sollen Nutzer immer und überall in die Lage versetzt werden, auf ihre Daten im Web zuzugreifen. Allerdings wird dafür eine Gebühr fällig. Netzwelt hat die Lösung angetestet, mit der Strato offiziell zur CeBIT 2010 an den Start geht.
Speicherplatz und Kosten
Strato bietet seine Online-Festplatte in zwei Versionen an: HiDrive Media für Privatanwender und HiDrive Pro für Business-Nutzer und kleinere Unternehmen. Die wesentlichen Unterschiede zwischen den beiden Varianten bestehen in der Speicherkapazität und der verfügbaren Kontenanzahl: So sind 2.500 und 5.000 Gigabyte große Online-Speicher nur bei HiDrive Pro buchbar, zudem kann der Anwender in der größten Pro-Version bis zu 120 Konten anlegen. Zum Vergleich: HiDrive Media 2.000 bietet maximal 10 User Accounts.
Für HiDrive Media werden in der günstigsten Variante mit einer Kapazität von 100 Gigabyte 3,90 Euro monatlich fällig, für 500 Gigabyte berechnet Strato 9,90 Euro. Wer mehr Speicher benötigt, wählt die 1.000 Gigabyte-Variante für 19,90 oder 2000 Gigabyte für 29,90 Euro pro Monat. Bei Bestellung der 100 und 500 Gigabyte-Version bis zum 31.03.2010 ist Strato HiDrive Media drei Monate lang gratis nutzbar. H-Drive Pro verkauft der Anbieter in drei Versionen: 1.000 Gigabyte kosten 39,90 Euro, 2.500 Gigabyte sind für 99 und 5.000 Gigabyte für 149 Euro monatlich erhältlich. Die Einführungsaktion mit kostenloser Nutzung über drei Monate bietet Strato nur in der 1.000 GB-Variante an.
Für HiDrive wird unabhängig von der gebuchten Variante eine Einrichtungsgebühr von 9,90 Euro fällig. Die Laufzeit beträgt mindestens sechs Monate, die Kündigungsfrist ein Monat zum jeweiligen Laufzeitende. Strato bucht die Gebühren nur bei Hi Drive Media mit 100 Gigabyte alle drei Monate ab, sonst werden die Kosten monatlich fällig.
| Strato HiDrive-Angebote im Überblick | ||||
|---|---|---|---|---|
| Name | Speicher | Accounts (Admin/User) | Preis (pro Monat) | Einrichtungsgebühr |
| HiDrive Media 100 | 100 GB | 1/1 | 3,90 Euro | 9,90 Euro |
| HiDrive Media 500 | 500 GB | 1/5 | 9,90 Euro | 9,90 Euro |
| HiDrive Media 1000 | 1000 GB | 1/10 | 19,90 Euro | 9,90 Euro |
| HiDrive Media 2000 | 2000 GB | 1/10 | 29,90 Euro | 9,90 Euro |
| HiDrive Pro 1000 | 1000 GB | 5/25 | 39,90 Euro | 9,90 Euro |
| HiDrive Pro 2500 | 2500 GB | 10/60 | 99,00 Euro | 9,90 Euro |
| HiDrive Pro 5000 | 5000 GB | 60/120 | 149,00 Euro | 9,90 Euro |
Verwaltung per Web-Interface
Eine der vielfältigen Zugriffsmöglichkeiten auf die Online-Festplatte besteht mittels Web-Browser. Nach Login per sicherer https-Verbindung wird der Nutzer in einem übersichtlichen Web-Interface begrüßt. Die Konto-, Speicher-, Laufwerkverwaltung, der Dateimanager sowie ein Backup-Werkzeug, von Strato Backup Control genannt, werden durch große Symbolflächen in der horizontalen Navigation dargestellt. Angenehm: Im Startfenster wird der Nutzer unter anderem über den aktuell belegten und freien Speicherplatz, Backup-Versionen und bisher eingerichtete Nutzerkonten informiert.
In der getesten Hi-Drive Media-Variante mit 500 Gigabyte Speicherplatz stehen maximal fünf Nutzerkonten zur Verfügung - für kleine Haushalte oder Familien dürfte das völlig ausreichen. Wer allerdings die Strato-Festplatte mit 100 Gigabyte bucht, erhält neben dem Administratorkonto nur Berechtigungen für einen zusätzlichen Account.
Soll ein neues Konto eingerichtet werden, vergibt der Administrator einen Benutzernamen mit Passwort und legt fest, ob nur ein Lese- oder auch ein Schreibzugriff auf den gemeinsamen "Public"-Ordner zur Verfügung gestellt werden soll. Die Zugriffsrechte lassen sich auf verschlüsselte Verbindungen beschränken und für bestimmte Protokolle - FTP, rsync, SCP, WebDAV oder Windows-Laufwerk - anpassen .
Um zu vermeiden, dass der Speicher schnell aufgebraucht wird, kann der Administrator die Kapazität für jeden Nutzer begrenzen. Dafür steht ein eigenes Menü zur Verfügung. Der Dateimanager zur Verwaltung von hochgeladenen Dokumenten erinnert vom Aufbau her an den Windows Explorer, neue Ordner richtet der Anwender dabei per rechter Maustaste und Klick auf das jeweilige übergeordnete Verzeichnis ein.

In der getesten Variante können bis zu zwanzig Dateien gleichzeitig hochgeladen werden, die Dateigröße ist nicht begrenzt. Ein Nadelöhr beim Hochladen ist allerdings die verfügbare Bandbreite: Je langsamer die Internet-Verbindung, desto mehr Zeit werden für das Hochladen benötigt. Im Test dauerte der Upload einer knapp 240 Megabyte großen Filmdatei bei einer maximalen Upload-Kapazität von rund fünf Megabit pro Sekunde knapp dreieinhalb Minuten. Ein sehr gutes Ergebnis, was auch darauf hindeutet, dass auf Serverseite keine Übertragungsverluste entstehen.
Mit Stratos Online-Festplatte lassen sich einzelne Dateien auch für Freunde, Geschäftskunden oder Bekannte freigeben. Dabei kann die Gültigkeit und die maximale Downloadanzahl begrenzt werden. Einen Link erzeugt der Nutzer einfach per rechter Maustaste auf die jeweilige Datei und verschickt diesen per E-Mail. Im Test funktionierte die Freigabe problemlos, das Herunterladen der freigegebenen Datei sicher per https-Zugriff.

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