Tarife der Netzbetreiber vorgestellt
Roaming: Günstig Telefonieren im Ausland
Deutschland ist Weltmeister im Reisen - leider kommt es dabei immer wieder vor, dass nach dem Urlaub die Erholung durch die nächste Handyrechnung empfindlich gestört wird. Dabei haben sich seit zwei Jahren die Tarife der Netzbetreiber für Auslands-Roaming deutlich nach unten entwickelt: Insbesondere durch die Regulierung der Europäischen Union gibt es Obergrenzen für Telefonate und SMS-Nachrichten, leider aber nicht für MMS und Datenverbindungen.

Inhaltsverzeichnis
- 1Der Platzhirsch: T-Mobile im Ausland
- 2Relax Holiday und International
- 3Mittelmeer, Asien und die weite Welt
- 4Britische Konkurrenz: Vodafone
- 5Happy International und Türkei-Option
- 6Surfen bei T-Mobile und Vodafone
- 7Vodafone WebSessions und Hotspots
- 8Der kleine Netzbetreiber: E-Plus
- 9Base Reisevorteil und Reisevorteil Plus
- 10Einheitliche Preise ins Ausland für SMS
Mittlerweile halten sich alle Netzbetreiber an die neuen EU-Regeln und erweitern ihre günstigen Angebote. Spannend ist dabei, welchen Blick die einzelnen Netzbetreiber auf die globalisierte Welt haben: Teilweise verstehen sie unter Europa auch Flächenstaaten, die nicht in der EU sind - also auch Schweiz und Norwegen. Für andere Netze gelten diese Länder wieder als Ausland - zunächst muss jeder Reisende also genau nachsehen, wie es der eigene Anbieter mit dem Zielland hält.
Der Platzhirsch: T-Mobile im Ausland
T-Mobile bietet zwar das am besten ausgebaute Netz in Deutschland, ist dafür aber auch immer einer der teuersten Anbieter gewesen. Im Oktober 2009 hat der rosa Riese für Reisende aber ein recht günstiges Angebot aufgelegt: Die Option T-Mobile Weltweit wurde durch Smart Traveller ergänzt. Bei allen neuen Verträgen ist die Option standardmäßig aktiviert. Bestandskunden können die Tarife über den Kundenservice wechseln.
Smart Traveller ist für Vieltelefonierer recht interessant: Kunden mit den Tarifen Relax, Combi, Relax und Complete können die Inklusivminuten auch im europäischen Ausland und der Schweiz abtelefonieren. Es wird für abgehende Gespräche lediglich ein einmaliger Verbindungspreis von 75 Cent berechnet. Dieser gilt auch für ankommende Gespräche, jedoch sind hier die ersten 60 Minuten eines Telefonats kostenlos. Die SMS kostet mit 13 Cent sogar weniger als der Versand in Deutschland.
Auch außerhalb der EU rechnet sich der Tarif Smart Traveller: Für die zweite Ländergruppe kostet ein Gespräch mit 1,49 Euro immer noch wenig. In entlegenen Gebieten wird es mit 2,99 Euro pro Minute dann doch recht teuer.
Relax Holiday und International
Wer die Kosten noch besser kontrollieren möchte, kann sich für 10 Euro die Option Relax Holiday buchen: Diese läuft automatisch aus und garantiert 30 freie Gesprächsminuten nach Deutschland aus ausgewählten Länder. Da die Liste fast nur EU-Staaten enthält, lohnt sich die Option nur für Besucher der französischen Karibik oder Kunden mit Vertrag ohne Inklusivminuten, z.B. deniPhone-Flatrates.
Wer nach dem Urlaub gerne von Deutschland in andere Länder telefoniert, sollte sich die Option International ansehen. Für 4,95 Euro im Monat sinken die Minutenpreise für weltweite Gespräche deutlich: Ein Anruf ins Festnetz in Europa kostet nur 19 Cent in der Minute statt 29 Cent bei Smart Traveller ohne Inklusivminuten. Für 24,95 Euro sind Anrufe ins europäische Festnetz mit der International Flat komplett kostenlos.
Mittelmeer, Asien und die weite Welt
Für Griechenland, die Türkei und Italien hat T-Mobile spezielle Angebote: Zum Paketpreis von 2,50 Euro im Monat sind Telefonate aus Deutschland vom Handy ins gewählte Land für nur 29 Cent pro Minute möglich. Günstig ist hierbei, dass der Minutenpreis sowohl für Festnetz, als auch für mobile Anschlüsse in den Ländern gilt - auch wenn T-Mobile darauf nur im Kleingedruckten hinweist.
Für Geschäftskunden bietet T-Mobile zusätzlich eine Asien-Option als Ergänzung zu Smart Traveller für Gespräche in China, Russland, Japan, Singapur und Hongkong an. Damit sind ankommende und abgehende Gespräche für 1,25 Euro zzgl. MwSt. recht erschwinglich. Bisher wird diese Option nicht für Privatkunden angeboten, kann an der Hotline auch auf ausdrückliche Nachfrage nicht gebucht werden.
Britische Konkurrenz: Vodafone
Der zweite große Netzbetreiber in Deutschland ist Vodafone. Hier ist die Tarifstruktur etwas einfacher als bei T-Mobile, es gibt nur zwei wichtige Optionen für das Telefonieren im Ausland: VodavoneWorld und das so genannte ReiseVersprechen. Letzteres entspricht dem Konzept von Smart Traveller: Kunden mit Inklusivminuten können diese auch im Ausland abtelefonieren. Die Option ist ohne Grundpreis buchbar.
Interessant ist im Gegensatz zu T-Mobile, dass die Inklusivminuten nicht nur in Europa gelten: Auch in Australien, Ägypten, Island, Japan, der Türkei und Neuseeland werden diese angerechnet - und zwar in alle Netze, auch andere deutsche Handy-Netze. Ankommende und abgehende Gespräche kosten einmalig 75 Cent. Mit 20 Cent für ankommende Gespräche ab der 61. Minute ist Vodafone aber um neun Cent günstiger als T-Mobile.
Darüber hinaus gelten die EU-Tarife für abgehende und ankommende Gespräche. In anderen Ländergruppen wird jeweils nach geltendem Tarif berechnet. Der Empfang von SMS ist im Ausland grundsätzlich kostenfrei. MMS werden in Europa und Schweiz bzw. Norwegen kostenfrei empfangen. Wie bei T-Mobile kostet der SMS-Versand nur 13 Cent, eine MMS wird mit 99 Cent berechnet.
Happy International und Türkei-Option
Wer aus Deutschland gerne vom Vodafone-Handy ins Ausland telefoniert, hat hier weniger Optionen als bei T-Mobile zur Auswahl: Für günstige 10 Euro im Monat kann die Option Happy International gebucht werden. Dafür sind Gespräche ins Festnetz der EU-Länder sowie Schweiz, Kanada und Norwegen sowie die Vereinigten Staaten kostenfrei. Für Telefonate zu Handys in diesen Ländern wird ein Aufschlag von 25 Cent in der Minute fällig.
Der Haken dabei: Die Option Happy International gilt nur, wenn man sich in Deutschland im Zuhause-Bereich befindet. Unterwegs gelten die teuren Minutenpreise in die jeweiligen Länder. Insgesamt ist die Option deutlich günstiger als die International Flat von T-Mobile, aber auch kaum zu gebrauchen. Andere Telefonate ins Ausland richten sich nach der aktuellen Preistabelle, die je nach Tarif für Kombi-Verträge oder Kunden mit MinutenOption unterschiedlich sind.
Einzig für die Türkei gibt es auch bei Vodafone eine eigene Option, den so genannten Türkei-Vorteil. Damit bekommt man für 19,95 Euro im Monat satte 500 Freiminuten zum Telefonieren von Deutschland in die Türkei. Darüber hinaus kostet das Gespräch 29 Cent in der Minute. Damit spart man sich einige Euros gegenüber der T-Mobile-Option. Besonders interessant sind die reduzierten SMS-Preise in die Türkei in Höhe von 30 Cent je SMS.
Surfen bei T-Mobile und Vodafone
Nur die beiden großen Netzbetreiber bieten spezielle Tarife für die mobile Datennutzung im Ausland an - wer also mit dem Notebook per UMTS surfen möchte oder unterwegs auf dem Handy E-Mails mit großen Anhängen lesen will, sollte sich die Tarife genau ansehen. Mobile Datenverbindungen sind die häufigsten Gründe für unangenehme Überraschungen auf der nächsten Rechnung.
Bei T-Mobile ist das mobile Surfen im Ausland meist teuer. Günstig wird es nur für Nutzer, die sich web'n'walk DayPass Roaming innerhalb der EU dazu buchen. Für 14,95 Euro am Tag erwirbt der Kunde lediglich 50 MB Datenvolumen - das reicht für einen kurzen Ausflug ins Web ohne Betrachtung von Videos oder E-Mails. Weitere 100 KB sind mit 19 Cent recht teuer. Für Geschäftskunden gibt es auch hier bessere Tarife und Optionen.
Vorbildlich dagegen ist Vodafone: Das ReiseVersprechen gilt auch für Datenverbindungen im Ausland. Damit kostet jedes KB soviel wie zu Hause, Inklusivvolumen werden aber nicht mitgenommen. Mit 10 Cent für 50 KB liegt der Preis im Mittelfeld. Die Option Vodafone WorldData bringt dagegen nicht viel: Innerhalb der EU kostet der 50-KB-Datenblock schon 17 Cent. Lediglich außerhalb der EU sowie den Vereinigten Staaten sind die KB-Preise günstiger als bei dem ReiseVersprechen-Tarif.
Vodafone WebSessions und Hotspots
Wer noch günstiger in der EU surfen möchte, kann bei Vodafone den Tarif WebSessions International für 14,95 Euro am Tag buchen - bekommt dafür aber auch nur 50 MB zusätzliches Freivolumen. Für 29,95 Euro ist der Tarif als International Pro auch in Hongkong, Malaysia, Singapur, Südafrika und den Vereinigten Staaten dazu buchen. Der Tarifdschungel wird komplett durch Vodafone Mobile Connect Europe XXL: Mit diesem Tarif kommen 150 MB zusätzliches Volumen im Monat für satte 69,95 Euro. Jedes weitere MB kostet stattliche 2,38 Euro.
Günstiger sind Hotspots. Hier liegt wieder der rosa Riese vorn: In vielen Tarifen von T-Mobile ist bereits eine Hotspot-Flat enthalten. Damit surft man ohne Aufpreis weltweit an T-Mobile-Hotspots. In den Vereinigten Staaten finden sich diese z.B. meist in Restaurants wie Starbucks oder McDonalds. Für wenige Euro kann je nach Tarif die Hotspot-Option auch dazu gebucht werden. Vodafone bietet bisher kein vergleichbares Netz mit ähnlicher Hotspot-Dichte.
Der kleine Netzbetreiber: E-Plus
Neben den großen Netzen hat sich E-Plus als kleinerer Mitbewerber einen Namen gemacht. Seit einigen Wochen gibt es E-Plus jedoch praktisch nicht mehr: Es werden keine eigenen Tarife mehr angeboten, sondern lediglich die Angebote der Marke Base beworben und verkauft. Daher gelten die folgenden Ausführungen auch nur für Base. Kunden mit alten E-Plus-Verträgen sollten die genauen Konditionen für Auslandstelefonate beim Netzbetreiber erfragen und ggf. zu den Base-Tarifen wechseln.
Roaming: Günstig Telefonieren im Ausland
Tarif Reiseversprechen von Vodafone kann in allen Ländern der beiden karten genutzt werden.
Insgesamt gibt es nur drei Tarife für Telefonate im Ausland: Base International, Base Reisevorteil und die Variante Base Reisevorteile Plus. Der Tarif Base International entspricht exakt den Vorgaben der europäischen Union: Ankommende Gespräche sind mit 22 Cent recht günstig und abgehende Gespräche kosten ab 51 Cent innerhalb der EU. Nordamerika ist mit 1,49 Euro so teuer wie die europäischen Nicht-EU-Länder. Die Preisspanne reicht bis zu 2,49 Euro für abgehende Gespräche aus dem Rest der Welt.

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