Modetrend von morgen?
E-Textilien: T-Shirts mit Akkufunktion
Kaum ein Forschungsbereich präsentiert derzeit so viele Ideen wie die Energietechnik. Angesichts der Debatte um Klimaschutz und dem Gebot der Energieeffizienz suchen Forscher weltweit nach immer neuen Möglichkeiten der Stromgewinnung. Jüngstes Beispiel hierfür ist das Labor der US-amerikanischen Stanford University. Die Forscher nutzen Papier oder Stoff als Energiespeicher.

Dazu werden Stoff oder Papier in ein Behältnis mit Tinte getaucht. Die Tinte ist mit Partikeln wie Lithium-Kobaltoxid oder Kohlenstoffröhrchen versehen. Danach müssen Stoff oder Papier zehn Minuten lang bei 120 Grad trocknen. Auf diese Weise entstehen bestimmte Strukturen im Nano-Bereich, die elektrische Ladungen speichern und deshalb wie ein Akku aufgeladen werden können.
20 Wattstunden pro Kilogramm Stoff
Die Technik könnte beispielsweise in Hemden oder T-Shirts zum Einsatz kommen. Ein Vorteil der Technik ist, dass Stoff robust und einfach zu handhaben ist. Die "elektrischen T-Shirts" lassen sich sogar waschen. Auch die Fabrikation von dehnbarem Stoff soll kein Problem sein.
Der leichte und poröse Stoff ist das ideale Trägermaterial für das Aufsaugen und gleichmäßige Verteilen der Tinte. Die Energieausbeute liegt bei 20 Wattstunden pro Kilogramm Stoff. Das Stanford-Labor schätzt, dass ein 300 Gramm schweres Stück Stoff dreimal so viel Energie speichern könnte wie eine herkömmliche Batterie im Handy.
E-Textilien für Sportler
Die Verbindung von Akkutechnik und Textilien ist so etwas wie ein Traum der Forscher. Bisher haben die meisten versucht, besonders flache und flexible Solarpaneele auf Hemden oder Jacken zu kleben. Das reicht, um Handy oder MP3-Player unterwegs mit Strom zu versorgen, hat aber einen gravierenden Nachteil: Jacken mit aufgeklebten Solarpaneelen sehen einfach nicht gut aus.
Nach den ersten Berichten über das E-Textil-Projekt aus Stanford haben auch schon Hightech-Hersteller aus dem Bereich Sportbekleidung ihr Interesse an der Technologie angemeldet. Denkbare Anwendungen gibt es viele. So könnten Trekking-Sportler E-Textilien mit eingewebtem Display fürs Navigationsgerät benutzen, Jogger hätten dann schon den Schrittzähler im T-Shirt eingebaut.
Wer sich jetzt schon Sorgen um die passende Farbe seines T-Shirts macht: Die Stanford-Wissenschaftler denken bereits daran, ihre Nano-Tinte in verschiedenen Farben herzustellen. Doch derlei modische Sorgen sind ohnehin noch verfrüht. Denn ob und wann die Technologie marktreif sein wird, ist noch völlig unklar. Vorerst sind die E-Textilien nicht viel mehr als eine interessante Idee aus dem Hightech-Labor.
