Bundesverbraucherschutzministerin äußert neue Vorwürfe

Datenschutz: Aigner kritisiert Googles Umgang mit Privatdaten

Datenschutz: Aigner kritisiert Googles Umgang mit Privatdaten Die Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner greift den Suchmaschinenanbieter Google erneut an. Das Unternehmen gehe mit der Privatsphäre seiner Nutzer respektlos um. Das neue Soziale Netzwerk Buzz des Internet-Giganten hat die Kontaktdaten seiner Nutzer stellenweise veröffentlicht.

Inhaltsverzeichnis

  1. 1"Massiver Eingriff in die Privatsphäre"
  2. 2Google hat bereits reagiert
  3. 3Sammelklage gegen Google

"Massiver Eingriff in die Privatsphäre"

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"Es ist ein massiver Eingriff in die Privatsphäre, wenn Kontaktdaten aus einem Mailprogramm veröffentlicht werden, indem sie mit den Kontakten anderer Nutzer verknüpft werden. Das ist, als würde eine Videothek die Listen ihrer Kunden aushängen", kritisierte Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) den Umgang von Google mit privaten Daten beim neuen Dienst Google Buzz gegenüber dem Magazin "Focus".

Google war bereits kurz nach dem Start des neuen Angebots am 9. Februar 2010 in die Kritik geraten. Wenn sich ein Google Mail-Anwender das erste Mal nach der Freischaltung für Buzz in sein Google-Konto einloggte, suchte Googles soziales Netzwerk automatisch nach bestehenden Kontakten aus dessen E-Mail-Konto. Anschließend wählte der Dienst die Mitglieder aus, mit denen der Anwender regelmäßig in E-Mail-Kontakt stand und trug deren E-Mail-Adresse in die Freundesliste des Konto-Inhabers ein.

Google hat bereits reagiert

Falls der Anwender ein öffentliches Profil erstellt hatte, konnte jeder andere Buzz-Nutzer einsehen, mit wem der Betroffene regelmäßigen Schriftverkehr hat - weil alle bestehenden Buzz-Kontakte öffentlich sichtbar sind. Dazu müssen Profilbesucher sich allerdings auf der Freundesliste des Konto-Inhabers befinden. Ärgerlich: Einträge auf der Freundesliste erfolgten ohne Freigabe durch das betroffene Buzz-Mitglied, der Anwender konnte unerwünschte Kontakte lediglich nachträglich aus der Liste entfernen. Google hat sich inzwischen für dieses Vorgehen entschuldigt und beispielsweise das "Auto-Following" deaktiviert. Seit dem vorletzten Wochenende werden den Buzz-Nutzern die E-Mail-Kontakte nur noch vorgeschlagen.

"Google verwaltet weltweit Millionen persönlicher Kontakte", sagte Aigner. "Daraus ergibt sich die besondere Verpflichtung gegenüber dem Verbraucher, vor Freischaltung eines neuen Angebots den Schutz privater Daten zu gewährleisten", so die Verbraucherschutzministerin weiter. "Es erschreckt mich schon, wenn ein Unternehmen nicht einmal Respekt vor privaten Daten seiner Kunden und unbeteiligter Dritter hat," sagte Aigner zu "Focus". Erst vor zwei Wochen hatte Aigner dem Unternehmen beim Kartendienst Google Street View eine millionenfache Verletzung der Privatsphäre vorgeworfen.

Sammelklage gegen Google

Vor wenigen Tagen forderte das amerikanische Electronic Privacy Information Center eine Untersuchung von Google Buzz durch die Regulierungsbehörde Federal Trade Commission. Die Datenschützer kritisierten dabei insbesonders, dass die Nutzer von Google Mail automatisch zu Testern eines noch nicht ausgereiften Dienstes geworden sind.

Überdies muss sich der Internetkonzern nun einer Sammelklage stellen, da angeblich unerlaubt persönliche Daten veröffentlicht wurden. Die Hauptklägerin Eva Hibnick aus Florida verlangt nun Schadenersatz und strebt eine Verfügung gegen Google an, die das Unternehmen davon abhalten soll, in Zukunft ähnliche Fehler zu begehen.

Forum

Im Forum diskutierenBeiträgeinsgesamt 6 Beiträge

Irina du musst auch eine Ecke weiter denken. Beispiele von Datenmißbrauch findest Du hier Im allgemeinen kann ich die Seite nur empfehlen. Wenn Du dir die aktuelle PC...

"Google ist doch dafür bekannt den Datenschutz nicht so genau zu beachten." So ein Quatsch! Das ist einfach nur eine Behauptung ohne jeden Beleg. Nennen Sie doch mal einen konkreten Fall, wo diese Behauptung...

Micha, die anderen sozialen Netzwerke machen nichts anderes. Es geht nur um Deine Daten.

Es ist schon eine Handhabe von Google die mir auch nicht gefällt. Google ist doch dafür bekannt den Datenschutz nicht so genau zu beachten. Die Leute die soziale Netzwerke benutzen sollten sich selbst mal Gedanken...

Zitat: Liebe Frau Aigner, solange der Staat als Hehler auftritt, geklaute Privatdaten kauft und verwendet - und sich nicht an seine eigenen Datenschutzgesetze hält - sollten sich Politiker aus...

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