Verkehrte Netzwelt: RIP in Peace!
Achtung, Achtung - hier warnt das FBI
Bei manchen Filmtiteln erscheint sogar eine Warnung des FBI. All das kann doch nur einem einzigen Zweck dienen: Zahlende Kunden einschüchtern. Raubkopierer stecken einfach die gebrannte DVD ins Laufwerk. Jemand anderes hat sich bereits die Mühe gemacht, den lästigen Werbewarnblock für sie zu entfernen. Es geht direkt los. Vielleicht hat die Filmindustrie etwas gegen Barbara, vielleicht will sie auch nicht ihr Geld. Vielleicht warten die hohen Tiere einfach darauf unachtsame Busfahrer, die in ihrer Not Quengel-Kinder im Bus per DVD ruhigstellen wollen, zu verklagen.
Wie sonst lässt sich erklären, wieso gerade Barbara die ganzen "Raubkopierer sind Verbrecher" und "Sie würden doch auch nicht in einem Laden stehlen"-Clips in Endlosrotation vorgesetzt bekommt. Mein Gott, Barbara hat doch bezahlt, sehr viel sogar, bitte liebe Filmlobby, nun lasst doch die Barbara ihren Brad Pitt schauen. Barbara ist die falsche Adresse, hier liegt ein Sender-Empfänger-Problem vor.
Es muss irgendwann zwischen dem 15. und 16. Werbespot passiert sein, als Barbara die Sicherungen durchgegangen sind, sie die Kontrolle verlor. Mit Schaum vorm Mund schnallt sie die Playstation auf ihren Rücken, steckt ein Hunderter-Pack DVD-Rohlinge unter den Arm und knallt beim Verlassen der Wohnung die Tür so dermaßen fest hinter sich zu, dass der ruhesuchende und von nervigen Kindern gequälte Schulbusfahrer ein Stockwerk über ihr erschrocken aus dem Bett fällt.
Augenzeugen sollten später berichten, wie Barbara und ihre Playstation wild rudernd durch die Fußgängerzone taumelten, sie ständig Sätze wie "Ich bezahle sogar GEZ" oder "ist hier vielleicht irgendwo eine Ölplattform?" schrie. Darüber mag man schmunzeln. Die armen Passanten, die ihre zu Wurfgeschossen umfunktionierten DVD-Rohlinge abbekamen, sicherlich nicht. Oder erst dann, wenn sie im Krankenhaus aus dem künstlichen Koma wieder erwachen.
Legales Rippen als Therapiemaßnahme
Irgendwann gelang es der Polizei schließlich Barbara zu überwältigen und einem Richter vorzuführen. Ein Psychiater attestierte ihr ein gestörtes Rechtsempfinden und sprach gegenüber dem Gericht die Empfehlung aus, man solle Barbara erlauben, ganz legal DVDs rippen zu dürfen.
Nun sitzt sie noch immer unter behördlicher Aufsicht in einer Anstalt und rippt ganz legal aktuelle Kinofilme. Rip in Peace, Barbara, wir können dich und deinen Unmut ein Stück weit verstehen.
Weitere Informationen
Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir eine redaktionelle Übersicht erstellt. Sie finden das Special zu Filesharing hier.
