Wie Barbara Ehrlichhaut zur Filesharerin wurde
Verkehrte Netzwelt: RIP in Peace!
"Im Namen des Volkes ergeht folgendes Urteil: Frau Barbara Ehrlichhaut wird auf Grund ihres öffentlichen Fehlverhaltens zu betreutem Wohnen und Rippen aktueller Kinofilme unter ständiger, behördlicher Aufsicht verurteilt". Aber spulen wir kurz zurück zum Anfang dieser Geschichte:
Inhaltsverzeichnis
- 1Tausche ehrlich verdiente Geldscheine gegen Original-DVDs
- 2Achtung, Achtung - hier warnt das FBI
- 3Legales Rippen als Therapiemaßnahme
Es gibt sie noch, die ehrliche Haut, die frohen Mutes in den Elektronikmarkt stiefelt um Filme auf DVD oder Blu-ray zu erwerben. Ganz legal, Scheine gegen Scheibe. Diese Menschen lehnen Tauschbörsen ab. Ihre Argumente - schlechtere Film-Qualität, Virengefahr, Illegalität, moralische Bedenken, Inkompatibilität - kann man mehr als gut verstehen. Komischerweise hegt die Filmindustrie einen Gräuel gegen unsere ehrliche Haut, nennen wir sie stellvertretend Barbara Ehrlichhaut.
Tausche ehrlich verdiente Geldscheine gegen Original-DVDs
Als Barbara neulich mit zwei aktuellen Blu-ray-Blockbustern für insgesamt 80 Euro zu Hause ankommt, verstaut sie ihre restlichen Einkäufe und lässt sich anschließend aufs Sofa fallen. Der erste Film soll direkt in den Player wandern. Mit den Fingernägeln versucht sie die nervige Umverpackung zu öffnen, greift anschließend zur Schere, dann zum Küchenmesser und schließlich zur Laub-, dann zur Kettensäge. Es sieht so aus, als hätte die Filmindustrie etwas gegen Barbara.
Nach einem halbstündigen Verpackungskampf - ein schlichtes Siegel hätte es doch auch getan - liegt die erste Scheibe im Blu-ray-Player. Ein neues Firmware-Update für das Abspielgerät liegt vor. Es wird versucht eine Internetverbindung herzustellen. Es konnte keine Internetverbindung hergestellt werden, wollen Sie trotzdem fortfahren. Abbruch. Bluescreen. Zum Glück steht die Playstation 3 als Ersatzabspielgerät im Regal.
Doch statt des Filmes mit ihrem Lieblingsschauspieler bekommt sie nun ein Feuerwerk an Warnhinweisen, Jugendschutzhinweisen, Werbung und endlosen Trailern für andere Filme zu sehen. Nur auf ihren Brad Pitt muss sie warten. Und das ziemlich lange.
Skip, Skip, Skip, Skip, Menü - Start: Warten. Warten. Skip, Skip, Skip, Skip - Ärgern. Das Anschauen einer legal erworbenen DVD oder Blu-ray-Disc ist fast zum Fernbedienungs-Sport mutiert. Bis Barabara das bekommt, wofür sie einen stolzen Preis bezahlt hat, vergehen mindestens fünf Minuten. Gefühlt sind es aber fünf Stunden, in denen sie wie wild auf den Tasten der Fernbedienung einhämmert.
In der Zwischenzeit erfährt sie immerhin, dass dieser Film nicht in Schulbussen oder auf Ölplattformen gezeigt werden darf. Dabei hat Barbara noch nie einen ölverschmierten Mann in gelber Regenjacke den nächstbesten Media Markt mit den Worten: "Ich und die Jungs haben Lust auf Film" betreten sehen.


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Ein wirklich toller Beitrag, der die Zwangs-Spot-Orgien so einiger Silberlinge auf den Punkt bringt :eek:
Klasse Story! wirklich super geschrieben! weiter so
könnte glatt real sein bei nden vielen werbeeinblendungen und warnhinweisen :D
Wenn derartiges wie "provizierte Notwehr" keinen Rechtfertigungsgrund darstellt, müsste doch auch das Rippen solcher Filme straffrei bleiben. Wieso soll sich jemand auf Urheberrecht oder sonstiges berufen dürfen,...
Sehr lustig geschrieben und leider auch allzu wahr - thumbsup :)