Internationale Unternehmen als Ziel von Cyberkriminellen

Sicherheit: Großer Hackerangriff mit Ursprung in Deutschland

Sicherheit: Großer Hackerangriff mit Ursprung in Deutschland Nahezu unbemerkt sollen Hacker bereits seit 18 Monaten in weltweit koordinierten Angriffen in eine stetig steigende Zahl von Computer-Netzwerken eindringen. Die Angriffe nahmen im Jahr 2008 in Deutschland ihren Anfang und dauern teils noch an.

Bereits 2400 Unternehmen betroffen

Werbung

Wie die amerikanische Zeitung "Wall Street Journal" berichtet, sind bereits über 2.400 Unternehmen, Banken und Regierungsbehörden auf der ganzen Welt von den Internetangriffen betroffen. Der Start der Attacke soll 2008 in Deutschland erfolgt sein.

Ein Mitarbeiter des Sicherheitsunternehmens NetWitness hatte die Hacker-Aktivitäten nach Angaben der US-Zeitung am 26. Januar 2010 entdeckt. Das wirkliche Ausmaß des Schadens werde derzeit noch untersucht und betroffene Unternehmen informiert. Den Datendieben soll aber der Zugriff auf brisante Daten wie Kreditkarten-Details und geheime Firmeninformationen möglich gewesen sein.

Das FBI hat nach Angaben der amerikanischen Zeitung inzwischen Ermittlungen aufgenommen. Geknackt wurden nach jetzigem Wissensstand 75.000 Computer in 196 Ländern. In mehr als 100 Fällen seien die Hacker auf die Server der Unternehmen gelangt - und auch in die Computer von mindestens zehn US-Regierungsbehörden eingedrungen. Die Länder mit den am meisten infizierten Rechnern seien Ägypten, Mexiko, Saudi-Arabien, die Türkei und die USA.

Die Menge der gestohlenen Daten und deren weitere Verwendung sei derzeit noch unklar. Betroffen sind nach Angaben des "Wall Street Journal" unter anderem der Pharmariese Merck sowie die Paramount Filmstudios. Merck und Cardinal Health, ein weiteres attackiertes Unternehmen, erklärten, dass sie das Problem eingegrenzt hätten. Bei Merck wurde nach Angaben der Zeitung nur ein infizierter PC entdeckt und isoliert, sensible Daten seien nicht betroffen gewesen.

Ende 2008 sollen die Hacker zunächst in Deutschland damit begonnen haben, Mitarbeiter von Unternehmen auf manipulierte Webseiten zu locken oder zum Öffnen von E-Mail-Anhängen zu bewegen, die mit der Spyware "ZeuS" infiziert waren. Nach Angaben von NetWitness soll eine kriminelle Gruppe osteuropäischer Hacker hinter den Attacken stehen und dazu auch Computer in China verwendet haben.

Weitere Informationen

Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir eine redaktionelle Übersicht erstellt. Sie finden das Special zu Virenschutz hier.

Links zum Thema

Kommentieren