Suchmaschinenanbieter legt neuen Kurs fest

Google: Priorität liegt zukünftig auf mobilen Geräten

Google: Priorität liegt zukünftig auf mobilen Geräten Der Suchmaschinengigant Google wird künftig Anwendungen und Dienste immer häufiger zuerst für Mobilfunkgeräte und dann erst für Personal Computer entwickeln. Das kündigte Google-Chef Eric Schmidt am Dienstag auf der Mobilfunkmesse Mobile World Congress in Barcelona an.

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Top-Programmierer konzentrieren sich auf mobile Plattformen
  2. 2Provider sollen sich keine Sorgen machen
  3. 3"Sie werden ihr Geld wiederbekommen"

Top-Programmierer konzentrieren sich auf mobile Plattformen

Schmidt begründete diese Strategie mit dem großen Volumen des Mobilfunkmarktes. Täglich würden allein 60.000 Geräte mit dem von Google geförderten Handybetriebssystem Android ausgeliefert. Schmidt sagte, dass Google seine Ressourcen und Top-Programmierer nun auf mobile Anwendungen konzentrieren werde. Alle neuen Programme und Dienste des Internetriesen würden zunächst für mobile Plattformen entwickelt.

Drei einzelne Bereiche würden derzeit in mobilen Endgeräten zusammengeführt, erklärte Schmidt weiter: der Computer, die Vernetzung und die Cloud. "Diese drei Bereiche wachsen im Handy zusammen und wenn man gewinnen will, dann muss man sie richtig miteinander verbinden", sagt der Google-Chef. Besonders das Cloud Computig, die Verlagerung von Rechenleistung in das Internet, hob er hervor: "Wenn man das Potenzial der Cloud nicht nutzt, dann wird man scheitern."

Provider sollen sich keine Sorgen machen

Der Konzernchef trat außerdem Befürchtungen entgegen, Google dränge sich immer mehr in die Wertschöpfungsketten der Mobilfunkprovider und Telekommunikationsunternehmen. So sei das kürzlich angekündigte Projekt von Google zur Erprobung von Hochgeschwindigkeitsnetzen für private Haushalte ein "Feldversuch", mit dem man bestimmte Geschwindigkeitsgrenzen durchbrechen möchte. "Google wird nicht in das Geschäft mit Telekommunikationsinfrastruktur einsteigen."

"Sie werden ihr Geld wiederbekommen"

Netzbetreiber wie Telefonica klagten in der Vergangenheit darüber, dass Google mit seinen Diensten im mobilen Internet Gewinn macht, ohne sie selbst an den Einnahmen zu beteiligen. "Sie werden ihr Geld wiederbekommen", kündigte Schmidt an. Er wies darauf hin, dass Google auf leistungsfähige Netze angewiesen sei. Zudem teile das Unternehmen seine Umsätze auch mit den App-Entwicklern. Es gebe sicher Wege, auch die Netzbetreiber vom Boom im mobilen Internet profitieren zu lassen.

Während des Auftritts von Schmidt zeigte der aus Aachen stammende Neurobiologe und Google-Mitarbeiter Hartmut Neven, wie auf einem Smartphone mit Android eine Sprachsuche auf Deutsch funktioniert. Außerdem demonstrierte Neven, wie aus einem Foto einer auf Deutsch formulierten Speisekarte in wenigen Sekunden aus dem Netz eine englischsprachige Übersetzung gezogen werden kann. Solche Dienste seien auf dem Handy möglich, weil im Netz eine unglaublich hohe Rechenleistung zur Verfügung stehe.

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