Suchalgorithmen ab zweitem Quartal 2010 online

Seti: Alien-Suche mit Open-Source-Code

Hobby-Astronomen können sich jetzt an der Suche nach Aliens beteiligen: Das Seti-Institut stellt Datensätze von Radioteleskopen online. Interessierte können sich auch an der Optimierung der Suchalgorithmen beteiligen - mathematische Begabung und Programmierkenntnisse vorausgesetzt.

Allen Telescope Array
Die vielen kleinen Radioteleskope des Allen Telescope Array liefern im Verbund die Daten für die Suche nach außerirdischem Leben. (Bild: Seti)

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Suchalgorithmen als Open Source
  2. 2NASA, HP und Sun unterstützen Seti
  3. 3Seti-Tools als Bildschirmschoner

Gute Nachricht für alle, die sich für außerirdisches Leben im Universum - landläufig auch Aliens genannt - interessieren. Das Seti-Institut hat angekündigt, seine gesammelten Daten und Suchalgorithmen für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Ein Hauptziel des Seti-Instituts (Seti, Search for Extraterrestrial Intelligence) besteht darin, mit Radioteleskopen nach Signalen von außerirdischem Leben zu suchen.

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Um die Mithilfe von Hobby-Astronomen weltweit zu organisieren, wurde erst vor Kurzem eine neue Webseite namens SETIQuest.org ins Leben gerufen. Interessenten können sich hier Daten und Suchalgorithmen holen und so die Fahndung nach außerirdischen Lebensformen unterstützen.

Suchalgorithmen als Open Source

Die Suchalgorithmen sind als Open-Source-Code konzipiert. Somit können mathematisch begabte Alien-Jäger den Code weiterentwickeln und verbessern. Der Code soll ab dem zweiten Quartal 2010 nach und nach online gestellt werden. Jedes Modul erhält bei der Veröffentlichung zusätzlich eine ausführliche Dokumentation, damit die Hobby-Astronomen damit arbeiten können.

Dazu soll sich in der "Setiquest Community" auch eine Fachdiskussion über die Algorithmen und das Projekt entwickeln. Die Vermutung liegt nahe, dass sich das Institut damit auch selbst entlasten will. Denn, wenn das Vorhaben klappt, könnte eine Heerschar von Hobby-Astronomen den Forschern Arbeit abnehmen, in dem es den Code verbessert und weiterentwickelt.

Die Daten stammen von der Radiosternwarte Allen Telescope Array (ATA), die wiederum die Signale von einem Verbund zahlreicher Teleskopantennen aufnimmt. Im Gegensatz zu den sonst bekannten Riesenteleskopen wie dem Arecibo-Teleskop (306 Meter) in Puerto Rico sind die ATA-Schüsseln mit jeweils 6,1 Metern relativ klein. Erst durch den Zusammenschluss der Antennen wird die notwendige Beobachtungstiefe erzeugt. Am Ende des noch im Ausbau befindlichen Projekts sollen 350 Antennenschüsseln ihre Daten liefern. Der Namen der Radiosternwarte "Allen Telescope Array" stammt übrigens von Microsoft-Gründer Paul Allen, einem Förderer des Projekts.

NASA, HP und Sun unterstützen Seti

Ziel des 1984 gegründeten Seti-Instituts ist dabei nicht einfach die Suche nach Aliens, sondern "Ursprung, Natur und Verbreitung des Lebens im Universum" zu erforschen. Das Institut besteht eigentlich aus drei Zentren, dem "Center for SETI Research", dem "Carl Sagan Center for the Study of Life in the Universe" und dem "Center for Education and Public Outreach". Das Institut ist als Non-Profit-Organisation rein privatwirtschaftlich aufgestellt, kann sich aber auf eine Reihe von Sponsoren stützen, darunter die NASA, das US-Energieministerium und auch einige IT-Unternehmen wie Sun Microsystems oder HP.

Seti-Tools als Bildschirmschoner

Allzu große Hoffnungen, dass angesichts der geballten Hochtechnologie demnächst die ersten Grußbotschaften von Alpha Centauri auf der Erde eintrudeln, sollte man sich aber nicht machen. Das sieht man auch am Projekt Seti@home der Universität Berkeley, das schon im Jahre 1999 Aufsehen erregt hatte. Damals hatten Millionen von PC-Nutzern weltweit sich ein kleines Tool heruntergeladen, eine Art Bildschirmschoner mit eingebauter Alien-Suche.

In der Zeit, in der der Rechner nicht benutzt wird, lädt die Software einen Datensatz vom Seti-Institut herunter und analysiert diesen und sucht nach auffälligen Mustern. Das Projekt ist immer noch aktiv und hat laut Wikipedia inzwischen schon 2,3 Millionen Jahre Rechenzeit zusammengebracht. Grußbotschaften von Aliens wurden bisher aber nicht gefunden.

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