Von GSM und GPRS über UMTS und HSPA bis hin zu LTE
Netzwelt-Wissen: Mobilfunk-Standards
GSM, UMTS, HSDPA, HSUPA, Quadband: Moderne Handys funken auf den verschiedensten Frequenzen, die in Produkt-Beschreibungen als kryptische Abkürzungen auftauchen. Doch was steckt hinter all den Buchstaben? Netzwelt-Wissen klärt auf.

Inhaltsverzeichnis
- 1GSM: Der Durchbruch
- 2GPRS: Paketübermittlung im Modem-Tempo
- 3EDGE: Die Datenschleuder
- 4UMTS: Der Datenturbo
- 5HSPA: Der UMTS-Beschleuniger
- 6Ausblick: Noch schneller surfen mit LTE
Es klingelt. Irgendjemand auf dieser großen Welt musste dafür lediglich ein paar Tasten drücken, um aus beliebiger Entfernung ein anderes Handy läuten zu lassen. Den Rest erledigt die Technik, für den Menschen unsichtbar im Hintergrund. Und je nach dem, welches Handy gerade angeklingelt wird, erfolgt die Übertragung mit Hilfe verschiedener Funkstandards.
GSM: Der Durchbruch
Die Abkürzung GSM steht für "Global System for Mobile Communications", was übersetzt so viel bedeutet wie "Weltweites System für mobile Kommunikation". Dieser Namen ergibt Sinn, denn GSM ist der weltweit am weitesten verbreitete Mobilfunk-Standard. Er wird hauptsächlich zur Sprachübertragung verwendet, aber auch Kurzmitteilungen werden über das GSM-Netz verschickt. Die Empfangsbalken auf den meisten Handy-Displays zeigen die Signalstärke des GSM-Signales an.
In mehr als 218 Ländern der Welt können Menschen dank der GSM-Technik miteinander kommunizieren. Jedes aktuell in Deutschland erhältliche Handy unterstützt den GSM-Standard, der als digitaler Nachfolge-Standard zum analogen A-, B- und C-Netz auch als Mobilfunk-Standard der zweiten Generation (2G) bezeichnet wird.
In Europa funken GSM-Handys auf den Frequenzbändern 900 Megahertz und 1,8 Gigahertz. In den USA sind es die Bänder 850 Megahertz, das unter anderem auch in Kanada, Australien und vielen Südafrikanischen Ländern aktiv ist, sowie 1,9 Gigahertz. Unterstützt ein Mobilfunkgerät jede einzelne dieser Frequenzen, so sprich man von einem Quadband-Handy. Dank des so genannten Roaming-Verfahrens sind Handy-Besitzer mit ein und derselben Nummer praktisch auf der ganzen Welt erreichbar.
GPRS: Paketübermittlung im Modem-Tempo
Hinter dem Begriff "General Packet Radio Service" (GPRS) - zu Deutsch in etwa "Allgemein paketorientierter Funkdienst" - verbirgt sich eine Technik zur reinen Datenübermittlung. Da die zu übertragenen Dateien beim Sender in mehrere Pakete aufgeteilt und erst beim Empfänger wieder zusammengesetzt werden, ist es nicht möglich, allein über GPRS Gespräche zu führen.
Das merkt der Nutzer auch beim Blick auf die eigene Handy-Rechnung. Der Mobilfunk-Anbieter rechnet allein die Datenmenge, sprich die Größe der übertragenen Pakete, und nicht die Übertragungsdauer wie beim Gesprächsguthaben ab. Mit einer typischen Datendurchsatz-Rate zwischen 40 und 54 Kilobyte in der Sekunde entspricht der mobile Datenabruf per GPRS in etwa der Geschwindigkeit eines älteren Einwahl-Modems.
GPRS wird wegen der vergleichsweise geringen Geschwindigkeit meist für das Abrufen von E-Mails oder Multimedia-Nachrichten und nicht für das mobile Internetsurfen verwendet. Die GPRS-fähige Hardware wird in drei verschiedene Klassen eingeteilt, wobei die meisten Handys in die Kategorie B fallen. So genannte "Class-B"-Geräte können entweder Daten über GPRS herunterladen oder ein Gespräch führen, aber nicht beides gleichzeitig.

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