Iranische Regierung plant eigenen E-Mail-Dienst
Google Mail: Iranische Regierung blockiert E-Mail-Dienst
Der Iran hat angekündigt, den Zugriff auf den E-Mail-Dienst aus dem Hause Google zu sperren. Nach Medienberichten soll stattdessen ein lokaler Anbieter eingesetzt werden, der vom Staat unterstützt wird. Der Grund sind vermutlich angekündigte Demonstrationen der Opposition.
Die amerikanische Zeitung "Wall Street Journal" berichtet, die Telekommunikationsbehörde in Teheran habe ankündigt, den Zugang zu Google Mail landesweit auf Dauer zu kappen. In einem Artikel der Zeitung heißt es, dass man die Bürger mit dieser Maßnahme davon abhalten wolle, an regierungsfeindlichen Protesten teilzunehmen.
Google bestätigt Blockade
Google-Sprecher Kay Oberbeck sagte gegenüber dem Magazin "Spiegel Online", dass die Sperre offenbar schon eingerichtet wurde: "Wir haben von Google-Mail-Nutzern in Iran gehört, dass sie Probleme beim Zugang zu ihren E-Mail Konten haben. Wir können einen drastischen Rückgang des Verkehrsaufkommens bestätigen und haben unsere eigenen Netzwerke geprüft und herausgefunden, dass sie einwandfrei funktionieren."
Die angeblichen Pläne der iranischen Regierung bestätigte der Sprecher allerdings nicht. Die Regierung plant nach Berichten des "Wall Street Journal" die Einführung eines offiziellen staatlichen E-Mail-Anbieters. Dieser solle "bald" für die Bürger zur Verfügung stehen. Ob damit ein komplett eigenständiger Dienst gemeint ist, oder die iranische Regierung auf einen lokalen Anbieter zurückgreifen will, ist nicht bekannt.
Demonstrationen der Opposition angekündigt
Ein möglicher Hintergrund der Sperre ist der heute stattfindende Jahrestag der Islamischen Revolution. Oppositionsführer haben ihre Anhänger anlässlich des Feiertags aufgefordert, auf die Straße zu gehen und gegen die Regierung zu demonstrieren. Die Regierung hatte Medienberichten zufolge in den letzten Wochen die Internet-Zensur drastisch verschärft, um Proteste gegen den Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad im Vorfeld zu verhindern.
So ist der Zugriff auf Webseiten verboten, deren Inhalte gegen religiöse Werte, soziale Moral, die Sicherheit und den sozialen Frieden verstoßen. Zudem hat man die Nutzung von SMS-Kurznachrichten und E-Mails zur Planung von Demonstrationen untersagt. Nach den Wahlen im Juni letzten Jahres war der Mikroblogging-Dienst Twitter eine der letzten Möglichkeiten für die Bürger Irans, mit der Außenwelt zu kommunizieren. Facebook, Youtube, Telefonleitungen und sogar Chats hatte die Regierung damals blockiert.

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