Empfangswege im Überblick

Olympia: Scharfe Bilder per HDTV



11.02.2010 14:30 Uhr

Pünktlich zu den Olympischen Winterspielen starten die öffentlich-rechtlichen Sender mit der Regelausstrahlung des hochauflösenden Fernsehens in Deutschland. Zuschauer empfangen die scharfen Bilder über Satellit, Kabel und IPTV. Aber auch per Online-Stream wird Olympia in HD übertragen.

ARD Olympia
Die ARD berichtet über die Olympischen Winterspiele in Vancouver auch im Netz - und strahlt auf der Plattform ihre HD-Sendungen per Online-Stream aus. Bild: Screenshot

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Satellitenempfang: Größte Programmauswahl
  2. 2HD über IPTV bei der Telekom und Hansenet
  3. 3Schneller Internetanschluss für HD-Fernsehen
  4. 4Scharfe Bilder auch per Online-Stream
  5. 5Empfang von HD-Sendern der Privaten
  6. 6Full HD-Geräte bieten höhere Qualität

Was lange währt, wird endlich gut. So abgedroschen das Sprichwort auch daherkommen mag, auf die Lage des hochauflösenden Fernsehens HDTV hierzulande passt die Phrase ganz gut. Denn nach jahrelangen Schwierigkeiten startet HDTV jetzt richtig durch: Nachdem RTL und Prosiebensat1 schon länger scharfe Bilder in die angeschlossenen Haushalte schicken, beginnen auch die Öffentlich-Rechtlichen mit der HDTV-Regelausstrahlung - pünktlich zum Start der Olympischen Winterspiele am Freitag, dem 12. Februar 2010.

Zum Olympia-Start in Vancouver werden zunächst die Sender ARD HD, ZDF HD und Arte HD übertragen - unverschlüsselt. Das heißt, das für die Zuschauer keine zusätzlichen Kosten entstehen. Um die Wettkämpfe von angesagten Sportlern wie der deutschen Top-Biathletin Magdalena Neuner oder US-Skistars wie Lindsey Vonn hautnah per HDTV mitzuerleben, kommen aktuell vier Empfangswege in Frage: Satellit, Kabel, Internet-Fernsehen, kurz IPTV, und Online-Streaming-Lösungen. Über DVB-T wird HD-Fernsehen nicht eingespeist.

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Satellitenempfang: Größte Programmauswahl

Per Antennenschüssel erhalten Zuschauer die größte HD-Senderauswahl. Zur Verfügung stehen neben den öffentlich-rechtlichen Angeboten die sieben kostenpflichtigen hochauflösenden Kanäle des Bezahlsenders Sky und der privaten Rundfunkanstalten, also RTL, Vox, Sat1, Prosieben und Kabel Eins. Alle drei Sender strahlen über Astra-Satelliten aus.

Wer mit seinem Windows- oder Mac-Rechner die öffentlich-rechtlichen HD-Sender empfangen möchte, kann auf Empfangsboxen oder Einsteckkarten zurückgreifen. Bekannt sind Lösungen von Hauppauge oder Elgato. Die Hauppauge-TV-Karte "WinTV-NOVA-HD-S2-Karte" für Windows-PCs, ausgerüstet mit DVB-S und DVB-S2-Standard, ist zu einem Straßenpreis von rund 90 Euro erhältlich. Elgato hat mit dem HDTV-Tuner "eye TV Sat" eine Hardware für Mac- und Windows-Nutzer im Angebot. Kostenpunkt: rund 150 Euro. Beide Geräte ermöglichen auch HDTV-Aufnahmen mit einem integrierten digitalen Videorekorder.

HD über IPTV bei der Telekom und Hansenet

Als zweiter Empfangsweg neben der Satellitenlösung bietet sich das Kabelnetz an. Welche HD-Programme eingespeist werden, hängt vom Anbieter ab. Deutschlands größter Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland etwa hat sich Ende Januar mit den Öffentlich-Rechtlichen über eine Einspeisung von ARD, ZDF und Arte in HD geeinigt. Daneben wird Sky in Hochauflösung gesendet, dafür werden aber im Gegensatz zu den öffentlich-rechtlichen Kanälen Extrakosten fällig. Auf den Anbieterseiten erfährt der Verbraucher, ob der jeweilige Netzbetreiber den HD-Empfang am Wohnort ermöglicht.

Auch per Internetleitung sind die Qualitätssignale der Öffentlich-Rechtlichen empfangbar. Zur Verfügung stehen die IPTV-Pakete der Deutschen Telekom, "Entertain" genannt, und Alice TV von Hansenet. Die bandbreitenhungrigen HD-Kanäle werden über schnelle VDSL- oder ADSL+-Leitungen angeliefert.

Schneller Internetanschluss für HD-Fernsehen

Zum Empfang setzt die Telekom die Buchung eines Entertain-Pakets mit einer VDSL-Leitung von bis zu 25.000 Kilobit pro Sekunde voraus, das günstigste Paket kostet demnach 37,95 Euro monatlich. Es enthält einen Festnetzanschluss fürs Telefonieren mit Minutentarif, aber keine separate Internet-Leitung zum Surfen im Netz.

Hansenet dagegen liefert sein IPTV-Paket per ADSL+ für Kunden mit einem schnellen Anschluss von mindestens 10.000 Kilobit pro Sekunde an. Das günstigste Angebot beim Anbieter kostet derzeit 19,90 Euro monatlich. Für die nötige Empfangsbox zum Kauf oder zur Miete werden bei beiden Anbietern Extrakosten fällig.

Scharfe Bilder auch per Online-Stream

Verbraucher, die auf Olympia in HD nicht verzichten wollen, aber keine Möglichkeit besitzen, hochauflösendes Fernsehen per Satellit, Kabel oder IPTV zu empfangen, können auf Online-Angebote ausweichen. Einen kostenlosen Kanal bietet etwa die European Broadcasting Union, kurz EBU an. Daneben starten auch Microsoft und der US-amerikanische Sender NBC einen Stream zu den Olympischen Winterspielen in Vancouver. Und auch die ARD überträgt ihre Sendungen in HD-Qualität im Internet.

Zum störungsfreien Empfang der Online-Streams ist eine schnelle Internetleitung mit Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 16.000 Kilobit pro Sekunde anzuraten. Für hochauflösendes Fernsehen per Satellit, Kabel und IPTV wird grundsätzlich ein HD-tauglicher Receiver benötigt. Per Satellit und Kabel kosten die günstigsten Geräte um die 150 Euro, bei der Satellitenlösung muss daneben eine Antennenschüssel angeschafft werden. Internet-Fernsehen in HD kann der Nutzer nur über Miet- oder Kaufgeräte der entsprechenden Anbieter auf das Fernsehgerät holen.

Empfang von HD-Sendern der Privaten

Wer die Qualitätssignale der Privaten im Wohnzimmer empfangen möchte, achtet auf einen HD+-tauglichen Receiver. HD+ ist eine verschlüsselte Plattform des Satellitenbetreibers Astra. Ein HD+-taugliches Empfangsgerät ist etwa der Humax HD-Fox, der 200 Euro kostet. Alternativ bietet sich auch der TT-micro S835 HD+ von Technotrend zum gleichen Preis an. Auch eine Lösung mit integrierter Festplatte wie der iCord HD+ für rund 600 Euro kommt in Frage.

Die Geräte enthalten einen kostenfreien Zugang zu den Kanälen der Privaten für zwölf Monate, danach werden voraussichtlich 50 Euro im Jahr fällig - genaue Angaben zu den zukünftigen Gebühren stehen derzeit aber noch aus. Allerdings ist die Nutzung beeinträchtigt: So ist das Vorspulen von Werbung nicht bei jedem Anbieter möglich, auch die Aufnahme kann unterbunden werden.

Full HD-Geräte bieten höhere Qualität

Alte Empfangsgeräte lassen sich demnächst mit einem Kartenleser, einem so genannten CAM-Modul, nachrüsten. Die Empfangsboxen müssen dazu aber einen CI+-Schacht besitzen, der das CAM-Modul aufnimmt. Zur Dekodierung der TV-Signale ist dann noch eine Smartcard vonnöten. Die ersten CAM-Modulemit dem neuen HD+-Standard sollen aller Voraussicht nach noch im Frühjahr 2010 auf den Markt kommen.

Natürlich muss für den hochauflösenden Fernsehgenuss auch der Flachbildfernseher HDTV unterstützen. Um die Qualität der scharfen Bilder ausreizen zu können, muss das Fernsehgerät mindestens HD-ready sein, also eine Auflösung von 1.280 mal 720 Bildpunkten bieten. Der Grund: ARD, ZDF und Arte strahlen in dem Format 720p aus, was der HD-ready-Auflösung entspricht. Auf Nummer sicher gehen Verbraucher aber mit Full-HD-Geräten. Deren Bildschirme liefern 1.920 mal 1.280 Bildpunkte - die Auflösung, mit der auch die Privaten ihre HD-Kanäle ins Wohnzimmer bringen.

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