Private E-Mail-Kontakte erscheinen im öffentlichen Profil
Google Buzz: Netzwerk erlaubt unerwünschte Einblicke (Update)
Google Buzz gestattet ungewollte Einblicke in die Privatsphäre von Google-Nutzern:
Die Grundeinstellungen von Googles neuem Sozialen Netzwerk gestatten allen Buzz-Nutzern, private E-Mail-Kontakte anderer Netzwerk-Mitglieder einzusehen - dazu müssen sie sich lediglich auf der Freundesliste des Betroffenen eintragen.
Das Update vom 12. Februar "Google erhöht Datensicherheit" finden Sie am Ende des Beitrags.
Öffentliches Profil als Standardeinstellung
Wenn sich ein Google Mail-Anwender das erste Mal nach der Freischaltung für Buzz in sein Google-Konto einloggt, sucht Googles Soziales Netzwerk automatisch nach bestehenden Kontakten aus dessen E-Mail-Konto. Anschließend wählt der Dienst die Kontakte aus, mit denen der Anwender regelmäßig in E-Mail-Kontakt steht und trägt sie in die Freundesliste des Konto-Inhabers ein.
Falls der Anwender ein öffentliches Profil erstellt hat, kann jeder andere Buzz-Nutzer einsehen, mit wem der Betroffene regelmäßigen Schriftverkehr hat - weil alle bestehenden Buzz-Kontakte öffentlich sichtbar sind. Dazu müssen Profilbesucher sich allerdings auf der Freundesliste des Konto-Inhabers befinden. Ärgerlich: Einträge auf der Freundesliste erfolgen ohne Freigabe durch das betroffene Buzz-Mitglied, der Anwender kann unerwünschte Kontakte lediglich nachträglich aus der Liste entfernen
Unerwünschte Einblicke
Und bereits bei der Aktivierung des Buzz-Profils ist der Dienst so eingestellt, dass der Anwender-Account öffentlich erscheint. Der Suchmaschinenbetreiber weist im Laufe des Aktivierungsprozesses den Nutzer nicht ausdrücklich darauf hin, dass bei einem öffentlichen Buzz-Profil auch alle Buzz-Kontakte einsehbar sind. Wer die entsprechenden Einstellungen nicht schnell ändert, gibt Fremden möglicherweise ungewollt tiefe Einblick in die eigene Privatsphäre.
Im schlimmsten Fall kann es so beispielsweise zu Problemen mit dem Partnern oder Arbeitgeber kommen - etwa, wenn der Chef erfährt, das der Anwender mit der Personalabteilung eines anderen Unternehmens in Kontakt steht, oder die Ehefrau sieht, dass ihr Partner sich regelmäßig über das Internet mit der Ex-Partnerin unterhält.
Konto-Einstellungen ändern
Gegen die Veröffentlichung der eigenen Kontakte bei Buzz hilft nur der Weg in die Einstellungsmenüs des Online-Dienstes. Anwender, die ihre Privatsphäre schützen wollen, sollten dort das eigene Profil als "privat" deklarieren. Wer gar kein Interesse an Googles neuem Sozialen Netzwerk hat, kann den Dienst am unteren Seitenrand des Google Mail-Fensters über den Textlink "Buzz deaktivieren" unter der Anzeige des genutzten Speicherplatzes abschalten.
Auch bei anderen Netzwerken - etwa beim Mikroblogging-Dienst Twitter - sind alle Kontakte einsehbar. Google Buzz basiert aber auf dem E-Mail-Dienst Google Mail, wodurch private Daten aus dem E-Mail-Konto an die Öffentlichkeit gelangen können. "Angesichts der Tatsache, dass viele junge Leute die Voreinstellungen einfach so hinnehmen, stellt dieses Verfahren unser Ansicht nach eindeutig ein Sicherheitsrisiko dar", sagt Johannes Caspar, Datenschutzbeauftragter von Hamburg. "Wünschenswert wären bessere Vorkehrungen zum Schutz der Privatsphäre, etwa durch eine angemessene Opt-in-Regelung für die Freigabe der Kontakdaten."
Update vom 12. Februar: Google optimiert Datenschutz-Funktionen
Nach Kritik von Nutzern und Datenschützern erhöht Google die Datensicherheit für sein in dieser Woche gestartetes Soziales Netzwerk Buzz. Derzeit spielt der Suchmaschinenanbieter nach eigenen Angaben ein entsprechendes Update auf seine Server. Nach der Aktualisierung fragt Google Buzz-Anwender nach dem Verfassen der ersten Buzz-Mitteilung, ob andere Nutzer die Liste der Personen einsehen dürfen, denen der Buzz-Neuling folgt.
Unerwünschte Follower können über eine entsprechende Liste blockiert werden. Google teilt außerdem mit, dass in den ersten beiden Tagen nach dem Start des Facebook- und Twitter-Konkurrenten Buzz bereits über neun Millionen Einträge und Kommentare verfasst wurden. Außerdem sollen derzeit pro Minute über 200 Nachrichten von Handys und andere mobilen Geräten über Buzz verschickt werden.

ich habs gerade noch einmal mit einem zweiten google-account ausprobiert. Auf der vorgeschalteten Seite wird gefragt, ob ich google-buzz testen möchte oder gleich zu meinem email-account wechseln möchte. Ich wählte...
ich hab leider schon erfahren müssen, dass meine Mitleser mit den Eintragungen von RSS-Feeds belästigt wurden - obwohl ich die Feeds nicht freigegeben habe. 1. es geht niemanden etwas an, welche feeds ich abboniere...
Ich verstehe das ganze gedönst eh nicht. Ich werde mich in solchen Diensten niemals anmelden. Facebook, Twitter , Lokalisten.de ... schön kostenlos, aber letztenendes interessieren die...
Irgendwie verstehe ich die Argumentation nicht ganz. Man sieht sofort, wer bei einen mitlesen kann und bei wem man mit liest. Ich finde, dass es sehr leicht ersichtlich ist, wer die Möglichkeit hat mitzulesen und...