Spanischer Provider verlangt Gebühren von Internet-Diensten

Telefónica: Google soll für Netznutzung zahlen

Telefónica: Google soll für Netznutzung zahlen Der spanische Telekommunikationskonzern Telefónica will sich offenbar am Widerstand der US-Provider gegen das Prinzip der Netzneutralität beteiligen. Der Konzern kritisiert vor allem den Suchmaschinenbetreiber Google und das soziale Netzwerk Facebook.

"Gut für sie, aber ein Fluch für uns"

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Gegenüber der größten spanischen Tageszeitung "El Pais" forderte Konzernchef Cesar Alierta eine Beteiligung an den Gewinn von Google und anderen Internet-Diensten ein. "Die Internet-Suchmaschinen verwenden unser Netz, ohne dafür etwas zu zahlen. Das ist gut für sie, aber ein Fluch für uns", sagte Alierta. Seinen Aussagen zufolge stellt vor allem die Server- und Leitungsauslastung durch reichweitenstarke Internetportale ein Problem für die Internet-Provider dar.

Dem Suchmaschinenbetreiber Google wirft Alierta vor, seine Dominanz im Netz zu missbrauchen, um immer weiter in die Bereiche Telekommunikation, Applikationen, Mobiltelefone und Software zu expandieren. Google würde in Selbstbedienungsmentalität Inhalte von Dritten anbieten - und diese über ein Netzwerk vertreiben, das nicht sein eigenes sei, sagte Alierta gegenüber "El Pais". Neben Google und anderen Suchmaschinen nannte Alierta auch das Social Network Facebook als Beispiel. Das Online-Portal habe 700 Millionen Nutzer, mit denen es nur über die Infrastruktur der Provider zusammengebracht würde. Die Anwender würden für diese Dienstleistung zahlen, während Facebook Netz und Server unentgeltlich nutze.

Debatte um Netzneutralität

Die Argumentation Aliertas ist nicht neu. Verschiedene US-Provider haben bereits entsprechende Vorstöße gestartet. So wurden zum Beispiel Pläne zur Debatte gestellt, nur die Online-Angebote mit voller Bandbreite durchzuleiten, deren Betreiber für die Dienste der Provider zahlen. Alle anderen Webseiten sollten lediglich über eine Art Schmalsupr-Internet erreichbar sein.

In den Vereinigten Staaten hat sich bereits Widerstand formiert. Die US-Regierung und die zuständige Telekommunikationsbehörde FCC wollen Neutralitätsprinzipien, nach denen die Infrastrukturbetreiber alle erreichbaren Dienste gleich zu behandeln haben, gesetzlich festschreiben. Auch die EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes hat sich klar zur Netzneutralität bekannt.

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Im Forum diskutierenBeiträgeinsgesamt 1 Beitrag

Ich versteh die Argumente, doch ich finds ne Frechheit. Gerade diese Netzneutralität bringt doch einen beträchtlichen Teil zur Freiheit im Internet bei! Da haben sich die Provider nen Eigentor...

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