Es tut sich was in Cupertino
Amazon: Indizien für Hightech-Kindle
Der Online-Versender Amazon hat nach Presseberichten das Unternehmen Touchco übernommen, das sich auf innovative Touchscreen-Lösungen spezialisiert hat. Ziel ist vermutlich, die E-Book-Reader der Kindle-Reihe fit zu machen gegenüber einem technisch überlegenen Konkurrenten: Apples iPad.

Inhaltsverzeichnis
- 1Amazon baut Hightech-Kindle
- 2Kindle wirkt technisch veraltet
- 3Lab126 sucht neue Mitarbeiter
Amazon baut Hightech-Kindle
Die kleine Stadt Cupertino in Kalifornien hat nur etwas mehr als 50.000 Einwohner, ist zurzeit aber Schauplatz einer der wegweisenden Auseinandersetzungen des Hightech-Zeitalters. Um das zu verstehen, muss man sich nur ansehen, welche Unternehmen in Cupertino ansässig sind. Apple beispielsweise, auch HP hat eine Niederlassung und dann gibt es noch ein kleines Unternehmen namens Lab126, eine Tochterfirma von Amazon.
Lab126 hat den E-Book-Reader Kindle entwickelt. Das Gerät also, mit dem Amazon in den letzten Monaten Schlagzeilen gemacht hat. Das Gerät, mit dem Amazon zum Vorreiter des E-Book-Trends wurde. Das Wort Vorreiter gilt seit dem 27. Januar nicht mehr. An diesem Tag nämlich hat ein anderer Bürger Cupertinos, Steve Jobs, den iPad vorgestellt. Apples Tablet-Rechner mit Touchscreen und Farbdisplay dient als mobiles Surfbrett, spielt Multimedia-Anwendungen und iPhone-Apps ab - und kann ganz nebenbei auch als E-Book-Reader eingesetzt werden.
Amazon und die Entwickler von Lab126 werden von Apples iPad wohl schon vorher Wind bekommen haben, doch seit dem 27. Januar ist es auch offiziell: Apple ist zum Konkurrenten für Amazon auf dem E-Book-Markt geworden. Der iPad beherrscht das elektronische Buchformat ePub und ist damit für die E-Book-Angebote der meisten Verlage offen. Entsprechende Kooperationen mit renommierten US-Verlagen wie Penguin oder Macmillan hat Apple bereits in der Tasche.
Kindle wirkt technisch veraltet
Im Vergleich zum iPad wirkt Amazons E-Book-Reader plötzlich langweilig und altmodisch: kein Farbdisplay, keine Apps, kein Internet und vor allem: kein Touchscreen. Einige Experten sagen schon voraus, dass Amazon auf dem E-Book-Markt massiv an Marktanteilen verlieren wird. Dass der Online-Versender schon seit Wochen intern mobil macht, um eine Antwort auf den iPad zu finden, zeigt eine Meldung der New York Times. Demnach hat Amazon im Januar das Unternehmen Touchco gekauft. Touchco ist ein Spin-off der New York University und hat sich auf innovative Touchscreen-Lösungen spezialisiert.
Kern des Know-hows soll eine Technik namens Interpolating Force-Sensitive Resistance (IFSR) sein. Diese ist eine Weiterentwicklung der Multitouch-Technik und ermöglicht, dass der Anwender an beliebig vielen Stellen gleichzeitig aufs Display tippt und so Anwendungen steuert. Daneben sollen die IFSR-Displays wesentlich günstiger in der Produktion sein als die bei Apples iPad verwendeten Displays und weniger Energie verbrauchen. Das ist vor allem bei Farbdisplays ein wichtiger Aspekt.
Nach dem Bericht der New York Times - die übrigens auch zu den Kooperationspartnern von Apple gehört - sollen die Mitarbeiter von Touchco auch bei Lab126 in Cupertino arbeiten. Die Webseite von Touchco gibt zurzeit nur die Meldung aus, dass die Firma seit Januar 2010 nicht mehr aktiv sei. Weitere Informationen gibt es nicht, und schon gar keine konkrete Bestätigung der Presseberichte seitens Amazon.
Lab126 sucht neue Mitarbeiter
Doch unzweifelhaft tut sich was hinter den Kulissen. Zurzeit sucht Lab126 neue Mitarbeiter. Allein in den letzten vier Wochen hat die Hightech-Schmiede aus Cupertino fast 20 Stellenausschreibungen auf der Homepage veröffentlicht. Nimmt man alle Informationen und Gerüchte zusammen, dann dürfte Amazon wohl bald einen neuen E-Book-Reader präsentieren: einen mit Farbdisplay, Internetanschluss und ausgetüfteltem Touchscreen. Am eigenen App-Store für den Kindle arbeitet Amazon ja schon.
Nur einen hat dabei noch niemand gefragt: den Kunden. Noch ist nicht sicher, was diesem eigentlich lieber wäre. Ein technisch aufwändiges, multifunktionales Gerät mit Touchscreen, Internetbrowser und Farbdisplay, das jeden Abend an die Steckdose muss - oder einfach nur ein simples, aber preiswertes Lesegerät zum gemütlichen Schmökern.
Weitere Informationen
Dieser Artikel bezieht sich auf das Produkt Apple iPad. Im Datenblatt finden Sie weitere Technische Daten zu Apple iPad. Zusätzlich haben wir ein vorbereitet.
