Viel Speicher, kein Sammeldienst
Kostenlose E-Mail-Angebote im Test: AOL
AOL und Yahoo! Mail bieten als einzige Gratis-E-Mail-Dienste unbegrenzten Speicherplatz an. Auch der Kontenabruf per IMAP ist bei AOL möglich und kostenlos. Allerdings fehlt ein POP3-Sammeldienst für das Sammeln von Elektropost externer Konten.
Inhaltsverzeichnis
- 1E-Mail-Abruf per IMAP gratis
- 2Umzugsservice fehlt
- 3Dürftiger Service
Im Januar 2010 hatte AOL angekündigt, sich aus Deutschland zurückzuziehen. Einige AOL-Nutzer befürchteten damals, dass damit auch das Internetportal und der Freemail-Dienst des Anbieters ihre Tore schließen. Aber AOL gab Entwarnung: Ein Großteil der deutschen Büros fällt zwar Kürzungen zum Opfer, das Web-Portal und der Gratis-Dienst für elektronische Post bleiben aber weiterbestehen.
Wer das kostenlose E-Mail-Angebot von AOL nutzen will, muss sich wie bei jedem Freemailer zuerst online registrieren. Anschließend wird der Anwender zum Postfach weitergeleitet, das wie die Dienste Google Mail oder Yahoo! Mail in Ajax programmiert wurde. Komfortabel: Der Postfach-Speicherplatz ist unbegrenzt, das bietet unter den verglichenen Diensten sonst nur Yahoo! Mail. E-Mail-Anhänge sind auf maximal 16 Megabyte begrenzt, damit platziert sich AOL in dieser Kategorie im Mittelfeld.
E-Mail-Abruf per IMAP gratis
Das Web-Frontend ähnelt vom Aufbau her einem Desktop-Programm und damit optisch dem der Konkurrenten Windows Live Hotmail, Yahoo! Mail oder Google Mail. In der vertikalen Navigation neben dem Hauptfenster erreicht der Nutzer eingegangene Post, spam-verdächtige Nachrichten, Kontakte und Kalendereinträge. Am rechten Rand des Interface hat AOL nützliche Erweiterungen wie den AOL Instant Messenger (AIM), einen Aufgabenplaner, Adressbuch und Schnittstellen zu externen Webdiensten untergebracht.
Wer sich nicht ständig online in sein Postfach einloggen möchte, ruft seine E-Mails bequem per PC-Desktop-Programm ab. Dafür stellt AOL die Protokolle POP3 und IMAP für die Verwaltung sowie SMTP für den Versand elektronischer Post kostenlos zur Verfügung. Leider wird eine Anwendung zum Abruf von Google Mail- und Yahoo! Mail-Konten nur per Plug-in bereitgestellt.
Umzugsservice fehlt
Dazu ruft der Anwender den entsprechenden Client am rechten Bildschirmrand auf. Elektronische Post der genannten Dienste wird allerdings lediglich in einem Extra-Fenster dargestellt, ein Import in das bestehende AOL-Postfach ist nicht vorgesehen. Für den Umzug von einem anderen Freemailer zu AOL sind diese Einstellungen deshalb nur bedingt geeignet.
Über die Plug-in-Einstellungen integriert der Nutzer bei Bedarf auch weitere interessante Zusatzfunktionen: So erinnert etwa ein Terminplaner an wichtige Aufgaben; mit einer Mini-Anwendung für Flickr und Photobucket lassen sich per Suchwort Bilder bei Online-Fotodiensten finden.
Dürftiger Service
Nützlich ist auch eine Verknüpfung mit dem weit verbreiteten Instant Messenger AIM. Nach einmaliger Anmeldung mit dem Benutzernamen öffnet sich das Textchat-Programm wie alle AOL-Plug-ins in einer Sidebar am rechten Bildschirmrand. Wer lieber mit Desktop-Programmen arbeitet, muss die Software extra auf seinem Rechner installieren.
Auffallend ist, dass etliche Links auf der deutschen AOL-Startseite und im E-Mail-Interface auf eine Fehlerseite führen. Wer Probleme mit seinem Postfach hat, kann aber immerhin noch die E-Mail-Hilfe nutzen und hoffen, dass er auf Fragen eine Antwort findet. Eine Service-Hotline steht für AOL E-Mail nicht zur Verfügung.
| Freemailer im Test - AOL | ||||
|---|---|---|---|---|
| Angebot | Postfachgröße | max. Anhang | POP3/SMTP/IMAP | Spamfilter/ Virenschutz |
| AOL | unbegrenzt | 16 MB | Ja/Ja/Ja | Ja/Ja |
| Weitere Informationen: Verschlüsselung Log-in zwingend, Sitzung nein, Adressbuch, Kalender, Aufgabenplaner, AIM Messenger, Plugins für AOL-Dienste, Foto-Portale, Google Mail und Yahoo! Mail-Konten etc. | ||||

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